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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 21:44 Uhr

Olympische Spiele : Jannick Jaschinski de Souza in Rio de Janeiro dabei

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

19-jähriger Itzehoer für das olympische Jugendlager nominiert

Wenn sich die Jugend der Welt vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro zu den XXXI. Olympischen Sommerspielen trifft, dann befindet sich mit Jannick Jaschinski de Souza auch ein Itzehoer in der deutschen Olympiamannschaft. Nominiert wurde der 19-Jährige zusammen mit 49 anderen Jugendlichen aus dem Bereich des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für das Deutsche Olympische Jugendlager (DOJL). Vorgeschlagen hatten ihn nach seiner Bewerbung im vergangenen Jahr mehrere Vereine und Verbände: Sportclub Itzehoe, VfB Brunsbüttel, Schleswig-Holsteinischer Leichtathletikverband (SHLV), Deutscher Leichtathletikverband (DLV). Letztlich nominierte ihn die Deutsche Sportjugend im DOSB (DSJ) im Dezember vergangenen Jahres.

Dass Jannick Jaschinski de Souza in den Genuss der Reise kommen wird, das hat er nicht zuletzt Peter Gennun zu verdanken. Der frühere Sportlehrer beim ETSV Gut-Heil Itzehoe und jetzige Leichtathletiktrainer beim VfB Brunsbüttel, für den Jannick Jaschinski de Souza Wettkämpfe bis hinauf zu Deutschen Meisterschaften bestreitet, hatte ihn auf die Möglichkeit der Teilnahme aufmerksam gemacht. Was ihn zuversichtlich stimmte: Mit Heiner Raulfs (1964, Tokio) und Gerd Peters (1984, Los Angeles) hatten sich in früheren Jahren bereits zwei Brunsbütteler Leichtathleten erfolgreich für das jeweilige DOJL beworben: „Deshalb witzelten Peter Gennun und ich auch, dass aller guten Dinge drei sind“, erinnerte sich Jannick Jaschinski de Souza in einem Gespräch mit unserer Zeitung an den Ausgangspunkt aller weiteren Überlegungen.

Obwohl als Leichtathlet bei Deutschen Mehrkampfmeisterschaften mit zwei achten Plätzen, mehreren Landesmeistertiteln sowie zahlreichen Nennungen in den Bestenlisten des SHLV und des DLV recht erfolgreich unterwegs, verdankt der Itzehoer seine Nominierung nicht in erster Linie seinem sportlichen Leistungsvermögen. Stark ins Gewicht fielen Persönlichkeit und soziales Engagement. „In meiner Bewerbung erklärte ich meinen sportlichen Werdegang und dass ich Trainerassistent in der Turnabteilung des SC Itzehoe bin und auch Übungsleiter werden möchte.“

Im Dezember des vergangenen Jahres dann die ersehnte Nachricht von der DSJ: „Ich werde nach Rio fahren.“ So nüchtern wie dieser Satz klingt, hatte Jannick Jaschinski de Souza die Information damals tatsächlich aufgenommen. Was sie letztlich für ihn bedeutet, wurde ihm erst vor wenigen Wochen während eines Vorbereitungstreffen mit den anderen Teilnehmern am DOJL bewusst: „Ich bin Repräsentant des deutschen Sports und soll in Brasilien auch so wahrgenommen werden.“ Auch aus diesem Grunde werde er so gekleidet sein wie die deutschen Olympioniken, die um Medaillen und Platzierungen kämpfen werden. „In der offiziellen Olympia-Kleidung, die mir Ende Juli zugeschickt wurde.“

In Rio de Janeiro erwarte ihn ein umfangreiches Programm: „Wir werden dort die Möglichkeit bekommen, mit Vertretern des Sports und der Politik zusammenzutreffen und mit Olympiateilnehmern zu reden. Außerdem werden wir den einen oder anderen Wettkampf live miterleben können. Welche Sportarten es sein werden, wird aber erst vor Ort geregelt.“ Für sich selbst wünscht er, bei der Leichtathletik im Stadion und beim Beachvolleyball „direkt an der Copacabana“ zusehen zu können.

Obwohl als Kind schon mehrfach in Rio de Janeiro zu Besuch gewesen – seine Mutter stammt von dort –, hat Jannick Jaschinski de Souza nicht allzu viele feste Erinnerungen an das Land. Insofern freue er sich darauf, „die brasilianische Mentalität und die brasilianische Kultur“ in sich aufzunehmen zu können. Zwar sei sein passiver portugiesischer Wortschatz größer als der aktive, doch er vertraue darauf, dass der Aufenthalt in Brasilien dazu führt, dass er hinsichtlich der Sprache „eine Initialzündung“ haben werde. Was ihn optimistisch stimmt: „Ich habe bis zum Alter von fünf Jahren portugiesisch gesprochen. Deshalb verstehe ich auch viel, könnte aber jetzt nicht in jedem Fall antworten.“

Jannick Jaschinski de Souza ist davon überzeugt, dass ihn der Aufenthalt im DOJL in seiner persönlichen Entwicklung voranbringen wird. Sicher ist er sich auch, dass er die olympischen Werte wie fairer Wettbewerb, sauberer Sport und Gemeinschaft nicht nur in Rio de Janeiro, sondern auch nach seiner Rückkehr aus Brasilien vertreten wird. „Wir sind gerade dazu aufgerufen worden, die olympische Idee nach Hause zu tragen. Aber die ist für mich kein Neuland.“

Dass der junge strebsame Leichtathlet vor interessanten Wochen steht, dessen ist sich auch Peter Gennun ganz sicher: „Ich habe mit den Mitgliedern der Jugendlager in Peking und London privat miterlebt, als sie gerade in den deutschen Botschaften empfangen wurden. Jannick und den anderen wird sicher auch in Rio einiges geboten werden, denn sie erhalten viele Einblicke in die Stadt und in den Sport.“

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