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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Kultur : Itzehoe wird zum Film-Schauplatz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Produktion der Regisseurin Beata Lehmann erzählt, wie ein Bauunternehmer aus Itzehoe zum Kleinkriminellen wird. Aktuell laufen die Dreharbeiten an Original-Schauplätzen.

Die ehemalige Prinovis-Druckerei wird zum Krankenhaus, in einem Imbiss in der Gasstraße machen Kleinkriminelle krumme Geschäfte und auf dem Gelände von Gerd Dallmeier in Bekmünde hat plötzlich ein insolventer Bauunternehmer das Sagen. Da stimmt doch etwas nicht. Gibt es für das Prinovis-Gelände nicht ganz andere Pläne? Ist der Imbiss an der Gasstraße nicht längst geschlossen? Und florierten bei der Baufirma in Bekmünde nicht eben noch die Geschäfte? Stimmt – allerdings sorgt ein Filmteam um die Berliner Regisseurin Beata Lehmann (51) in diesen Tagen für Verwirrung. Die gebürtige Heiligenstedtenerin macht Itzehoe und Umgebung zum Schauplatz einer kleinen Comedy-Serie mit dem Titel „Big Deal – Ehrliche Arbeit“. Schon seit einigen Wochen laufen die Dreharbeiten.

Lehmann erzählt die Geschichte eines Itzehoer Bauunternehmers, der sich bei einem Projekt auf vielerlei Art übernimmt und vor dem Ruin steht. Er macht Bekanntschaft mit der Betreiberin von Karins Futterluke, dem Imbiss an der Gasstraße, wo sie allerlei schmutzige Geschäfte von Auto- bis Zigarettenschmuggel betreibt und die schlummernde kriminelle Energie des Bauunternehmers weckt.

„Die Serie zeigt überspitzt das Leben einiger Bewohner der Kreisstadt, die einerseits die Ansprüche erfüllen wollen, die die Gesellschaft an sie stellt, und andererseits ihre eigenen Interessen befriedigen möchten“, fasst Sven Walser (53) zusammen. Bekannt als Stallknecht Kuno aus „Neues aus Büttenwarder“, spielt er in Lehmanns Produktion die Hauptrolle des Bauunternehmers. Er war es auch, der den Anstoß für das Projekt gab: „Ich mag das Format von Büttenwarder, in dem in 25 Minuten mit norddeutschem Humor die Welt erklärt wird“, sagt Walser. Die neue Serie sei daran angelehnt, werde allerdings unabhängig von Sendern oder Redaktionen produziert. Die Dreharbeiten finanziert die Regisseurin aus eigener Tasche.

Das Drehbuch, das die einzelnen Szenen nur grob beschreibt, setzt ganz auf die Improvisation der Schauspieler: Als eine Bankszene in der stillgelegten Münsterdorfer Sparkasse gedreht wird, müssen sich Walser und Konstantin Graudus, der einen Finanzmenschen spielt, erst einigen, ob sie sich in ihren Rollen siezen oder duzen wollen. Sparkassen-Mitarbeiter Jürgen Wiek, der den Hausherrn vertritt, wird spontan Teil der Szene und spielt auch im Film den Bank-Angestellten. „Es ist einerseits eine Krux, aber auch eine große Chance, dass wir viele Details spontan erfinden“, sagt der Hauptdarsteller.

Neben Walser sind einige andere bekannte Gesichter an „Big Deal“ beteiligt: Imke Büchel („Rote Rosen“) spielt die Imbiss-Betreiberin, in weiteren Rollen werden Uwe Rohde („Tatort“) und die Tochter von Peter Lohmeyer, Lola Klamroth zu sehen sein.

Wo die Serie am Ende ausgestrahlt wird, steht bislang ebenso wenig fest wie das genaue Format. Eigentlich seien mehrere kurze Episoden geplant. „Es könnte aber sein, dass es am Ende doch ein 90-minütiger Film wird“, sagt Sven Walser. Zunächst werde man versuchen, die Produktion auf verschiedenen Festivals vorzustellen. Alles weitere müsse sich ergeben.

Nachdem alle Szenen, die in Itzehoe und Umgebung gedreht werden, weitestgehend im Kasten sind, bedankt sich das Filmteam bei allen lokalen Akteuren, die ihre Gebäude als Kulisse zur Verfügung gestellt oder auf andere Art mitgewirkt haben. „Die Zusammenarbeit war wirklich großartig“, lobt Produktionsassistentin Birgit Faerber. Noch in dieser Woche zieht die Truppe weiter nach Berlin. Dort werden beispielsweise die Szenen gedreht, die in den Innenräumen des Krankenhauses spielen, für dessen Fassade die Prinovis-Druckerei herhalten musste.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 11:45 Uhr

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