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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 11:13 Uhr

Landleben : Im Jubiläumsjahr 40 neue Mitglieder

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zweitältester Landfrauenverein in Schleswig-Holstein wächst und wächst . Beim Erntedank in Neuendorf-Sachsenbande wurde auch die Gründung vor 70 Jahren gefeiert.

Frauke Franzenburg begrüßte zirka 160 Gäste zu einer für den Landfrauenverein Wilstermarsch besonderen Erntedankfest im Landgasthaus „Zum Dückerstieg“. Der Verein wurde vor 70 Jahren gegründet und ist somit nach Eutin der zweitälteste im Land. Cäci Krey hat am 9. Mai 1946 den Landfrauenverein mit 96 Mitgliedern ins Leben gerufen. Vorangegangen war der „Landwirtschaftliche Hausfrauenverein für die Wilstermarsch“ von 1927, der sieben Jahre später von der NSDAP aufgelöst wurde.

Eingeladen zu dem runden Geburtstag waren ehemalige Vorstandsmitglieder, die Vorstände der Ortsvereine im Kreis Steinburg und die Vorsitzende vom Nachbarkreis Dithmarschen sowie Pastorin Telse Möller-Göttsche. Frauke Franzenburg ging in ihrer Begrüßung auf den Jahresverlauf ein, der einige Hindernisse für die Landwirte bereithielt. „Für uns war es eine gute Ernte, in diesem Jahr haben wir über 40 Mitglieder dazugewonnen.“

Telse Möller-Göttsche erklärte, dankzusagen ist nicht nur für das, was gewachsen ist, sondern auch über alles, über das sich Menschen freuen und was ihnen gut tut. „Wir können säen und düngen und ein bisschen begöschern, aber dann müssen wir abwarten, am Wetter können wir nichts ändern.“

Heike Nagel hielt die Festansprache und gab Informationen über 70 Jahre Landfrauenarbeit. Dabei berichtete sie von einigen Neuerungen, die der Wilstermarsch-Vorstand oft auch gegen den Kreis- und Landesverband durchgesetzt hat. Seit 1993 wird der Verein von einem Kollektiv-Vorstand geleitet, ein Konzept, für das keine Zukunft gesehen wurde. Jeweils drei Damen teilen sich die Arbeit, die in entsprechende Aufgabenfelder gegliedert ist. Trotzdem halten die Landfrauen auch an Traditionen fest und pflegen mit der Trachtengruppe nicht nur althergebrachte Tänze, sondern auch die Wilstermarsch Tracht von 1793.

Als Überraschung hatte Frauke Franzenburg alle relevanten Fakten der Vereinsgeschichte in einer Chronik zusammengetragen. Jedes Mitglied erhält in den nächsten Tagen mit dem neuen Programm ein Heft überreicht.

„Der Landesverband ist stolz auf seinen stärksten Verein und wünscht weiterhin viel Erfolg“, sagte Petra Poethke vom Landespräsidium. Die Vorsitzende vom Kreisverband, Martina Greve, gratulierte herzlich und sprach von Frauen Power aus der Wilstermarsch. „Cäci Krey gründete den Wilstermarsch Verein, ein Jahr später den Landesverband, 1951 hat sie bei der Entstehung des Kreisverbandes mitgewirkt. Elke Göttsche aus Brokdorf war 16 Jahre lang die Kreisvorsitzende und Antje Starck aus Beidenfleth ist unsere Kassenführerin im Kreis – mehr geht fast nicht.“ Trotzdem warb sie für den Posten einer Beisitzerin im Landesverband, der im nächsten Jahr vom Kreis Steinburg besetzt werden soll. Karla Harder gehörte dem Dreier-Team von 1993 bis 2008 an und dankte dem aktuellen erweiterten Vorstand für die erfolgreich geleistete Arbeit im Namen der Ehemaligen mit Sonnenblumen.

Musikalisch fasste das Duo Herbert Frauen und Stefan Haack die Vereinsgeschichte zusammen. „Der Verein ist älter als unser Land und zu Beginn kostete die Mitgliedschaft sechs Reichsmark, in den Wintermonaten war Heizmaterial zu den Versammlungen mitzubringen.“ Herbert Frauen wies auf die zeitlosen Vorträge über Sirup- und Wurstmachen, elektrisch Kochen und das Einfrieren in Kühltruhen, besseres Verstehen zwischen Jung und Alt, aber auch Wechseljahre und Blasenschwäche oder Internet und PC-Kurse hin. „Man sieht: vun nix kummt nix.“

Das Schlusswort hatte das dienstälteste Vorstandsmitglied Silke Wille, die bereits seit 17 Jahren im Vorstand mitarbeitet. Sie dankte für die netten Worte und Geschenke, für die Teilnahme an den Veranstaltungen und lud ein, weiter mitzumachen. „Landfrauenarbeit – aktiv und passiv – macht einfach Spaß.“

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