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Norddeutsche Rundschau

27. August 2016 | 10:09 Uhr

AVS Itzehoe : Im Unterricht wird gewischt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Digitale Revolution im Klassenraum: Die Auguste-Viktoria-Schule Itzehoe will in einer fünften Klasse alle Schüler mit Ipads ausstatten.

Wie es geht, wissen sie alle. Mit einem Tablet haben fast alle Fünftklässler schon gearbeitet. „Meist spiele ich allerdings darauf“, sagt die elfjährige Dana Ulrich. „Oder ich schaue Videos“, ergänzt Piet Finnern. „Aber ich habe auch schon mal was für die Schule gemacht“, sagt Veit Willmann.

Dass die Schüler das häufiger machen – das ist das Ziel von Sigrun Schmidt. Die Lehrerin hat laut eigener Aussage mit mehreren Mitstreitern an der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) die erste Klasse in Itzehoe ins Leben gerufen, die ab dem Sommer komplett mit Ipads lernen wird – und sich damit durch den Unterricht auf dem Display wischt. „Zwar haben wir wie andere Schulen auch, schon einige Tablets für den Unterricht, aber damit können die Schüler nicht zu Hause arbeiten“, sagt der stellvertretende Schulleiter Sönke Schulmeister. Das werde jetzt anders, wenn eine fünfte Klasse ab dem Sommer komplett mit mobilen Endgeräten ausgestattet würden. Die Lehrer sehen dadurch nur Vorteile des Projektes, das den Titel „Schule mit touch“ trägt. „Durch die Tablets ist eine individuellere Betreuung der Schüler möglich“, sagt Lehrer Benjamin Frahm. So könne er von seinem Arbeitsplatz aus in Echtzeit verfolgen, wie die Schüler Aufgaben lösen. „Da kann ich dann auch gleich eingreifen, wenn es irgendwo haken sollte.“ Vor allem sei es einfacher möglich, den Schülern individuell abgestimmte Aufgaben zu stellen. Ein Klassenraum wird gezielt mit Beamer und anderer Technik ausgestattet. Die Schüler bekommen eigene Fächer, in denen sie die Ipads einschließen können – falls sie sie mal nicht brauchen.

Doch das werde selten der Fall sein, sagt Frahm. „Die Ipads kann man in jedem Fach benutzen.“ Im Musikunterricht könne damit komponiert werden, im Sportunterricht Bewegungsabläufe analysiert werden. Und dank eines speziellen Stiftes, könne auf den Displays auch per Hand geschrieben werden. „Es wird natürlich auch weiter auf Papier gearbeitet“, sagt Sigrun Schmidt. Allerdings werde das die Ausnahme bleiben. Bücher und Hefte würden deutlich weniger gebraucht. Hausaufgaben würden auf dem Ipad gemacht, die Daten in der schuleigenen Cloud – einem virtuellen Datenspeicher – gelagert. Darauf könnten Lehrer auch zugreifen, wenn der Schüler das Ipad vergessen habe. „Ich weiß also immer, ob jemand seine Hausaufgaben gemacht hat“, sagt Sigrun Schmidt – und grinst. Und zum Lerninhalt gehöre auch, die Schüler im sicheren Umgang mit Daten zu schulen. „Das Bewusstsein dafür wird steigen“, glaubt Schmidt.

Das Ipad hat jedoch seinen Preis. Eltern können es per Mietkauf erwerben – für 28 Euro pro Monat. Allerdings gebe es Fördermöglichkeiten, sagt Sigrun Schmidt, die am Sonnabend das Konzept auf dem Tag der offenen Tür interessierten Eltern vorstellen will. Ziel sei es, irgendwann jeden Schüler mit einem Ipad auszustatten. „Das klingt heute noch wie Zukunftsmusik, in einigen Jahren wird das Standard sein“, sagt Sönke Schulmeister. Schon jetzt würden Firmen bei neuen Mitarbeitern den sicheren Umgang mit neuen Medien voraussetzen. Jugendliche könnten schon in der Schule lernen, eigene Präsentationen zu erstellen, interaktive Inhalte zu generieren. Dem AVS-Team ist besonders wichtig, dass es auch selbst Lerninhalte für die Tablets gestaltet. „Das bedeutet zunächst mehr Arbeit, rechnet sich aber langfristig“, meint Sigrun Schmidt. Dazu werde die Schule Lehrbücher in digitaler Form nutzen. Das minimiere nicht zuletzt den Papierverbrauch.

Und wenn Schüler versuchen sollten heimlich im Unterricht im Netz zu surfen, könnten die Lehrer einschreiten. „Die Verbindung zum Netz kann ich per Knopfdruck abschalten“, sagt Schulmeister, der allerdings auf einen praktischen Vorteil für die Schüler hinweist. „Wir müssen nicht mehr die ganzen schweren Bücher zur Schule tragen“, sagt Dana Ulrich, die das Ipad gar nicht mehr aus der Hand legen will.



> Der Tag der offenen Tür an der AVS, Große Paaschburg 68, findet Sonnabend, 6. Februar, von 9 bis 12 Uhr statt.

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erstellt am 05.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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