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Norddeutsche Rundschau

28. April 2017 | 20:07 Uhr

Itzehoe : Immer neue Probleme am Bahnhof

vom

Farbe kommt nicht gut an / Aufzüge werden erst im Herbst in Betrieb genommen / Toiletten wegen Vandalismus erneut geschlossen

Itzehoe | Diese Überraschung ist der Bahn gelungen: Als Fahrgäste gestern Morgen den Eingangsbereich des Itzehoer Bahnhofs erblickten, strahlte das Empfangsgebäude in kräftigem Rot. Ein bisschen zu kräftig und zu rot, wie Zugfahrer bemängelten, die erbost in der Redaktion - und teilweise sogar im Rathaus - anriefen. "Grottenhässlich", "scheußlich", "unmöglich" finden sie den Anstrich, ganz abgesehen davon, dass er offenbar völlig ohne Vorarbeiten auf die abblätternde alte Farbe angebracht worden sei.

Die neue Farbe sei im Zuge eines Programms angebracht worden, das den Itzehoer und andere Bahnhöfe "mit Farbe und Licht aufwerten" soll, erklärte Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis auf Nachfrage. Rot sei gewählt worden, um das Empfangsgebäude abzusetzen und die Architektur abzuheben gegenüber der Halle, die sehr hell gestrichen worden sei. Die Maler sollten "mit erdigen Farben" arbeiten, so Meyer-Lovis. "Wenn es knallrot ist, werden wir das auch nicht abnehmen."

Doch während an der einen Stelle auf Farbe und Licht gesetzt wird, sieht es an anderen Stellen düster aus: Die WC-Anlagen im Bahnhof waren zwar zwischenzeitlich geöffnet, sind jetzt aber erneut außer Betrieb. "Wir mussten sie schon wieder wegen Vandalismus schließen", erklärte Meyer-Lovis. "Die Toiletten sind total zerstört." So sei im Damen-WC die Spülung kaputt gemacht worden, im Herren-Bereich wurden Kabel aus der Wand gerissen und das Urinalbecken zerstört. "Die Aufträge zur Reparatur sind raus, wenn sie ausgeführt wurden, können die Toiletten wieder geöffnet werden", sagte Meyer-Lovis.

Die immer wieder geforderte Modernisierung rückt damit erneut in die Ferne. Eine vandalismussichere Erneuerung würde mindestens Kosten im oberen fünfstelligen Bereich verursachen und war daher abgelehnt worden (wir berichteten). Auch die Unterschriften, die von der Agenda 21-Gruppe für ein senioren- und behindertengerechtes Itzehoe gesammelt wurden, werden daran wohl in absehbarer Zeit nichts ändern. "Die Sanierung ist zu teuer", bekräftigte Meyer-Lovis. "Ich würde mir wünschen, dass mal Unterschriften gesammelt werden, dass so etwas nicht zerstört wird." Denn dass dies immer wieder geschehe, sei wirklich "bedauerlich und schlimm".

Bedauerlich findet er auch, dass die neuen Aufzüge noch immer nicht in Betrieb genommen werden konnten. Nach mehreren Verzögerungen war die Fertigstellung zuletzt für Mai angepeilt worden. Doch auch daraus wurde nichts. "Es gibt erhebliche Probleme mit der Stromversorgung", erklärte der Bahn-Sprecher. Diese reiche nicht aus, deshalb sind weitere Elektroarbeiten erforderlich. "Das ist ja nicht damit getan, mal kurz ein Verlängerungskabel auszulegen, das ist ja ein bisschen mehr", so Meyer-Lovis. Deshalb könnten die Fahrstühle nun leider erst im Herbst in Betrieb genommen werden.

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erstellt am 29.Jun.2012 | 07:36 Uhr

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