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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

Reiselust : Hohenasper zu Besuch in Kirgisistan

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Austausch mal anders herum: Sönke Theilken reist zu Ex-Aupair Jazgul nach Zentralasien

Sönke Theilken aus Hohenaspe nahm vier Jahre lang Aupairs aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt auf. Zu einem Teil der ausländischen Gäste hat Familie Theilken nach vielen Jahren immer noch Kontakt. So zum Beispiel zu Jazgul, die vor zehn Jahren von der Aupair-Agentur aus Kirgisistan in die norddeutsche Familie kam. Obwohl die junge Frau nach einem Jahr wieder in ihre Heimat zurückreiste, blieb ein Kontakt bestehen. Jetzt war Sönke Theilken zum zweiten Mal zu Besuch dort.

Der Hohenaspe ist reisefreudig, interessiert sich für das Leben in fernen Ländern. Der 44-jährige Sicherheitsbeauftragte flog zirka 8,5 Stunden über Istanbul bis in die Landeshauptstadt Bischkek. Der ständige Wechsel zwischen Kälte und Wärme im Reiseland sind eine Herausforderung. Bei Durchschnittswerten von 44 Grad mit geringer Luftfeuchtigkeit im August ist es kaum auszuhalten. Wenn die Temperaturen fallen, wird es bitter kalt. Aber auch die Tages-Nacht-Schwankungen sind enorm.

Die Heimat von Jazgul grenzt im Norden an Kasachstan, im Südosten an China und an Tadschikistan sowie im Westen an Usbekistan. Das 5,5 Millionen-Einwohner-Land in Zentralasien ist vorwiegend muslimisch geprägt, und viele Menschen sind sehr arm.

Inzwischen arbeitet Jazgul als Taxifahrerin in der Landeshauptstadt Bischkek und hat es nicht leicht als Frau in dem Job. Vor zehn Jahren war sie nach Deutschland gereist, um Sprache und Kultur kennen zu lernen. Geschätzt hat sie in Deutschland, dass Frauen allein unterwegs sein können, denn die Kriminalitätsrate in Kirgisistan ist hoch. Besonders fasziniert hat Jazgul damals die Pünktlichkeit der Deutschen.

Die Großfamilie lebt auf dem Land und bewirtschaftet auch einen kleinen Bauernhof zur Selbstversorgung. 1800 Meter hoch liegt der Hof, das Klima ist gemäßigt. Um dort hinzukommen, müssen im Gebirge Passagen bis 3500 Meter Höhe durchquert werden.

Sönke Theilken wurde herzlich empfangen. Die mitgebrachten Geschenke wie Obst, Süßigkeiten und Textilien von einem Itzehoer Fitnessverein wurden freudig entgegengenommen. Zum Beweis der Gastfreundschaft wurde ein Lamm geschlachtet und zubereitet. Das Fleisch gab es gekocht zum Frühstück – gewöhnungsbedürftigt mit Weißbrot und Marmelade –, zum Mittag und am Abend. Der Ofen wird mit getrockneten Kuhdung beheizt. Strom gibt es auf dem Land nicht regelmäßig. Die Felder konnten noch nicht bestellt werden, weil Geld für Kraftstoff für den Traktor fehlte. Der Hohenasper unterstützt die Familie finanziell, Als Dank wurde die kleine Straße zum Hof nach ihm benannt.

Auch in der Stadt fehlt es an einer Kanalisation. „Für Europäer ist der Gang zur Toilette immer eine Herausforderung“, berichtet Theilken. Die Straßen sind auch in den Städten selten befestigt. Touristen verschlägt es kaum in das Land mit den vielen Naturschönheiten. Unterrichtet wird in der Schule Englisch und Russisch, aber auch Deutsch steht zur Wahl.

Auf dem Hof seines ehemaligen Aupair-Gastes findet Theilken ein Bett in den Zimmern vor. „Alles im Haus ist sehr sauber.“ Aber die Kinder der Familie schlafen auf dem Boden mit den reich ausgestatteten bunten Teppichen.

Eigentlich hatte der Hohenasper auch für zwei Tage in den Süden von Kirgisistan, nach Dschalalabat und nach Osch, reisen wollen, um die Seidenstraße zu besichtigen. Da es dort aber im Jahr 2010 bürgerkriegsähnliche Zustände mit vielen Toten gab und die Lage immer noch gefährlich ist, wurde die Reise kurzfristig abgesagt. So ging es nach neun Tagen bei Jazgul zurück nach Europa – voll mit vielen Erlebnissen und einem reichen Schatz an Erfahrungen.

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