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Norddeutsche Rundschau

02. Dezember 2016 | 21:15 Uhr

Bahnhofsgebäude : Itzehoer Bahnhof unter Denkmalschutz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In dem Gebäude tätiger Kulturverein kann seine geplanten Projekte dennoch umsetzen

Das Empfangsgebäude des Itzehoer Bahnhofs mitsamt Nebengebäude steht jetzt unter Denkmalschutz. Das Landesamt für Denkmalpflege nutzte dabei eine Gesetzesänderung, die ihr das Festlegen von Denkmälern deutlich einfacher macht und ihren Einfluss wesentlich vergrößert hat.

„Früher mussten wir den Eigentümer eines potenziellen Denkmales anschreiben und seine Genehmigung einholen“, sagt Berthold Köster vom Landesamt, der für das südliche Schleswig-Holstein zuständig ist. „Seit dem Inkrafttreten des neuen Denkmalschutzgesetzes im Januar 2015 ist ein Denkmal per se schon geschützt, wenn wir es als ein solches erkennen.“ Die Behörde muss dafür nur noch den Eigentümer, in diesem Fall die Deutsche Bahn AG, benachrichtigen. Gerichtlicher Widerstand sei zwar noch möglich, so Köster, bei der Deutschen Bahn bislang jedoch nicht zu erkennen. Deren Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis berichtet, dass das Landesamt die Bahn erst vor kurzem über den Vorgang informiert habe. „Wir haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen.“

Köster und seine Kollegen sind seit anderthalb Jahren im Land unterwegs und suchen nach „Prachtbauten mit repräsentativem Charakter“. Vor der Gesetzesänderung war das Empfangsgebäude am Bahnhof lediglich als einfaches Kulturdenkmal registriert. Das bedeutete, dass weder sein Abriss noch bauliche Veränderungen genehmigungspflichtig waren. Seit der Gesetzesänderung gibt es im Schleswig-Holsteinischen Denkmalschutz jedoch keine einfachen Denkmäler mehr, nur noch „besondere“. Veränderungen müssen daher jetzt vom Landesamt für Denkmalpflege genehmigt werden.

Seit kurzem ist im Bahnhof der Verein Koordination für regionale Kultur ansässig, der für den „Kulturbahnhof Viktoria“ viele Ideen hat. Für Projekte wie eine Lichtprojektion auf das Empfangsgebäude oder Ausstellungen von Künstlern sieht Köster keine Probleme. Das Amt für Denkmalpflege müsse jedoch einbezogen werden und es dürften keine wesentlichen Veränderungen vorgenommen werden. „Wenn jetzt jemand käme und die Gebäudefassade lila streichen will, dann wäre das ein Problem“, sagt Köster. Seine Kollegin Beate von Malottky, Denkmalschützerin im Kreis, pflichtet ihm bei: „Wir wollen Dinge nicht verhindern, sondern gemeinsam lösen.“

Projektentwickler Thomas Engel vom Kulturverein hat eine klare Meinung zu der Entwicklung: „Wir sind harmlose Künstler, wir werden gegen nichts verstoßen. Dass das Empfangsgebäude unter Denkmalschutz steht, finde ich grundsätzlich klasse.“

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erstellt am 15.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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