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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 01:05 Uhr

Itzehoer Wirtschaft : Gut aufgestellt bei Arbeitsplätzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Interview erläutert Ratsherr Hans-Dieter Helms (SPD), wie es um Itzehoes Wirtschaft bestellt ist und welche Aufgaben die Politik zu erfüllen hat.

Von Gesundheit bis Hightech, von Maschinenbau bis Versicherung – zahlreiche Unternehmen mit mehreren Tausend Arbeitsplätzen sind in Itzehoe ansässig. Über aktuelle Entwicklungen für den Standort Itzehoe haben wir mit dem Vorsitzenden des städtischen Wirtschaftsausschusses, Hans-Dieter Helms (SPD) gesprochen.

Herr Helms, Itzehoe hat ein Unternehmen mit mehr als 2000 Arbeitsplätzen, viele weitere mit mehreren hundert. Da muss sich die Kreisstadt eigentlich nicht verstecken, oder?

Helms: Nein, wir sind in Sachen Arbeitsplätzen ziemlich gut aufgestellt. Zum Teil liegt es natürlich daran, dass wir eine Kreisstadt sind und deshalb beispielsweise das Klinikum hier angesiedelt ist. Außerdem liegt Itzehoe innerhalb unserer Region sehr verkehrsgünstig und ist damit für Unternehmen attraktiv.

Es darf aber nicht verschwiegen werden, dass sich in jüngster Zeit mit Prinovis ein großes Unternehmen aus der Stadt verabschiedet hat, Flowserve Sihi plant den Abbau mehrerer Dutzend Stellen. Grund zu Schwarzmalerei?

Das ist das normale Wirtschaftsleben. Das muss ich leider so sagen und mit der nötigen Distanz ertragen. Der Markt ändert sich, weil die Menschen zum Beispiel im Internet einkaufen und keine Kataloge mehr lesen oder nicht mehr bereit sind, hochwertige Druckprodukte zu bezahlen. In der Folge ist eine Tiefdruckerei dann nicht mehr wettbewerbsfähig. Das hat nun leider den Standort Itzehoe getroffen.

Was unternimmt denn aktuell die Politik, um den Standort Itzehoe für Unternehmen attraktiv zu machen?
Gerade beim Beispiel von Prinovis waren wir überraschend erfolgreich. Alle Beteiligten haben Bereitschaft signalisiert, keine verbrannte Erde zu hinterlassen. Prinovis hat seine gesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen und sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung bemüht, Nachnutzer für das Gelände zu finden. Gleichzeitig hat uns die Landesregierung mit Investitionszuschüssen beispielsweise für die Südspange unterstützt. Tatsächlich hat sich dann mit dem China-Logistic-Center ein Investor gefunden, der auf dem Gelände hoffentlich einen florierenden Betrieb aufbaut.

Hier reden wir, salopp gesagt, über die Beseitigung von Altlasten. Gibt es denn auch Initiativen, um grundsätzlich neue Unternehmen für den Standort zu gewinnen?

Die Stadt arbeitet mit den Wirtschaftsförderungsgesellschaften zusammen, wie der Egeb, die für Steinburg und Dithmarschen um Ansiedlungen in der Region wirbt. Das Izet wurde im Innovationsraum in Itzehoe-Nord gegründet, wo mittlerweile das Fraunhofer-Institut und andere Hochtechnologie-Unternhemen ansässig sind und weitere Flächen vorgehalten werden.

Womit wir beim Stichwort Gewerbeflächen wären. Zusammen mit den Umlandgemeinden arbeitet die Stadt gerade an einem Konzept zur Entwicklung der Gewerbeflächen. Was erwarten Sie sich davon?
Für die gesamte Region Westküste gab es bereits Untersuchungen, was die Entwicklung von Gewerbeflächen angeht. Wir möchten uns nun anschauen, was das konkret für die Region Itzehoe bedeutet. Weil der Aufbau von Gewerbe und Arbeitsplätzen nicht unbedingt an den Stadtgrenzen endet, möchten wir das gemeinsam mit den Umlandgemeinden tun. Die konkreten Ergebnisse werden wir in Kürze bekommen.


Es ist ja nicht so, dass es in Itzehoe an Gewerbeflächen mangeln würde. Im Innovationsraum oder auch auf Alsen stehen ja große Gebiete zur Verfügung. Größere Neuansiedlungen bleiben aber aus.

Das stimmt. Häufig ist das Problem, dass der städtische Wirtschaftsförderer zwar die Verbindung zu Investoren herstellen kann. Viele der Flächen sind aber nicht im städtischen Besitz. Wenn sich Eigentümer und Investor dann nicht einig werden, dann hat die Stadt relativ wenig Einfluss. Klassisches Beispiel ist das Alsen-Gelände, das in Privatbesitz ist und schon seit langer Zeit größtenteils brach liegt. Die Stadt kann immer nur Rahmendaten schaffen. Ob am Ende wirklich etwas passiert, hängt vom Willen der Investoren ab.


Neben den Bemühungen, neue Unternehmen anzulocken, darf auch die Pflege der bestehenden Unternehmen nicht zu kurz kommen. Was hat die Politik hier im Angebot?

Unter Bürgermeister Andreas Koeppen wurde die Kommunikation zwischen Unternehmen und Stadt verbessert. Unter anderem gibt es mit dem städtischen Wirtschaftsförderer, Thomas Carstens, einen festen Ansprechpartner im Rathaus für die Wirtschaft. Wenn ein Unternehmer beispielsweise expandieren möchte, kann er sich an den Wirtschaftsförder wenden, der dann nach Möglichkeiten sucht. Im Fall der Itzehoer Versicherungen, die ihr Verwaltungsgebäude erweitert haben, ist das beispielsweise gut gelungen.


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erstellt am 17.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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