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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 03:05 Uhr

Brandschutz : Hallen gesperrt – Schulen in Not

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nur noch sportliche Nutzungen sind erlaubt, alle anderen Veranstaltungen von der Stadt untersagt

Der Brief aus dem Rathaus war zwei Seiten lang, und er hatte es in sich für die Itzehoer Schulen: Sie dürfen ihre Sporthallen nur noch für Unterricht nutzen, alle anderen Veranstaltungen hat Bürgermeister Andreas Koeppen untersagt. Der wichtigste Grund dafür ist der Brandschutz. Die Reaktion der Schulleiter: viel Verständnis, teils auch Verärgerung – und jede Menge Ratlosigkeit (siehe Artikel unten).

Die Sporthallen an den städtischen Schulen seien bauaufsichtlich nur für sportliche Nutzungen genehmigt, schrieb Koeppen. Doch auch Einschulungen und Verabschiedungen, Weihnachtsfeiern, Informationstage, Theateraufführungen und Flohmärkte wurden bisher in den Hallen veranstaltet. Dafür aber müssten sie als Versammlungsstätte für mehr als 200 Menschen zugelassen sein. Diese Genehmigung gibt es nicht – dabei sei es egal, ob es sich um eine schulische oder eine externe Veranstaltung handele, so Koeppen.

Das Rathaus hatte einen Hinweis bekommen auf eine Veranstaltung in einer Sporthalle, bei der wegen der Menge der Besucher alle Zugänge verstopft gewesen seien, erläuterte Koeppen auf Anfrage. „Derjenige hatte Recht. Wenn da etwas passiert wäre – keine Chance.“ Nach mehreren Unglücken in Deutschland ist die Bedeutung des Brandschutzes und des Versammlungsstättenrechts stark gestiegen. Richtig so, findet der Bürgermeister: „Dass bisher hier nichts passiert ist, dass es nicht gebrannt hat in ungeeigneten Hallen, ist ein großes Glück für alle.“

Daher dürfen die Schulen „bis auf weiteres“ die Hallen nicht für Veranstaltungen nutzen. Die Einschränkungen dadurch bedauere er sehr, so Koeppen in seinem Brief. Die Abteilung Schulverwaltung werde die Schulen unterstützen bei der Suche nach Alternativen für gebuchte Veranstaltungen. Davon profitierte bereits die Ernst-Moritz-Arndt-Schule, die mit einer Lesung des Kinderbuch-Autors Martin Baltscheit in den Kulturhof auswich. „Ich bedauere natürlich, dass wir aus unserer Komfortzone rauskommen müssen“, sagte Schulleiterin Claudia Sens-Görrissen. „Aber ich habe den Schulträger als unglaublich konstruktiv und unterstützend erlebt.“ Die Kosten für die Busse seien übernommen worden. So will es die Stadt auch bei weiteren bereits gebuchten Veranstaltungen halten.

Für künftige Pläne seien aber keine zusätzlichen Haushaltsmittel eingeplant, schrieb Koeppen. Gegenüber unserer Zeitung nannte er das Theater als Ausweichmöglichkeit. Dort müssten allerdings Kapazitäten frei sein, die Frage der Mietkosten müsse ebenfalls geregelt werden.

Ob und wann die Hallen wieder genutzt werden können, ist offen. Jede wird zunächst baurechtlich untersucht, dann wird ermittelt, was womöglich verändert werden muss, damit Veranstaltungen zulässig sind. „Wir wollen gemeinsam versuchen, Lösungen herbeizuführen“, sagt Koeppen. „Wir gehen mit klarer Priorität da ran.“




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erstellt am 10.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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