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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 17:10 Uhr

Hohenlockstedt : Heerlager mit Rittern und Seefahrern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mittelalterlich Phantasie Spectaculum lockt tausende Besucher auf den Hungrigen Wolf: Kampfkunst, Tanz und viel Musik.

Sie hießen Orlando von Godenhaven, „Falkner der Herzen“, „Hässlicher Hans“ und „Bruder Rectus“ – und sie liefen den Besuchern am Wochenende in Hohenlockstedt alle Nase lang über den Weg. Beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum (MPS) am Hungrigen Wolf fühlten sich die Teilnehmer wieder einmal in längst vergangenen Zeiten zurück versetzt. Drei Tage lang lockten Ritterkämpfe, Kampfkunst und Feuerspektakel mit viel Musik auf zwei Bühnen mehrere Tausend Besucher an, die zu einem großen Teil ebenfalls der fernen Zeit entsprungen zu sein schienen.

Bis zu 3000 Mitwirkende feierten mit ihnen das „größte Mittelalter-Kulturfestival der Welt“. Mehrere Heerlager gewährten den Besuchern Einblick in die Zeit des 13. Jahrhunderts. Zahlreiche Walking Acts unterhielten das Publikum. Einer davon war Liam Bo Skol, holländischer Friese aus Norden (Niedersachsen) und unübersehbar: Mit der 3,50 Meter hohen Stabpuppe „Swinging Ghost“, in die er selbst eingebettet war und deren Arme er mit Hilfe zweier langer Stäbe bewegte, jagte er den Besuchern wohlige Schauer über den Rücken. Mit dieser „Sharivari“, einem mittelalterlichen Puppenspiel aus Indonesien, stellte er schnell Kontakt her. Auch wenn er den Tod auf seinen Schultern trug: „Ich selber sehe noch nicht so aus, ich esse noch.“

Neben den mittelalterlichen Aktivitäten wurde vor allem dem Tanz viel Platz eingeräumt. Auf zwei großen Bühnen mit nonstop Livemusik boten Bands der Mittelalter- und Folkszene die passenden Klänge zum bunten Treiben. Wenn auch die Band „Omnia“ nicht kommen konnte, so brachten bekannte Acts wie „Saltatio Mortis“, „The Dolmen“, „Corvus Corax“, die „Cobblestones“ und „Rapalje“ sowie viele weitere die Zuhörer zum Tanzen. Auch lokale Bands wie etwa „Fortgotten North“ aus Glückstadt standen hier auf der Bühne und freuten sich über die Massen an gleichgesinnten Fans, die zu ihrer Musik feierten.

Vor der Bühne bei „Waldkauz“ tanzte Pauline Kling (alias „Pauli“, 17), Abiturientin aus Hamburg, mit einem Reifen eine selbst erdachte Choreografie. „Ich bin mit zehn Freunden hier zum Zelten“, erzählte sie, „habe aber schon mindestens doppelt so viele kennen gelernt. Man kommt schnell ins Gespräch.“

Denn getreu dem Motto „Du bist das MPS“ kamen viele in mittelalterlichen und fantastischen Gewändern, so auch die Besucher Jens und Elke aus Jevenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde), die in stilechter Seefahrermontur aus früheren Zeiten unterwegs waren – mit Dreispitz, blitzenden Knöpfen und Vorderlader-Pistole. Aber: „Wir sind ehrliche Seefahrer – keine Piraten“, stellte Jens heraus. Die Montur haben sie sich selbst zusammen gesucht, sie tranken aus echten Zinnbechern.

Aus dem Bereich Phantasy und Computerspiele kleideten sich Tim Prillwitz aus Glückstadt als Ritter mit Schwert und Helm und Michael Stechel aus Husum als düsterer Priester „Daedra“ aus dem Computerspiel „Elder Scrolls“. Tim Prillwitz machte eine Entdeckung auf dem Gelände: „Es gibt einen neuen Laden für Ritterrüstungen. Der ist sehr gut“, und Michael Stechel interessierte sich für einen Verkaufsshop für Kalligrafie und Hexenzubehör.

Veranstalter Gisbert Heller freute sich über die wieder einmal große Resonanz: „Bei drei Tagen Dauer haben wir mehr Besucher als im vergangenen Jahr“, sagte er. „Die Stimmung ist gut, es ist alles friedlich. Und im kommenden Jahr wird es hier sogar vier Tage geben.“

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