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Norddeutsche Rundschau

30. April 2017 | 09:09 Uhr

Hochzeit : Gut geplant ist halb geheiratet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach einem Antrag mit Hindernissen jetzt eifrig am Planen: Ewgeni Haan und Inga Björndahl aus Hennstedt erzählen von ihren Hochzeitsvorbereitungen.

„Ja, ich will!“ Mit dem Entschluss zu heiraten, fängt die Flut an Entscheidungen erst an: Welche Ringe? Schokoladen- oder Erdbeertorte? Liveband oder DJ? Wir begleiten Inga Björndahl (28) und Ewgeni Haan (32) aus Hennstedt in einer Serie auf ihren Höhen und Tiefen von der Brautboutique bis vor den Traualtar am 5. August. Heute: Termin beim Standesamt.

Es ist nur ein kurzer Moment, der aus zwei Verliebten Eheleute macht. Einander in die Augen blicken und versprechen: „Ja, ich will dich heiraten.“ Doch den Bund der Ehe einzugehen, braucht mehr als diese eine Entscheidung, den Partner bis an Ende seiner Tage zu lieben und zu ehren. Hochzeitsfeiern sind eine endlose Planerei.

Inga Björndahl (28) und Ewgeni Haan (32) aus Hennstedt nehmen den Stress gerne auf sich. „Das ist doch der Traum fast jeder Frau, oder? Wir lieben uns, und eine Hochzeit ist dafür der größte Beweis. Außerdem ist uns beiden eine gegenseitige Absicherung sehr wichtig“, erzählt die angehende Braut. Das erste, was die Verlobten in Angriff nahmen, war, einen Termin zu finden. Den Bund der Ehe wollten sie eigentlich schon vergangenes Jahr eingehen, „aber sowohl mein Bruder als auch meine Mutter haben voriges Jahr geheiratet. Das wären zu viele Hochzeiten auf einmal gewesen“, erklärt Inga Björndahl.

Stattdessen ist nun der 5. August der Tag, auf den sie hinfiebern. Dann wird standesamtlich und kirchlich geheiratet – an einem Sonnabend. Für das Standesamt Kellinghusen kein Problem: Ein Jahr vorher legt es Termine fest, an denen Ehen auch am Wochenende geschlossen werden, wie Leiterin Claudia Scheinpflug erklärt. Ein halbes Jahr vorher müssen sich Verliebte anmelden. „Wir empfehlen aber, sich mit dem zuständigen Standesamt bereits vorher in Verbindung zu setzen, damit alle Unterlagen dann auch da sind“, empfiehlt Claudia Scheinpflug: Beglaubigte Abschriften aus dem Geburtenregister, die es beim Standesamt des Geburtsortes gibt, gültige Ausweisdokumente und eine Meldebescheinigung. Durchschnittlich 100 Paare traut das Standesamt im Jahr. In diesem Jahr besonders viele am 7. Juli 2017. Zehn Hochzeiten sind für diesen Tag bereits eingetragen. Der beliebteste Monat, um sich das Ja-Wort zu geben, ist in diesem Jahr deshalb auch der Juli, gefolgt vom Mai und August. Um die standesamtliche Hochzeit kommt niemand in Deutschland keiner drum herum, der den Bund fürs Leben eingehen möchte. Nur wer gemeinsam vor den Standesbeamten tritt, ist laut deutschem Gesetz verheiratet.

Bei dem Hennstedter Paar klappte alles reibungslos, „wir haben uns auch schon ein Jahr vorher informiert“, so Inga Björndahl. Nun steht der Termin fest, was besonders bei der angehenden Braut für Nervosität sorgt. „Es gibt Phasen, da ist man so in seinen Alltag eingebunden, dass ich gar nicht viel an die Hochzeit denke. Und Phasen, in denen ich aufgeregt bin und alles planen will“, verrät die 28-Jährige. Zu organisieren gibt es für das Paar reichlich. Ewgeni Haan: „Ich komme aus Russland und habe eine große Verwandtschaft.“ Gefeiert wird mit 120 Leuten, „und das ist nur der engere Kreis“.

Der Planerei fing schon bei den Vorbereitungen auf den Antrag an. „Ich hätte ihm keinen Antrag gemacht, in der Sache bin ich wohl doch altmodisch.“ Dafür überraschte Ewgeni Haan seine Freundin im November 2015 mit einer Reise in den Harz. Während eines romantischen Spaziergangs wollte er vor ihr auf die Knie fallen, es wurde ein langer Spaziergang. „Ich habe nach einer schönen Lichtung Ausschau gehalten, mich aber einfach nicht getraut zu fragen.“ Seine Liebste ahnte schon, was kommen würde: „Wir machen sonst nie Spaziergänge.“ Als er eine gefühlte Ewigkeit hinter einem Busch verschwand, um den Ring aus der Schachtel zu holen, war sie verdutzt. Ewgeni Haan: „Das Problem war, dass der Ring sehr gut verpackt war, ich habe die Schleife nicht aufbekommen.“ Am Ende war der Ring ausgepackt, und Ewgeni nahm allen Mut zusammen: „Willst du mich heiraten?“

Angst vor einer Absage hätte der Industriekaufmann nicht haben müssen. „Ich fand Ewgeni schon immer toll“, schwärmt Inga Björndahl, die in Hennstedt aufgewachsen ist. Mit neun Jahren verschlug es auch ihn in die Steinburger Gemeinde. Als Jugendliche unternahmen die Beiden viel mit gemeinsamen Freunden, wurden aber kein Paar: „Mal war der eine vergeben, mal der andere. Es hatte nie gepasst“, erinnert sich die Braut in spe. Mit Anfang 20 zog er weg, sie verloren sich aus den Augen und trafen erst vor viereinhalb Jahren auf dem Irish Folk Festival in Poyenberg wieder aufeinander. „Wir haben uns immer mal getroffen und irgendwann beschlossen, dass wir zusammen sind“, erzählt Ewgeni Haan. Der Industriekaufmann und die Bankkauffrau sind mittlerweile zusammengezogen und leben mit ihren zwei Katzen in einem schmucken Neubau in Hennstedt.

Die Verlobten diskutieren nun noch darüber, welchen Nachnamen sie wählen. Ewgeni Haan: „Ich bin altmodisch und sehr stolz auf meinen Nachnamen.“ Inga Björndahl findet ihren Namen schöner. Eine von vielen Entscheidungen, die die beiden bis August noch treffen müssen.

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erstellt am 05.Mär.2017 | 08:07 Uhr

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