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Norddeutsche Rundschau

25. Juni 2016 | 19:50 Uhr

SH Schuldenreport : Itzehoerin in der Schuldenfalle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie die Schuldnerberatung von Steinburg Sozial Annette K. aus Itzehoe geholfen hat, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Arbeitslos, alleinerziehend, psychisch krank und Schulden, die sie nicht mehr überblicken kann – für Annette K. aus Itzehoe gibt es scheinbar keinen Ausweg aus der Schuldenfalle. „Vor ein paar Monaten kam sie zu uns“, erzählt der Leiter der Schuldnerberatungsstelle von Steinburg Sozial, Christoph Feige. Alleinerziehende wie Annette K. sind überdurchschnittlich häufig von Schulden betroffen, wie der Schuldenreport der Koordinierungsstelle der Schuldnerberatungen in Schleswig-Holstein ergeben hat (wir berichteten). „Und Frau K. ist ein klassisches Beispiel für Menschen, die nicht wissen, wie es wegen der ganzen Schulden weiter gehen soll und die davon krank werden“, sagt Feige.

Die Itzehoerin steckt in einer tiefen Depression, kommt in Begleitung einer Mitarbeiterin der Tagesklinik zum Erstgespräch in die Schuldnerberatung. Erst der Therapeutin gegenüber spricht sie offen über ihre Schulden, die die Mutter zweier Kinder im Alter von drei und acht Jahren seit Monaten drücken. Seit sie sich von ihrem Partner getrennt hat, bekommt sie nur unregelmäßig Unterhalt, dazu die Unterstützung vom Jobcenter. Seit Wochen kann sie das Essengeld im Kindergarten nicht bezahlen, sie fürchtet, dass ihr Kind dort bald nicht mehr betreut wird. Und weil ihr Ehemann nicht mehr alle Raten für gemeinsame Kredite aufbringen kann, stellen die Gläubiger auch Forderungen an Annette K. „Sie reagiert darauf wie viele andere Schuldner auch – als sie zu uns gekommen ist, hat sie viele unbezahlte Rechnungen und ungeöffnete Briefe auf den Tisch gelegt“, sagt Christoph Feige.

Die Schuldnerberater schmieden einen Plan, Annette K. gibt ihnen eine Vollmacht, damit die Berater mit den Gläubigern verhandeln können. „Die Mehrheit von denen ist in der Regel verständig“, sagt Christoph Feige, der bei seinen Beratungen ein klares Ziel hat: Dass es seinen Klienten besser geht. „Es geht nicht nur ums Geld, sondern vor allem um die Menschen“, so der 56-Jährige. Im Fall von Annette K. erstellen die Berater einen Haushaltsplan, führen für die Itzehoerin Gespräche mit Kindergarten und Jobcenter, zeigen ihr Lösungswege auf, wie sie ihre Schulden reduzieren kann. „Vor allem geht es aber darum, dass sie wieder gesund wird“, sagt Christoph Feige.

Annette K. ist noch lange nicht raus aus der Schuldenfalle, die Berater werden weiter für sie da sein. „Ob am Ende alle Schulden abbezahlt werden oder sie in die Privatinsolvenz geht – das ist noch nicht raus“, sagt Christoph Feige. Das Schicksal von Annette K. zeige aber, dass jedem Schuldner geholfen werden könne – wie verzweifelt die Lage sich auch für die Beteiligten darstellen mag. Und was Annette K. betrifft, sagt er: „Wir sind auf einem guten Weg.“

>Info: Steinburg Sozial Schuldner- und Insolvenzberatung: 04821/156645 oder www.steinburg-sozial.de.


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erstellt am 20.Jan.2016 | 05:00 Uhr

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