zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 21:49 Uhr

Jugendprojekt : Integration mit Breakdance und Billard

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein gemeinsames Projekt von Nordkirche und Itzehoer Berufsbildungszentrum ermöglicht Begegnungen zwischen deutschen und geflüchteten Jugendlichen.

„Wir möchten, dass in der dreitägigen Begegnung persönliche Kontakte vertieft und über gemeinsame und unterschiedliche kulturelle Grundlagen des Zusammenlebens gesprochen wird. Und das auf Augenhöhe.“ So fasst Veranstaltungsleiter Rolf Paulsen vom Regionalen Bildungszentrum Itzehoe (RBZ) die Ziele von „TEO Neu(es) Land“ zusammen.

TEO steht für „Tage Ethischer Orientierung“ und es handelt sich dabei um ein Integrationsprojekt der Nordkirche, in dem sich geflüchtete junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren mit gleichaltrigen Jugendlichen treffen, kennen und schätzen lernen. Um 20 Flüchtlinge und 18 deutsche Jugendliche aus Itzehoe, die im Rahmen von TEO drei Tage in der evangelischen Begegnungsstätte Koppelsberg bei Plön verbrachten, kümmerten sich 16 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des RBZ und der Nordkirche. Unterstützt wurde die Aktion finanziell vom Itzehoer Lions Club, der 1500 Euro aus seinem Stiftungsfond zur Realisierung der Fahrt beisteuerte.

„Bei diesen Treffen werden nachhaltige freundschaftliche Beziehungen zwischen jungen Migranten und deutschen Jugendlichen begründet“, berichtet Rolf Paulsen. Damit das gelingt und nicht langweilig wird, wurden verschiedene Workshops wie Fußball, Teakwondo, Breakdance, Percussion, Billard oder Selbstverteidigung angeboten, bei denen Spiel und Spaß nicht zu kurz kammen.

In der Kapelle der Begegnungsstätte bot beispielsweise der Wellenkamper Kantor Stephan Reinke einen Workshop für Percussion an, wobei vornehmlich den geflüchteten jungen Leuten die Freude an Musik und Rhythmus deutlich anzumerken war. Einen anderen Workshop leitete Kutiba „Dawit“ Al Ghawi (27) aus Syrien, der seine Schüler in Deutsch und Arabisch mit den schweißtreibenden Figuren des Breakdance vertraut macht. Al Ghawi: „Mein Beruf ist eigentlich Frisör, aber ich tanze seit meinem 14. Lebensjahr Breakdance und freue mich, dass ich hier als Lehrer mitmachen darf.“

Dass die Aktion auch einen ganz praktischen Nutzen hat, bestätigte Teilnehmer Rafie Habibzadh, ein 17-jähriger Afghane, der seit einem Jahr in Itzehoe lebt. Er nutzte sie, um sein bereits fließendes Deutsch weiter zu verbessern: „Ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl in Itzehoe. Damals bin ich über das Prinovis-Aufnahmelager hier angekommen und wurde überall freundlich empfangen und gut betreut. Ich möchte mein Deutsch weiter verbessern und auch Englisch lernen, um dann nach einer guten Ausbildung in Deutschland bleiben und arbeiten zu können.“

Für Reinhold Wenzlaff, Studiendirektor und Koordinator der Sprachausbildung am RBZ, ist dieses Projekt eine sinnvolle Ergänzung der Sprachausbildung von jungen Geflüchteten am RBZ: „Die freundschaftliche Beziehung zu gleichaltrigen deutschen Schülern beschleunigt die Integration“, so Wenzlaff. „Und letzten Endes wird dadurch auch der Einstieg in das Erwerbsleben erheblich erleichtert.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 24.Nov.2016 | 17:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen