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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 19:21 Uhr

Pferdezucht : Holsteiner-Nachwuchs präsentiert sich

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Heute ist Fohlenchampionat auf der Reitanlage des Grafen zu Rantzau auf Schloß Breitenburg.

Gestern besuchte die Fohlenprämierungskommission zehn Betriebe im Kreis und heute kommen noch sechs dazu. An zwei Tagen werden im Körbezirk Steinburg 162 Fohlen und einige Nachträge begutachtet und mit dem Erkennungszeichen des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes markiert. Auf dem Hinterschenkel wird das Brandzeichen gesetzt. Die besten Fohlen dieses Jahrganges werden heute Nachmittag gegen 15.30 Uhr beim Fohlenchampionat der Sparkasse Westholstein auf dem Schloss Breitenburg vorgestellt.

In diesem Jahr werden 81 Hengst- und 81 Stutfohlen, die 2016 geboren wurden und mindestens acht Wochen alt sind, begutachtet. Die Körkommission, bestehend aus Christian Thoroe aus Haselund, Thomas Nissen aus Kiel und Hans-Joachim Ahsbahs aus Bokel, achtet auf den Typ und die Bewegung neben der Mutterstute. Zum einen wird die Korrektheit des Körperbaus und die altersgemäße Entwicklung mit einer Note von 0 bis 10 bewertet, zum anderen der Schritt und hauptsächlich der Trab. Neben der vorhandenen Grundqualität beurteilen die Richter das zukünftige Entwicklungspotential.

Auf dem Hof von Bettina Rickers-Haß in Herzhorn-Borndeich werden 14 Fohlen einem interessierten Publikum vorgestellt. In einem eingezäunten Parcours laufen die Fohlen neben der geführten Mutter. Die Moderation der einlaufenden Pferde übernimmt Hans-Heinrich Peters. Er stellt die Abstammung und die Lebensdaten vor und verkündet auch das Bewertungsurteil: Von den 14 Fohlen werden sechs prämiert.

Die Anzahl der Fohlen ist landesweit zurückgegangen. Im Jahr 2010 wurden im Kreis Steinburg noch 262 Fohlen gebrannt. Züchter Harm Thormählen aus Kollmar erklärt: „Wir haben eine Überproduktion an Reitpferden. Der Preisverfall war so gravierend, dass viele Züchter aufgegeben haben. Ich habe aber das Gefühl, dass das Preis-Tal überstanden ist.“

Gekört und gebrannt werden nur solche Fohlen, die von einem anerkannten Holsteiner Hengst und einer eingetragenen Stute abstammen. Die meisten vorgestellten Fohlen sind braun. Daneben gibt es als weitere Farben auch Fuchs (rotbraun), Rappe (schwarz), Schimmel (weiß) oder Rakaschi (ein Rappe, der mit den Jahren „durchschimmelt“). Nach der Vorstellung der Fohlen wird dann von Arndt Ehlers mit einem heißen Eisen das markante H mit einer wechselnden Nummer als Kennung auf die Haut gebrannt, sodass an dieser Stelle keine Haare wieder wachsen. Auf die Schmerzen des Brennens angesprochen, erklärt Züchter Karl-Ernst Kruse-Soenke: „Die Hautberührung mit dem heißen Eisen ist so kurz, dass die Fohlen zwar einen Schreck bekommen, den Schmerz aber kaum spüren. Das Einbringen eines Chips am linken Hals zur Kennzeichnung der Pferde mit acht Wochen ist viel problematischer.“

Auf dem Chip ist eine Nummer elektronisch auslesbar, durch die das Pferd einschließlich des Geburtsjahres eindeutig zu identifizieren ist. Zur Überprüfung der angegebenen Abstammung muss zusätzlich ein Haarbüschel eingeschickt werden, dass auf genetische Übereinstimmung mit den angegebenen Eltern abgeglichen wird. Das Markenzeichen der Holsteiner Pferde ist und bleibt aber unverkennbar das Brandzeichen, da es von jedem sofort äußerlich zu sehen ist und auch bei großen Turnieren den guten Ruf dieser Rasse sichtbar in die Welt trägt.

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