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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

IT-Offensive an Schulen: Stadt sucht Experten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bildungsausschuss befürwortet zwei neue Vollzeitstellen

Längst hat die Digitalisierung weite Lebensbereiche erfasst. Kaum ein junger Mensch ist heute ohne Smartphone oder Tablet, in kaum einem Job kommt man noch ohne digitale Hilfsmittel aus. „Als Schule müssen wir uns auf diese Entwicklung einstellen – und zwar jetzt“, sagte Timo Räker am Mittwochabend im Bildungsausschuss. Eingeladen worden war der Flensburger Lehrer, um als Experte für den Einsatz digitaler Unterrichtsmethoden zu beraten. Denn auf diesem Feld will das Itzehoer Amt für Bildung in die Offensive gehen und im kommenden Jahr mit der Erarbeitung eines einheitlichen Konzeptes für alle weiterführenden Schulen der Stadt beginnen.

Räker weiß, wovon er spricht, wenn es um die Digitalisierung der Schulen geht. Das Flensburger Gymnasium, an dem der Informatiklehrer unterrichtet, ist Modellschule für Lernen mit elektronischen Medien im Land. Räker hat mit Kollegen eine dreijährige Projektphase pädagogisch begleitet, in der der Unterricht in allen Fächern weitgehend mit Tablet, Beamer und Smartphone gestaltet wurde. Eine wichtige Erfahrung sei dabei gewesen, dass die Lehrer zwar mit viel Elan solche Projekte angehen können, bei der technischen Umsetzung aber auf professionelle Hilfe von IT-Experten angewiesen seien.

Diese Erkenntnis haben auch schon andere Schulen im Land gewonnen, ergänzte Andreas Arndt, Leiter des städtischen Schulamts. „Bisher gestaltet jede weiterführende Schule in Itzehoe den digitalen Wandel mehr oder weniger selbst.“ Immer öfter tauchten dabei Probleme auf, die weder die Schulen selbst noch das Amt lösen könnten. Es fehle schlicht die Expertise. Der „Wildwuchs“ mache zudem Kostenersparnisse bei Einkauf und Wartung der Technik schwierig.

Geht es nach dem Willen der Verwaltung, sollen ab dem kommenden Jahr zwei neue Fachkräfte diese Lücke schließen und ein Konzept für die Digitalisierung des Unterrichts erarbeiten. Die pädagogische Seite bleibe weiterhin komplett im Verantwortungsbereich der Schulen, die durchaus eigene Wege beschreiten können und sollen – begleitet durch die städtischen IT-Experten.

Im Bildungsausschuss stieß der Vorstoß der Verwaltung auf einhellige Zustimmung. „Zwei Vollzeitkräfte erscheinen mir angesichts der großen Aufgaben in diesem Bereich fast schon zu wenig“, sagte Ralf Schwedler (SPD). Ingrid Reichhelm (CDU) nannte die geplanten neuen Stellen ein „Fundament“, auf dem man aufbauen könne. Skeptisch zeigten sich aber mehrere Politiker, ob die Stadt für die bisher angedachten 110  000 Euro Personalkosten zwei Fachkräfte bekommen könne. Er teile diese Befürchtung, sagte dazu Hauptamtsleiter Frank Simon. „Der Arbeitsmarkt ist in diesem Bereich leer gefegt.“ Die Stadt sei aber zunächst bei der Stellenplanung an die Vorgaben der Tarifordnung gebunden. „Wir müssen sehen, was wir da für Bewerbungen bekommen.“

Die Entscheidung über die neuen Stellen wird demnächst auch im Finanzausschuss beraten, abschließend entscheidet die Ratsversammlung am 16. Dezember. Für die Zeit danach hatte Timo Räker noch einen Rat für die Itzehoer im Gepäck: „Wer wissen möchte, wie Digitalisierung in Schulen aussehen kann, sollte mal über die Grenze fahren.“ Dänemark sei Schleswig-Holstein in dieser Hinsicht zehn Jahre voraus.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 18:41 Uhr

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