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Norddeutsche Rundschau

29. März 2017 | 03:36 Uhr

Hockey : Hobbyliga im Wettkampf-Fieber

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Zum zweiten Mal spielen die Amateur-Spieler in der Brokdorfer Eissporthalle um Tabellenplätze und einen Wanderpokal.

In dieser Saison startet zum zweiten Mal die Brokdorfer Hobbyliga mit einem eigenen, fest gesetzten Spielplan. Im wöchentlichen Rhythmus treten hier sechs Mannschaften einmal jeweils alle gegeneinander an. „Wir spielen aber ohne Play-Offs“, sagt Organisator und Leiter Kai Hennings. Am Schluss erhält der Sieger in der Tabelle einen Wanderpokal.

Eines bemerkt der Zuschauer sofort: Hier geht es kräftig zur Sache. Die Mannschaften nehmen die Spiele ernst. Dennoch hat Schiedsrichter Marc Stüven trotz der umkämpften Partie keine Probleme. Wenn es zu hart wird, werden auch Strafen und Sperren ausgesprochen. „Derartige Hobbyligen gibt es sonst in Westdeutschland und in Hamburg“, erzählt Eismeister Lutz Stüven. „Nun hatten wir auch die Idee, die Teams mit einheitlichen Trikots in Punktspielen gegen die anderen Mannschaften antreten zu lassen.“ Die Mannschaften, die hier mitmachen, haben ihre wöchentlichen Hallenzeiten fürs Training fest gebucht, wollen sich aber auch einmal mit anderen Teams messen. So machen bis dato sechs Mannschaften mit: die „Barracudas“ und die „Young Barracudas“ aus Brokdorf, die „Elbwölfe“ aus der Wilstermarsch, die „Moorhaie“ aus der Krempermarsch sowie die „Mammuts“ und die „Elbepiraten“ aus Hamburg. Alle haben sich eine komplette Ausrüstung und Trikots mit Namen darauf angeschafft.

Während die Mannschaften aus dem Kreis Steinburg nur in der Winter-Saison aktiv sind, trainieren die anderen aus Hamburg das ganze Jahr hindurch, was ihnen einen deutlichen Vorteil verschafft. „Wir haben geplant, dass andere auch mitmachen. Die Liga soll noch aufgestockt werden“, so Kai Hennings. Einige weitere Teams, die in Brokdorf trainieren, trauen sich eine Teilnahme aber noch nicht zu. So gibt es noch die „Ice Bulls“, die „Huskies“ oder den „CCC“ („Cola Carolus Club“) aus Brokdorf, mit denen schon Gespräche geführt wurden. Ein Spiel dauert hier wie bei den Profis drei Mal 20 Minuten, es gibt Bullys, Zeitstrafen und Musik, sobald das Spiel unterbrochen ist. Bei einem Tor ertönt eine Schiffssirene. „Wir verzichten wegen der Unfallgefahr bewusst auf das Checken“, erläutert Lutz Stüven. In den nur fünf Minuten dauernden Pausen wird das Eis allerdings nicht erneuert.

In der Schiedsrichterloge sitzt während des Spiels die Turnierleitung hinter dickem Sicherheitsglas mit dem Organisator der Liga, Kai Hennings. Neben ihm nimmt Zeitnehmer und Eismeister Lutz Stüven Platz. Dieser bedient über drei Tablets die Uhr und die Anzeigentafel, auf der die Ergebnisse und die noch zu spielende Zeit angezeigt werden. Torschützen halten sie über zuvor gemeldete Namen und Nummern fest. „Wir machen es wie in den großen Eishallen. Das ist bei den Profis gang und gäbe“, sagt Lutz Stüven.

Über seinen Laptop gibt Kai Hennings die Strafzeiten ein und spielt die Bulli- und Tormusik an, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Zurzeit gibt es neben Sonntags- auch Mittwochs- und Donnerstags-Spiele, in der kommenden Saison sollen die Partien dann aber nur noch von Freitag bis Sonntag statt finden.

Normalerweise spielen die Teams mit 15 Mann in drei Angriffs-Reihen. „Manche Teams können aber auch nur mit zwei Reihen aufwarten und müssen mit zehn Mann auskommen“, bedauert Lutz Stüven. So auch die Moorhaie, die an diesem Abend aufgrund ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit deutlich verlieren. Trotzdem machte es ihnen allen einen Riesenspaß, wie Spielertrainer Andreas Bischoff auf der Bank der Moorhaie sagte. Sie haben sich bereits vor 30 Jahren in den Moorkuhlen von Krempermoor gegründet, zunächst in Haselfeld in Niedersachsen gespielt und nun mit dem Bau der Eishalle in Brokdorf ein festes Domizil gefunden. „Im vergangenen Jahr sind wir Dritter oder Vierter geworden“, so genau wusste er das nun auch nicht mehr, „und beim Eispokal knapp am Finale gescheitert.“ Aber sie alle hätten Spaß am Eishockey, nur im Moment etwas Verletzungspech, da einige von ihnen auch noch Fußball spielten. Zu den „Elbwöllfen“, einst heftige Rivalen, habe sich inzwischen sogar eine enge Freundschaft entwickelt. „Wir spielen alle körperlos, Puck- oder Schlägerverletzungen gibt es nicht“, sagte er.

Einige Mannschaften bringen bei freiem Eintritt auch ihre eigenen Zuschauer mit, in Spitzenspielen wurden schon bis zu 60 Besucher gezählt. Drei davon waren beim ersten Spiel Susanne Döring, Nadine Hansen und Jessica Barneik aus Hamburg. Selbst mit Decken versorgt, machten sie sogleich ein großes Plus in der Halle aus: „Es ist nicht so kalt hier“, sagte Susanne Döring. „Die Tribüne ist super, es gibt gute Musik, die nicht zu laut ist“, ergänzte Nadine Hansen. Nur das Eis, das sei nach zwei Dritteln schon arg ramponiert.


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erstellt am 31.Okt.2014 | 11:00 Uhr

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