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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 23:28 Uhr

Hoftag im Zeichen der Milchkrise

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sven und Stefanie Krey öffnen für einen Tag alle Türen ihres Landwirtschaftsbetriebes in Hollerwettern

„Wir haben auf gutes Wetter und dann viele Gäste gehofft“, sagt Stefanie Krey rückblickend. Mit ihrem Mann Sven stellte die junge Landfrau beim Tag des offenen Hofes den gemeinsamen Betrieb in Wewelsfleth-Hollerwettern vor.

Bereits vor dem offiziellen Beginn waren zahlreiche Gäste gekommen, um sich bei einem Frühstück vom Landfrauenverein Wilstermarsch zu stärken. Der Platz in der Diele reichte beim Gottesdienst nicht aus, viele Besucher standen vor der Tür und verfolgten die von Pastor Jens Siebmann gehaltene Andacht.

Auf dem kompletten Hofgelände zeigten sich kunsthandwerkende Landfrauen, aber auch Thies Lindemann aus St. Margarethen war mit seiner mobilen Schmiede vor Ort und fertigte Gartendeko. Der Landjugendverein Wilstermarsch hatte mit dem heißen Draht und einem „Haut den Lukas“ nicht nur Aktionen für die Kinder aufgebaut.

Der Kreislandfrauenverein und der Kreisbauernverband stellten ihre Arbeit vor und sich den Fragen zur aktuellen Lage in der Landwirtschaft. „Das die Situation existenzbedrohend ist, wissen wir alle“, fasste Peter Mau-Hansen zusammen. „Es haben schon Gespräche stattgefunden und die nächste Zusammenkunft findet noch in diesem Monat statt“, erklärte der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Der Abwärtstrend bei den Milchpreisen läuft jetzt knapp zwei Jahre, ein Ende ist noch nicht abzusehen. „Zu normalen Zeiten haben wir zwei bis drei Prozent Betriebsaufgaben im Jahr, jetzt sind es wohl doppelt so viele. Und wenn der Preisabfall anhält, kommt noch ein richtiger Schub am Jahresende“, wagt Mau-Hansen eine Schätzung.

„Die Wilstermarsch ist sehr bodenständig, ich habe eine gesunde Familie, das ist wichtig“, sagt Peter Lucht. Der Landwirt aus Beidenfleth weiß, dass es kein Patentrezept in der jetzigen Lage gibt, auch, „wenn es nicht prickelnd ist.“ Amtsvorsteher Helmut Sievers sieht die Schwierigkeiten, vor denen seine Berufskollegen stehen, wenn er als Amtsvorsteher auch nicht viel damit zu tun hat. „Es muss sich alles regulieren, wie, kann momentan keiner sagen.“

Die Vorsitzende des Landfrauenvereins, Heike Nagel, melkt auf dem Familienbetrieb 70 Kühe. „Wir sind nur ein kleiner Betrieb“, sagt sie, „aber der Tiefpunkt von 2009 mit unter 20 Cent ist fast erreicht.“ Zum Hoftag auf dem Krey-Hof bot sie mit ihrem Team frische Waffeln und ein umfangreiches Kuchenbuffet an, die landwirtschaftlichen Probleme wurden vorerst in die zweite Reihe gestellt.

Bei den sommerlichen Temperaturen herrschte im Dielen-Café angenehme Kühle. Draußen erfrischten sich die Besucher mit dem selbstgemachten Eis vom Hof-Hochgenuss Knut und Stefanie Schröder aus Elskop. Ingo Engelbrecht hielt würzige Pommes, Gyros und Burgunderbrötchen bereit und Kerstin Theill grillte Wildbratwurst. Ute und Gerd Krey verkauften die frische Landmilch an der Milchtankstelle und die Deicheier. Sven Krey erklärte die beiden Hühnermobile am Elbdeich, wo auch Eiersuchen durchgeführt wurden. „Mit so viel Resonanz haben wir nicht gerechnet“, erklärten Sven und Stefanie Krey. „Hier wurde richtig was auf die Beine gestellt“, zeigte sich Karin Thissen beeindruckt. Die Bundestagsabgeordnete (SPD) aus Itzehoe ist im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft tätig und war am Aktionstag bereits auf drei anderen Höfen gewesen. Sie unterhielt sich angeregt mit Antje Starck und Waltraud Schümann vom Kreislandfrauenvorstand.

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erstellt am 23.Mai.2016 | 10:14 Uhr

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