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Appell der Stadt : Itzehoe soll nicht im Müll versinken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beschwerden häufen sich: Die Stadt Itzehoe will Umweltverschmutzer künftig stärker in den Blick nehmen. Es drohen bis zu 500 Euro Bußgeld.

Die Zigarette ist noch nicht ganz aufgeraucht, aber der Bus naht schon – also wird sie weggeschnippt, um rechtzeitig einsteigen zu können. Nach dem Einkauf beim Bäcker will das Käsebrötchen direkt gegessen werden, das Papier landet unterwegs auf der Straße. Oder der Hund verrichtet sein Geschäft, es ist aber keine Tüte zur Hand, also geht es schnell weiter. Bürgermeister Andreas Koeppen ärgern solche Szenarien. „Es ist einfach traurig, dass einige Mitmenschen so gleichgültig mit der Umwelt und ihren Mitbürgern umgehen“, sagt er.

Gerade die Innenstadt sei in Itzehoe von solchen Problemen betroffen – insbesondere vor Leerständen. Und das, obwohl Bauhof-Mitarbeiter vor allem die Fußgängerzone und verkehrsberuhigte Bereiche regelmäßig reinigen. „Ein gepflegter Zustand hängt von allen ab“, sagt Koeppen, „wir haben schließlich genug Papierkörbe aufgestellt.“

Die Stadt will deswegen künftig verstärkt ein Auge auf Umweltverschmutzer in der Stadt haben – und sie notfalls auch zur Kasse bitten. „Eine über das Maß hinausgehende Verunreinigung liegt insbesondere bei Ausscheidungen von Hunden und anderen Tieren vor“, heißt es in der Satzung über die Straßenreinigung der Stadt. Wird diese vom Verursacher nicht selbst beseitigt, muss die Stadt anrücken – was laut Satzung mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 500 Euro geahndet werden kann.

„Die Zunahme von Beschwerden über die Verschmutzung ist ein sicheres Zeichen, dass hier gegengesteuert werden muss“, sagt der Bürgermeister – betont aber auch, dass deswegen „sicher kein Überwachungsstaat“ gewollt sei. Der kommunale Ordnungsdienst sei angewiesen, im Rahmen von Gesetzen und Satzung auf die Verursacher zuzugehen und sie auf Fehlverhalten hinzuweisen. Und dasselbe erwarte er auch von den Itzehoern selbst: „Jeder ist seines Glückes Schmied – dazu gehört auch, wie es in der Stadt aussieht.“

Er sehe aber auch das Problem der Abfallentsorgung in Plastiksäcken, so Koeppen. Sobald es windig wird, fliegen sie weg oder reißen auf, der Abfall weht durch die Gegend. Er habe deswegen bereits den für die Müllentsorgung im Kreis Steinburg zuständigen Landrat angesprochen und darum gebeten, bei der nächsten Ausschreibung auch die Möglichkeit von Tonnen in Erwägung zu ziehen.

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erstellt am 04.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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