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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 16:43 Uhr

Ferienzeit : Itzehoer sind im Urlaub offline

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heimische Unternehmen betonen, dass Arbeitnehmer in ihrer Freizeit nicht erreichbar sein müssen

Am Strand die Fragen des Chefs per Handy beantworten und im Hotelzimmer auf dem Tablet noch einmal schnell die Dienstmails checken? Die modernen Kommunikationsmittel machen es möglich, dass Arbeitnehmer immer und überall erreichbar sein können. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, dass etwa jeder dritte deutsche Arbeitnehmer in seinem letzten Urlaub mindestens einmal in die Dienst-Mails geschaut hat. Gleichzeitig stört es etwa 40 Prozent aller Deutschen, wenn ihre Begleitung im Urlaub berufliche E-Mails liest.

Auch viele Itzehoer Arbeitnehmer halten nichts von der ständigen Erreichbarkeit, wie eine Facebook-Umfrage unserer Zeitung ergab: „Im Urlaub bin ich nicht erreichbar. Punkt!“, kommentiert ein Nutzer. Urlaub sei dazu da, damit der Körper und vor allem der Geist runterfahren könne. „Das klappt nicht, wenn man ständig erreichbar ist.“

Unterdessen betonen heimische Unternehmen, dass sie von ihren Angestellten nicht erwarten, per Handy oder Mail ansprechbar zu sein. Zwar könnten viele Mitarbeiter der Sparkasse Westholstein von zu Hause aus auf ihren Arbeitsplatz zugreifen. Das werde aber von den meisten eher als Erleichterung empfunden, sagt Sprecherin Melanie Westphalen. „Zu Urlaubszeiten gibt es bei uns überhaupt keine Erwartungshaltung Arbeitnehmern gegenüber, erreichbar zu sein. Das gilt auch für Führungskräfte.“

Vom größten Arbeitgeber der Region, dem Klinikum Itzehoe, heißt es, dass sich einzelne Führungskräfte freiwillig dazu bereit erklärten, regelmäßig ihre Mails zu checken. „Aber es wird nicht verlangt oder erwartet, sagt Personalchefin Gunda Dittmer. „Es gibt für unsere Mitarbeiter keine Verpflichtung, auch im Urlaub erreichbar zu sein.“

Einer Vielzahl der Angestellten der Itzehoer Versicherungen ist es schon aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht möglich, außerhalb des Büros auf Unternehmensdaten zuzugreifen. „Wer Urlaub hat, ist in der Regel offline und nicht erreichbar“, sagt Unternehmenssprecher Thiess Johannssen. Eine klare Vertretungsregelung helfe dabei. Insbesondere im Verkauf würden Kunden den Hinweis bekommen, dass ihr Ansprechpartner abwesend sei. Für eingehende Emails seien häufig Weiterleitungen eingerichtet.

Traut man also den Aussagen der Unternehmen, können die Itzehoer überwiegend in Ruhe ihren Urlaub genießen. In unserer Facebook-Umfrage outet sich lediglich eine Leserin als ständig Erreichbare: „Mein Arbeitgeber erwartet von uns, dass wir auch im Urlaub regelmäßig unsere Emails überprüfen“, schreibt sie. Weil Kunden über Handy anrufen würden, könne es vorkommen, dass sie die ein oder andere Anfrage auch am Strand erreiche. „Die wird dann natürlich im Zweifelsfall weitergeleitet.“ Beklagen möchte sich die Angestellte aber nicht: „Mein Job macht mir viel Spaß und woanders möchte ich nicht arbeiten.“

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erstellt am 25.Aug.2016 | 05:46 Uhr

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