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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 13:49 Uhr

Paralympics : Itzehoerin hautnah bei Sportlern in Rio

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Daniela Krieter hilft sie als Volunteer bei den Paralympischen Spielen.

Wenn es um Sport geht, dann lässt Daniela Krieter (31) alles stehen und liegen: Schon einmal hat sie vor zwei Jahren ihren Job als Reise- und Verkehrskauffrau gekündigt, um als Volunteer bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien mitzuhelfen. Nun gibt sie erneut ihre Arbeitsstelle auf, um als Freiwillige bei den Paralympischen Spielen dabei zu sein, die heute in Rio de Janeiro eröffnet werden. Eines ist diesmal jedoch anders: In Südamerika ist Daniela Krieter schon. Bei einer Rundreise direkt im Anschluss an die Fußball-WM hat sie dieser Kontinent so in seinen Bann gezogen, dass sie kurzerhand dort blieb und bislang nicht in ihre Heimat Itzehoe zurückkehrte.

Eigentlich war damals eine sechsmonatige Reise durch Uruguay, Argentinien, Chile, Bolivien und Peru geplant. Die letzten beiden Stationen sollte Krieter gar nicht mehr sehen. In Chile fand sie Unterkunft bei einer deutschen Familie, die zufälligerweise Reisen veranstaltete und ein Gästehaus betrieb – genau das Metier der Itzehoerin. Sie half in der Unterkunft und fühlte sich wohl. „Es kam eins zum anderen, und dann hatte ich einen Arbeitsvertrag unterschrieben“, erzählt sie im Telefon-Interview mit unserer Zeitung. Seit Oktober vergangenen Jahres war Krieter für einen Reiseveranstalter in Puerto Varas, einer 33 000-Einwohner-Stadt im Süden Chiles tätig.

Doch auch dieses Kapitel ist nun Geschichte. Ab heute dreht sich für Krieter, die selbst seit vielen Jahren Tischtennis spielt und sich aktuell mit Laufen und Crossfit in Form hält, alles um den Sport. Voraussichtlich wird sie im Tischtennis-Pavillion arbeiten, bei der Vorbereitung der Wettkämpfe helfen und die Sportler hautnah beim Aufwärmen unterstützen. „Das wird pure Emotion“, sagt Krieter. Sie freue sich vor allem darauf, den Paralympics-Teilnehmern persönlich begegnen zu dürfen. „Ich finde es immer toll, zu sehen, was diese Leute aus ihrem Leben machen.“ Außerdem hoffe sie auf das ein oder andere Wiedersehen mit altbekannten Volunteer-Kollegen, die schon bei der Fußball-WM dabei waren. An die Zeit erinnere sie sich noch gerne zurück: „Es war chaotisch, aber bei so einem großen Ereignis dabei zu sein, ist schon toll.“

Dass Olympia für Brasilien Fluch und Segen zugleich sei, sei ihr durchaus bewusst. „Die Leute, denen es sowieso schon nicht gut geht, tragen bei solchen Großveranstaltungen am meisten Leid davon.“ Auch hier hofft Krieter auf einen Blick hinter die Kulissen: In den nächsten zwei Wochen wohnt sie bei Brasilianern und will das ein oder andere hintergründige Gespräch führen.

Wie es nach den Spielen für die Itzehoerin weitergeht, ist noch offen. Zunächst steht Besuch aus Deutschland auf dem Programm. Danach plane sie, in der chilenischen Hauptstadt Santiago auf Jobsuche zu gehen. „Wenn es geht, würde ich schon gerne noch ein bisschen in Südamerika bleiben.“ Was sie dort besonders fasziniert? „Die Leute sind offen und spontan. Und obwohl sie selbst nicht viel haben, geben sie für Gäste ihr letztes Hemd.“

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erstellt am 07.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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