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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 09:22 Uhr

Fernsehabend : Handballer-Eltern im Olympia-Fieber

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heike und Hein Pekeler verfolgen die Spiele ihres Sohnes Hendrik am heimischen Fernseher

Es ist still. Heike und Hein Pekeler sitzen vor ihren Laptops. Sie sehen das Handball-Viertelfinale Deutschland gegen Katar, sie sehen ihren Sohn Hendrik. Der 25-Jährige ist der erste Glückstädter, der bei Olympischen Spielen am Start ist. Die Spannung ist fast greifbar. Und die Eltern warten darauf, dass das Spiel endlich im Fernsehen übertragen wird, denn sie haben eine Großleinwand im Wohnzimmer.

Die Tore fallen, die Stimmung steigt. Mittlerweile überträgt auch das Fernsehen das Spiel. „Weiter so. Klasse. Sauber. Granate.“ Heike Pekeler gibt immer wieder Zwischenkommentare. „Er kann auch fliegen“, sagt sie, als ihr Sohn ein Tor wirft. „So kann es weitergehen“, sagt der Vater, als das Spiel zu Ende ist.

„Olympia, dass ist für uns ein Top-Erlebnis“, sagt Hein Pekeler. Eigentlich wollten der 68-Jährige und seine Frau Heike nach Brasilien fliegen, um den Sohn live beim den Spielen zu sehen. Doch dort eine Unterkunft zu bekommen, war schwierig. „Es ist dort sehr teuer“, sagt Heike Pekeler. Zudem war nicht sicher, ob sie Karten für die Handballspiele bekommen würden.

Das Ehepaar blieb deshalb in Glückstadt. „Ich habe mir Olympia-Urlaub genommen“, scherzt die 56-Jährige. Denn sie und ihr Mann verfolgen jede Partie. Und jedesmal schicken sie sofort hinterher eine Whats-App-Nachricht an ihren Sohn Hendrik. Und dieser antwortet auch sofort. Das Verhältnis innerhalb der Familie ist eng.

Heike Pekeler spielte bis zu einem Autounfall 1985 selber jahrelang Handball und war sportlich auch in anderen Bereichen sehr aktiv. Ihren Mann – er ist Kapitän – lernte sie als Studentin der Betriebswirtschaft bei einem Tennisturnier kennen und lieben. 1988 wurde geheiratet. Zuerst kam Tochter Jenny zur Welt. Ein Jahr später Hendrik und dann Stefanie, heute 22.

Die Pekelers sind Verfechter der Idee, dass Kinder in einer Mannschaft Teamgeist lernen. Jenny fing mit sechs Jahren mit dem Handball an. Hendrik wollte mit fünf Jahren unbedingt zum Fußball. „Ich war nicht begeistert“, gibt die Mutter zu. „Hendrik hat aber schon früh gewusst, was er wollte.“ Er fing dann erst mit zwölf Jahren an, auch Handball zu spielen. „Beim Fußball wurde er nur im Tor eingesetzt, weil er lauffaul war“, erzählt seine Mutter. „Er wollte aber Tore schießen.“

Da Hein Pekeler damals Jugendwart der Fußballabteilung des ETSV Fortuna war, ließen sich beide Sportarten für zwei Jahre gut koordinieren. „Dann entschied sich Hendrik für Handball.“ Er habe auf Anhieb Erfolg gehabt, auch weil er damals schon so groß war. Inzwischen war auch Tochter Stefanie beim Handball dabei.

Sowohl Hein als auch Heike Pekeler waren immer voll berufstätig. Unterstützung bekamen sie von ihren Eltern. Trotzdem nahmen sich die Pekelers immer die Zeit, ihre Kindern zu den Spielen zu fahren und sich die Begegnungen anzusehen. Als Hendrik mit 15 Jahren nach Bad Bramstedt wechselte, wurde er von seinen Eltern drei Mal die Woche zum Training dorthin und zu weiteren Einheiten der Landesauswahl gefahren. „40 000 Kilometer“ waren es, sagt Heike Pekeler. „Wir sind viel gefahren. Für uns war es selbstverständlich, die Kinder zu begleiten.“

Das bisher größte Erlebnis war die Europameisterschaft in Polen im Januar dieses Jahres, wo die deutsche Mannschaft den Titel holte. Gekrönt wurde die Saison schließlich mit der Deutschen Meisterschaft, die Hendrik mit seinem Verein, den Rhein Neckar Löwen, errang. Und jetzt die Olympischen Spiele in Rio. „Wir sind stolz auf Hendrik“, sagt Hein Pekeler. Er selbst sei bei jedem Spiel angespannt – „bis zum Schluss“. Handball sei ein schnelles Hin und Her. Entscheidend seien bisweilen die Pfiffe der Schiedsrichter, spielt er auf das Duell bei der Weltmeisterschaft 2015 gegen Katar an, welches die Deutschen damals mit 24:26 aufgrund umstrittener Entscheidungen verloren.

Jetzt sind die Pekelers erst einmal glücklich, dass Hendrik und sein Team weitergekommen sind. Das nächste Spiel steigt am Freitag. Gewinnen sie dies auch, ist am Sonntag das Finale. „Sie werden immer besser“, sagt Heike Pekeler zu dem Team.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 13:43 Uhr

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