zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

24-Stunden-Serie : Jede Nacht kommt frische Ware

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Obst und Gemüse bestimmen ihren Tagesablauf: Zweimal in der Woche stehen Horst-Werner und Kirsten Seifried auf dem Wochenmarkt in Wilster

Wenn sie mittwochs und sonnabends so gegen 7 Uhr auf dem Wochenmarkt am Colosseum ihren Verkaufsstand für Obst und Gemüse öffnen, beginnt nicht etwa der Arbeitstag für Horst-Werner und Kirsten Seifried. Nein: Dann liegt schon ein Acht-Stunden-Tag oder besser eine Acht-Stunden-Nacht hinter ihnen. Wenn andere nachts gegen 23 Uhr ins Bett gehen, haben der 47-Jährige Gemüsehändler aus Springhoe und seine ein Jahr ältere Ehefrau bereits ausgeschlafen. Zu dieser Zeit brechen sie mit ihrem Dreieinhalb-Tonner auf zur Fahrt auf den Hamburger Großmarkt, um frische Ware einzukaufen.

Viereinhalb Stunden später sind die Eheleute Seifried zurück auf ihrem Betrieb, um die Ware auf den Lkw und einen Transporter zu verteilen und dann nach einem kurzen Frühstück in Richtung Wilster aufzubrechen. Ab 6 Uhr räumen sie ihren Verkaufsstand ein und gegen 7 Uhr beginnt der Verkauf. Dann kommen weitere fünf Stunden Arbeit auf die beiden zu, die zeitweise von ihrer 19 Jahre alten Tochter Lisa im Verkauf unterstützt werden.

„Kartoffeln, Kohl und Tomaten sowie Saisonware kaufen wir direkt von den landwirtschaftlichen Erzeugern ein“, legt Horst-Werner Seifried Wert auf Qualität, für die die Bauern gerade stehen. Über Großhändler bezieht das Händlerehepaar den Großteil der weiteren Produkte. „Wir holen jede Nacht frische Ware“, garantieren die Eheleute Seifried ihren Kunden. Nach Möglichkeit soll der Warenbestand an einem Vormittag nahezu restlos verkauft werden. Und muss tatsächlich noch etwas eingelagert werden, stehen in ihrem Betrieb in Springhoe vier unterschiedlich temperierte Kühlräume zur Verfügung, genau abgestimmt auf die Erfordernisse der Lebensmittel. „Äpfel dürfen nicht mit Bananen und beide nicht mit Tomaten zusammen gelagert werden“, erzählt der 47-Jährige und versichert: „Das ist eine Wissenschaft für sich!“ Kartoffeln können die Seifrieds das ganze Jahr über anbieten. Die neuen Kartoffeln beginnen mit der „Sieglinde“ aus Italien, danach beziehen sie ihre Kartoffeln von seinem Bruder Hans-Jürgen in Ridders. Von hier kommen die heimischen Sorten Leyla und Belana, die marktführend sind.

Nachmittags ist für Horst-Werner und Kirsten Seifried der Arbeitstag aber längst nicht zu Ende. Dann müssen die Fahrzeuge entladen und die Ware auf die Kühlräume verteilt sowie neue Waren für den nächsten Tag bestellt werden. „Zwischen 17 und 18 Uhr hat meine Frau das Mittagessen fertig und danach gehen wir schlafen“, schildert der 47-Jährige den Ausklang des Arbeitstages. Und selbst sonntags gibt es immer noch genug zu tun: von Büroarbeiten bis hin zum Aufrüsten für den Start in die neue Woche. Denn neben zwei Vormittagen in Wilster steht der Seifried-Gemüsestand auch dienstags in Hohenlockstedt, donnerstags in Wacken und freitags ein weiteres Mal in Hohenlockstedt vor Schlachter Schröder.

Der Obst- und Gemüsestand ist das Herzstück des Wochenmarktes in Wilster. Daneben öffnen ebenfalls gegen 7 Uhr weitere Marktstände wie der Fleisch- und Wurstwarenstand vom Göttsche-Hof aus Hennstedt, zwei Bäckerwagen, mehrere Blumenstände, ein Käsestand sowie ein aus Schleswig angereister Grieche mit seinen Produkten.

Ebenfalls um 7 Uhr erfolgt der Wochenmarkt-Start für den Fischhändler Mario Krüger. Der Brunsbütteler ist Chef der Fischhandlung Schmidt in der Koogstraße und verkauft gleich dreimal seine Fischdelikatessen in Wilster: auf dem Wochenmarkt am Mittwoch und Sonnabend sowie direkt vor dem WEZ am Freitag, wo entweder er selbst oder seine Ehefrau Andrea den Verkauf übernimmt. Dienstags steht sie mit dem Verkaufswagen auch auf dem Wochenmarkt der Schleusenstadt. Viermal die Woche wird Mario Krüger mit Frischfisch versorgt, um diesen im eigenen Betrieb zu veredeln, zu räuchern und zu selbstgemachten Salaten zu verarbeiten.

Zu den Frühaufstehern beim Wochenmarkt gehört auch Marktmeister Manfred Moltzau. Er steht schon ab 5.30 Uhr parat, um die Verteilerkästen aufzuschließen, aus denen die Markthändler mit Strom versorgt werden. Er macht die Sanitärräume für Händler und Kunden zugängig und muss auch das Standgeld in bar kassieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen