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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 03:03 Uhr

Interview : „Ich wollte etwas Neues ausprobieren“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach fünf Jahren als Leiter des Marner Kultur- und Bürgerhauses zieht Wolf Eismann eine positive Bilanz.

Seit April 2011 leitet Wolf Eismann das Kultur- und Bürgerhaus. Zu diesem Anlass erinnert er mit einer kleinen Plakatschau in den beiden Backens-Räumen an ausgewählte Veranstaltungen. Nach fünf Jahren ist es aber auch ein guter Zeitpunkt für ein Resümee. Wolf Eismann spricht über Besucherzahlen, Kooperationen und den Freundeskreis des KBH, den Förderverein.


Herr Eismann, vor fünf Jahren haben Sie sich angeboten, um die Leitung des Kultur- und Bürgerhauses zu übernehmen. Welche Voraussetzungen haben Sie mitgebracht und mit welchen Erwartungen gingen Sie an den Start?
Ich habe eine kaufmännische Ausbildung, war mal über drei Jahre Leiter einer freien Theatergruppe und arbeite seit vielen Jahren als Autor und Journalist. Als die Möglichkeit bestand, das Kultur- und Bürgerhaus zu übernehmen, war ich an einem Punkt, wo ich nochmal etwas ganz Neues ausprobieren wollte. Meine Erwartungen waren, dieses wunderbare Haus mit kulturellem Leben zu füllen. Auf einem möglichst hohen Niveau für eine möglichst breite Bevölkerungsschicht.


Wie schaffen Sie es, das Publikum ins Kultur- und Bürgerhaus zu locken?
Dafür gibt es nicht wirklich ein Rezept. Ich versuche, möglichst hochwertige und spannende Veranstaltungen anzubieten. Und dabei achte ich darauf, viele unterschiedliche Interessen zu bedienen. Das Haus zu füllen, funktioniert nicht immer, aber immer öfter.


Das Kultur- und Bürgerhaus stand immer wieder in der Kritik, weniger Programm für die Bürger als Kultur zu machen?
Stimmt, darüber wurde lange diskutiert. Da waren die Stadtverantwortlichen aber ein bisschen ungeduldig. Es braucht Zeit, bis sich solch ein Haus etabliert. In der letzten Zeit hat das Haus mehr und mehr auch die „Bürgerhaus“-Schiene gepflegt. Und so ist es inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes ein Kultur- und Bürgerhaus.


Was für Beispiele können Sie nennen?
Beim „Offenen Singen“ von Dorit Söhl kommen monatlich inzwischen 50 Leute. Das Kindermalen mit Heinke von Horsten bieten wir aufgrund der großen Nachfrage ab Mai sogar mit einem zweiten Termin pro Monat an. Dann möchte die Alzheimer-Gesellschaft Dithmarschen bei uns eine Anlaufstelle für eine Selbsthilfegruppe in Süderdithmarschen einrichten. Und Geburtstage und Hochzeiten werden inzwischen hier gefeiert, regelmäßig treffen sich zudem acht Paare im großen Saal zum Tanzunterricht.

Die Ausstellung Schul-Art ist gerade zu Ende gegangen. Am morgigen Donnerstag um 15.30 Uhr werden die diesjährigen Preise vergeben. Wie läuft die Zusammenarbeit mit den hiesigen Schulen?
Vier Mal im Jahr organisiere ich eine Veranstaltung für Kita-Kinder. In diesem Monat konnten wir von Goethes „Faust“ nach der Abendvorstellung eine zusätzliche Aufführung am Vormittag für das Gymnasium anbieten. Ende April kommt in Zusammenarbeit mit der Elster-Buchhandlung der „Buchalarm“ zu uns. Da stellt eine Hamburger Expertin für Kinder- und Jugendbücher die besten Neuveröffentlichungen vor. Und viele Schulklassen besuchen inzwischen regelmäßig vormittags unsere Ausstellungen.


Wie haben sich die Besucherzahlen in letzter Zeit entwickelt?
Im vergangenen Winterhalbjahr kamen fast 3000 Leute in unser Haus. Ein Jahr vorher waren es knapp 1700. Das ist doch eine erfreuliche Entwicklung.

Sie haben sich – neben Ihren drei Mitarbeitern – mit dem Freundeskreis Unterstützung für das Haus hinzugeholt?
Richtig. Dieser Freundeskreis besteht seit 2013 und finanziert unter anderem unser Kindertheater. So können wir die Karten deutlich günstiger anbieten. Übrigens wird sich der Freundeskreis am kommenden Sonntag der Öffentlichkeit vorstellen. Um 11.30 Uhr laden die Mitglieder zu einem Sonntagsbrunch ein. Ich werde dazu einige Filmausschnitte aus Programmen zeigen, die in den nächsten Monaten zu Gast sein werden. So bekommt man sicher einen guten Überblick. Der Eintritt ist frei.

Was würden Sie für die kommenden Wochen besonders empfehlen?
Im Mai einen Klavierabend mit Yorck Kronenberg, ein von der Kritik hochgelobter Pianist aus Berlin. Im Juni Stefan Weinzierl, der das Publikum auf eine musikalische Hörreise von Bach bis Blues einlädt: mit Marimba, Vibraphon und Percussion. Im Juli liest Ruth Rockenschaub bei uns dann erotische Literatur aus zwei Jahrtausenden. Das sind nur drei Beispiele. Unmöglich, hier alle Highlights aufzuzählen!


> Das Kultur- und Bürgerhaus in der Schillerstraße 11 in Marne ist zu erreichen unter Telefon 04851/95969710 und per Email unter info@kbh-marne.de. Öffnungszeiten: Do. - So., 15 - 18 Uhr.

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