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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 09:08 Uhr

Glückstädter Werkstätten : Grundstein für Neubau

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Fundament des neuen Wohn- und Therapiezentrums in Glückstadt ist fertig. „Zeitkapsel“ für spätere Generationen eingemauert.

„Bau nicht dein Haus auf losem Stein“, zitierte Jörg Mekelnburg die Bibel bei der Grundsteinlegung des neuen Wohn- und Therapiezentrums der Glückstädter Werkstätten. Neben dem Wohnstättenleiter sprachen auch Emanuel Gaenslen, Chef der Glückstädter Werkstätten, Betriebsstättenleiter Michael Heise, Pastorin Gabriele Schinkel und Architekt Thomas Ritscher anlässlich des feierlichen Ereignis.

Das Fundament des Neubaus steht jetzt. Doch der graue, glatte Beton bildet noch einen Kontrast zu dem groben Sand, dem meterhohen Kran und den Baucontainern. Doch dies störte niemand bei der Grundsteinlegung, zu der Mitarbeiter der Werkstätten, zukünftige Bewohner und Handwerker kamen. Auch Vertreter der Stadt, darunter Bürgermeisterin Manja Biel, und Jugendliche des angrenzenden Jugendzentrums standen auf der Sohle des zukünftigen Gebäudekomplexes.

Das Gebäude wird auf dem Gelände der ehemaligen Stadtschule errichtet, auf einem Areal von rund 1800 Quadratmeter Gesamtfläche. Das Wohn- und Therapiezentrum wird über insgesamt drei Stockwerke und eine Grundfläche von 900 Quadratmeter verfügen. Glückstädter Klinker aus der Blomeschen Wildnis werden für ein schönes Äußeres sorgen.

Unter dem Fundament befindet sich ein Balkenrost, das die 16 Pfeiler verbindet, die im Erdreich für Stabilität sorgen. Die Pfähle ragen 20 Meter in den Boden hinein. „Genau dort befindet sich der feste Grund. Dadurch bauen wir nicht auf losem Stein“, sagte Mekelnburg. Der Marschboden sei zu instabil, um ein Bauwerk dieser Ausmaße tragen zu können.

Im unteren Bereich des Neubaus ist eine Tagesstätte mit Therapiezentrum für 20 Personen geplant. In den Obergeschossen werden zwölf Einzelzimmer eingerichtet, die zwischen 40 und 45 Quadratmeter groß sind. Auch vier Doppelzimmer, je 62 bis 73 Quadratmeter, werden im Gebäude entstehen. „Uns ist wichtig, dass Menschen mit Behinderungen die Freiheit haben, ihren Wohntraum zu leben. Und das wollen wir hier möglich machen“, sagte Mekelnburg. „Auch Schwerstbehinderte werden hier im Zentrum ein Zuhause finden.“ Die pädagogische und pflegerische Betreuung für sie wird im Wohnzentrum angeboten.

Das Gebäude soll so barrierefrei wie möglich sein. Unter anderem werden deshalb Türen verbaut, die schwellenlos sind. Damit die Bewohner ohne Hilfe mit den Rollstühlen auf die Terrasse fahren können. Außerdem liegt der Neubau ganz nahe am Zentrum. „Damit sind Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten gegeben“, so Mekelnburg. So werden die Menschen mit Behinderungen leben, wie auch andere leben. „Sie können hier Nachbar unter Nachbarn sein.“

Dazu Werkstättenleiter Emanuel Gaenslen: „Auch in unserer Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum wird sich gelebte Inklusion zeigen.“ Er habe bereits gemeinsam mit Sara Sunniva Vogel, Mitarbeiterin des Jugendzentrums, einige gemeinsame Aktionen geplant.

Dann holte Gaenslen ein Kupferrohr hervor. „ Die Gegenstände, die hier hinein kommen, sollen in ferner Zukunft, wenn das Wohn- und Therapiezentrum nicht mehr steht, einem Finder Auskunft über das Gebäude, seinen Bau und seine ehemaligen Bewohner geben.“ Zuerst legte ein Bewohner der Tagesstätten die aktuelle Ausgabe der Glückstädter Fortuna in die Röhre. Der Architekt Thomas Ritscher steckte die Baupläne des Projekts dazu. Auch aktuelle Münzen kamen in den Kupferbehälter. „Hat noch jemand eine Idee, was noch mit rein muss“, fragte der Werkstätten-Chef. Die Mitglieder der Musikgruppe „Starke Saiten“ schlugen das Notenblatt des „Werkstattlieds“ vor. Sie hatten das Stück extra für die Grundsteinlegung geschrieben und führten es auch auf. Im Lied besingen sie ihre Arbeit bei den Glückstädter Werkstätten und die Freude daran.

Die geschlossene „Zeitkapsel“ legte Gaenslen gemeinsam mit dem Architekten des Bauwerks in die hohle, symbolische erste Säule des Gebäudes. Oben darauf kam der Grundstein, den der Werkstättenleiter gemeinsam mit Betriebsstättenchef Heise, Pastorin Schinkel und dem Architekten Ritscher mit einem Hammer fest schlug. Die traditionelle Zeremonie und die Segenssprechung sollen dem Bauherren und seinen Bewohnern Glück bringen.

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erstellt am 22.Jul.2016 | 04:56 Uhr

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