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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2016 | 05:22 Uhr

„Hoffnung“ liegt in Trümmern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach dem Feuer in der Beidenflether Windmühle laufen die Ermittlungen zur Brandursache

Für die Beidenflether Mühle „Hoffnung“ besteht offenbar keine Hoffnung mehr. Nach dem Totalverlust durch ein Großfeuer, das in der Nacht zum Sonntag sowohl die 175 Jahre alte Mühle als auch das angegliederte Wohnhaus zerstörte, wird es vermutlich keinen Wiederaufbau der Galerie-Holländermühle geben. Davon geht Bürgermeister Peter Krey aus, der auch gestern wieder mit Wehmut auf die Trümmer der Mühle blickte, die unter Denkmalschutz stand.

Die Kriminalpolizei Itzehoe hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt. Wie die Pressesprecherin der Polizeidirektion Itzehoe, Merle Neufeld, mitteilte, dauern die Ermittlungen der Itzehoer Kripo an. Auch nach der gestrigen Besichtigung der Ruine durch die Brandermittler steht die Brandursache noch nicht fest. Hinweise auf eine Brandstiftung liegen bis jetzt nicht vor, so dass nach Einschätzung der Beamten vermutlich eine technische Ursache zu dem Feuer geführt hat. Das Feuer in der leerstehenden Mühle forderte eine Verletzte: Eine Feuerwehrfrau war mit leichter Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens bleibt weiterhin unklar. Bei dem Eigentümer des Gebäudes dürfte es sich um den letzten Bewohner handeln, der aktuell in Lappland lebt. Laut Nachbarn lebt das Ehepaar Kannegieter jetzt im Norden Skandinaviens und züchtet Hunde. Petra Kannegieter hatte bis vor wenigen Wochen noch die physiotherapeutische Praxis im Gesundheitstreff der Gemeinde Beidenfleth geleitet.

Bäckermeister Heiko Gerulat, der ganz in der Nähe seinen Handwerksbetrieb führt, hat das Großfeuer in der Brandnacht hautnah miterlebt. Nach gut einer halben Stunde sei die Mühle komplett zusammengestürzt. Teile des brennenden Gebälks waren in den Verbindungsgang zwischen der Mühle und dem benachbarten Grundstück Eckelmann gestürzt. Ein schwerer Balken kippte noch auf das Pfannendach des Hauses Eckelmann, doch gab es nur geringen Schaden. Weitaus größer dürfte allerdings der Wasserschaden in diesem Gebäude sein. Es drückte während der Löscharbeiten vom Deich hinten in das Wohnhaus, durchströmte das Gebäude und trat an der Straßenfront wieder aus der Haustür nach außen. Das Feuer hat die Mühle gleichsam dem Erdboden gleichgemacht. An der Stelle, an der die historische Mühle auf dem Deich gestanden hatte, zeugen nur noch verkohlte Balken und Metallteile aus der Mühlentechnik von dem tragischen Geschehen am frühen Sonntagmorgen. Mit dem Großfeuer war ein starker Funkenflug verbunden. Besorgt waren die Segler um das Dach ihrer Bootslagerhalle, doch hatte es dem Funkenflug widerstanden. Zeltplanen, mit denen Piratenboote im Außengelände abgedeckt waren, sind aber durch glühende Teile beschädigt worden. 

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erstellt am 18.Apr.2016 | 17:17 Uhr

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