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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 13:09 Uhr

Geflügelpest : Infizierte Möwe am Elbstrand

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Veterinäramt verhängt Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet. Strenge Auflagen für Geflügelhalter.

Jetzt hat auch der Kreis Steinburg seinen ersten infizierten Wildvogel: Eine am Elbstrand vor Kollmar gefundene tote Möwe wurde positiv auf den Erreger H5N8 getestet. Einen ersten Verdacht hatte es bereits nach einer Untersuchung durch das zuständige Landeslabor gegeben. Gestern morgen bestätigte dann das Friedrich-Loeffler-Institut das Ergebnis. Die Möwe trug die Geflügelpest in sich.

„Wir haben sofort alle Halter von größeren Geflügelbeständen in der Region informiert“, schildert Amtstierärztin Birte Hellerich den routiniert ablaufenden Alarmplan. Alle anderen werden die aktuelle tierseuchenrechtliche Verfügung heute wohl in der Post haben. Gleichzeitig wurde in einem Radius von drei Kilometern rund um die Fundstelle zur vorbeugenden Eindämmung der Tierseuche ein Sperrbezirk eingerichtet. Unmittelbar betroffen davon sind Teile der Gemeinden Kollmar und Neuendorf bei Elmshorn. Ein Umkreis von zehn Kilometern wurde zum Beobachtungsgebiet erklärt. Das betrifft die übrigen Teile von Kollmar und Neuendorf und zusätzlich Teile von Horst, Sommerland, Süderau, Krempe und Borsfleth, die kompletten Gemeindegebiete von Altenmoor, Kiebitzreihe, Herzhorn, Elskop, Engelbrechtsche und Blomesche Wildnis und Krempdorf sowie das gesamte Stadtgebiet von Glückstadt. Damit stehen weite Teile des südlichen Kreises Steinburg unter Beobachtung. Erst vor wenigen Tagen hatte ein infizierter Wildvogel in Burg/Dithmarschen behördliche Maßnahmen in Gang gesetzt. Seitdem ist auch das westliche Kreisgebiet von St. Margarethen bis kurz vor Wilster und hinauf bis einschließlich Wacken Sperrbezirk oder Beobachtungsgebiet. Jetzt gelten aber auch rund um Kollmar verschärfte Regeln für viele Tierhalter.

Zusätzlich zur ohnehin schon geltenden generellen Stallpflicht für Federvieh müssen Halter von Hühnern, Gänsen oder Enten strenge Hygienevorschriften beachten. Nur noch autorisierte Personen dürfen Stallungen betreten. Vor den Türen oder im Eingangsbereich müssen Schuhe und Kleidung desinfiziert werden. Kreisweit sind dem Veterinäramt aktuell mehr als 1000 Halter von Federvieh bekannt. Nur etwa 50 von ihnen verfügen über größere Bestände, betreiben ihr Geschäft auch gewerblich. Das Gros bilden Privatleute, die zum Teil nur wenige Hühner für den Eigenbedarf haben. Für alle aber, so betont Birte Hellerich, gelten die gleichen Regeln.

Während alle Halter von Federvieh bereits frühzeitig Post aus dem Kreishaus bekommen hatten und entsprechend informiert sind, kommt für alle in dem jetzt neu ausgewiesenen Sperrbezirk wie auch im Beobachtungsgebiet lebenden Besitzer von Hunden oder Katzen eine massive Umstellung zu. Ab sofort dürfen Hunde nicht mehr ohne Leine herumlaufen, Katzen sollten am besten das Haus nicht mehr verlassen können. Auch für alle Jäger gelten dort jetzt strenge Vorschriften. Sie dürfen allenfalls noch per Ausnahmegenehmigung, die in jedem Einzelfall geprüft werden müsse, auf die Pirsch gehen. Diese Vorschrift gilt im Sperrbezirk für die nächsten 21 Tage, im Beobachtungsbereich für die nächsten mindestens 15 Tage – wenn bis dahin nicht weitere infizierte Tiere gefunden werden. Die betroffenen Gebiete sind gestern von Mitarbeitern der jeweils zuständigen Ordnungsämter auch entsprechend ausgeschildert worden.


>Wie ein Hühnerhalter mit dem Thema umgeht, lesen Sie auf Seite 11

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