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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 05:37 Uhr

Kringelmarkt : Herzhorn im Kringel-Fieber

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Für das traditionelle Dorffest um das Anisgebäck nehmen Besucher weite Wege in Kauf. Filmemacher begleiten die Veranstaltung mit der Kamera.

Willi Lehmann strahlt. Seine letzten Aniskringel sind gebacken, die ersten schon verkauft. Punkt 14 Uhr mit Beginn des Herzhorner Kringelmarktes ist es voll auf dem Dorfplatz. „Das Wetter hat sich zurechtgelaufen“, sagt Lehmann zufrieden. Die Besucher genießen herrlichsten Sonnenschein. Am Morgen hatte es noch geregnet.

Wie viele Kringel er und die anderen vier Bäcker produziert haben für das Dorffest, verrät Lehmann nicht. Nur so viel: „Wir haben durchgearbeitet. Gestern hat das ganze Dorf nach Anis gerochen.“ Fast alle Familienmitglieder helfen dem Veranstalter des Kringelmarktes. Sohn Kevin (18) steht am Glücksrad und verkauft Lose. Es macht ihm Spaß, denn der Andrang ist groß. Die Besucher stehen in Dreierreihen an, um einen der begehrten Aniskringel zu ergattern.

Die Herzhornerin Partricia Hass steht mitten in der Menge mit ihrem Los mit der Nummer 36. „Bisher habe ich in jedem Jahr gewonnen und ich komme hier her seitdem ich ein Kind bin“, sagt sie. Und auch in diesem Jahr hat sie Glück. Als Kevin Lehmann ihre Nummer aufruft, lächelt sie glücklich und hebt ihre Hand. „Hier!“ Die Kringel schmecken ihr am besten traditionell mit Butter.

Auch Tobias Mayer und seine Söhne Finn Lukas und Tjark Ole haben schon beim Verdrehen gewonnen. „Das erste Los, der erste Gewinn“, sagt der heutige Nordfriese. Aufgewachsen ist er Kollmar. Heute ist er extra für das Dorffest angereist. „Ich bin das erste Mal sei 19 Jahren wieder beim Kringelmarkt – und es ist immer noch so schön wie früher.“ Nur die Gebäude um den Markt herum hätten sich ein wenig verändert.

Ihren Premierenbesuch auf dem Kringelmarkt macht Nadine Heins aus Kiebitzreihe. „Es ist überschaubar, aber gut.“ Einen kleinen Kringel hat sie sich gekauft, einen großen hofft sie später noch zu gewinnen. Wer kein Glück hat, kauft sich einfach einen Kringel am Stand von Andrea Lehmann. Sie hat Hilfe von Tochter Jule (7), die Nachschub auf den Verkaufstresen hievt. Denn auch hier ist der Andrang groß.

Und an allen Stationen sind auch die Filmemacher Alfred Schildhauer und Klaus Karlau zu sehen. Die beiden 79-Jährigen drehen typische Szenen des Kringelmarktes. Geplant ist eigentlich ein längerer Film mit mehreren Kurzbeiträgen. Doch noch beim Dreh überlegen die Beiden, dass aus dem Kringelmarkt ein längeres Stück werden könnte. Denn auch die Herstellung des traditionellen Gebäcks wollen sie aufnehmen. Geplant ist auch, dass Willi Lehmann die Entstehungsgeschichte erzählen wird. Klaus Karlau fühlt sich an diesem Tag ohnehin wie zu Hause. „Ich bin hier zur Schule gegangen und hatte später am Obendeich meine Kfz-Werkstatt. Ich kenne hier jeden zweiten“, sagt er und blickt in die Menge.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 11:00 Uhr

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