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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 22:21 Uhr

Digitale Medien : „Ist mein Kind schon handysüchtig?“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine neue Veranstaltungsreihe des Kreisgesundheitsamtes und des Itzehoer Kinder- und Jugendbüros beleuchtet Chancen und Risiken digitaler Medien

Alle paar Minuten geht der Griff in die Hosentasche - besser gesagt zum Smartphone. Die internetfähigen Handys sind längst zum ständigen digitalen Begleiter von Kindern und Jugendlichen geworden. Eltern beobachten den Umgang oft mit gemischten Gefühlen. Dass die Nutzung von Smartphones oder Computerspielen seit längerer Zeit schon zu Reizthemen zwischen Eltern und Kindern gehören, wissen auch Lisann Ziegler vom Kreisgesundheitsamt und Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Itzehoe.

Ziegler wisse genau um die Sorgen der Eltern, die sogar schon von „digitaler Demenz“ sprechen und sich die Frage stellen: „Ist das eigene Kind schon smartphone- oder spielsüchtig?“ Nicht unbedingt grundlos: Denn die digitalen Medien nehmen jedem Smartphonebesitzer geistige Arbeit ab: Computer, Smartphones, Organizer und Navis. Hinzu kommen Warnungen vor Krankheiten der digitalen Generation – Smartphonehand und Handynacken. „Entscheidend ist jedoch immer die Dosis“, beruhigt Ziegler. „Die jüngsten Handynutzer sollten in ihrem Umfeld auch auf andere Sachen achten und nicht nur das Handy im Blick haben.“

Wann eine Nutzung problematisch wird, erklärt Roeder. „Wenn man den sachlich neutralen Blick auf die Welt verliert.“ Ihm ginge es auch nicht darum zu sagen, dass die Nutzung vom Handys oder PC’s für Kinder und Jugendliche gefährlich sei. „Das Werkzeug Handy verändert aber die heutige Kommunikation“, sagt Roeder. Er rät, zu bestimmten Zeiten, wie beispielsweise während des gemeinsamen Essens die Nutzung des Handys zu unterbinden. Selbstverständlich gelte das auch für die Eltern. „Sie müssen Vorbild für ihre Kinder sein.“

Verschiedene Veranstaltungen beleuchten daher im Schwerpunktmonat November die Chancen und Risiken der digitalen Medien. „Dabei möchten wir mit Vorurteilen aufräumen und streben zugleich eine Mischung aus Information und Förderung der Kreativität an“, sagen Ziegler und Roeder. Um Eltern auf Fragen wie „Welche Nutzung ist sinnvoll, welche unkritisch und welche gar problematisch“ geben zu können, bietet das Kreisgesundheitsamt in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro eine Informationsveranstaltung mit dem Medienpädagogen Uli Tondorf von der Aktion Kinder- und Jugendschutz in Kiel an. Am Dienstag, 1. November wird er im Kreistagssaal von 19.30 bis 21 Uhr mit Interessierten Anhaltspunkte zur Dauer der Handy-Nutzung, Inhalte, oder Anwendungen aufspüren. Des Weiteren werden Mitarbeiter des Gesundheitsamtes im Rahmen der Gesundheitstage im Holstein Center am Sonnabend 5. November von 10 bis 16 Uhr und am Sonntag, 6. November von 12 bis 17 Uhr über Suchtentwicklung, Strahlung und Handnacken informieren.

Da die digitalen Medien aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken seien, möchte Lisann Ziegler Eltern und Interessierten Ende November an der Wilhelm-Käber-Schule in Hohenlockstedt einige Möglichkeiten zeigen, um die passive Konsumentenrolle zu verlassen oder selbst aktiv zu werden. „Wir werden Filme drehen, Rallyes kennenlernen, eine VR-Brille basteln und sogar mit Kartoffeln ein Computerspiel spielen.“ Eltern haben die Möglichkeit sich in diesem Workshop auszutauschen oder inspirieren zu lassen, wie Smartphone, Tablet und Co sonst noch genutzt werden können. Der Termin zu diesem Workshop kann im Gesundheitsamt unter 04821/69531 oder per email ziegler@steinburg.de erfragt werden.


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