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Norddeutsche Rundschau

28. August 2016 | 10:36 Uhr

Sport : Glückstädter Urgestein Uwe Thomsen tritt ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit neun Jahren trat der heutige Vorsitzende der Fußballabteilung im ETSV Fortuna Glückstadt dem Verein bei. Jetzt gibt er sein Amt ab.

Am 16. Februar ist Schluss. „Definitiv“, sagt Uwe Thomsen. Genau zu diesem Datum endet eine Ära, die er entscheidend mitgeprägt hat. „Jahrzehnte lange ehrenamtliche Arbeit müssen auch mal genug sein“, sagt der noch amtierende Vorsitzende der Fußballabteilung im ETSV Fortuna Glückstadt. Dieses Amt wird Uwe Thomsen am kommenden Dienstag in andere Hände legen.

Ehrenamtlichkeit stand 1953 – zu der Zeit trat Uwe Thomsen als Neunjähriger Fortuna Glückstadt bei – noch gar nicht im Raum. Er wollte einfach nur Fußball spielen und seinem älteren Bruder Walter nacheifern. Vorbild für den gebürtigen Glückstädter war auch sein Vater Hans. Der führte zu der Zeit die Jugendabteilung im Klub und pflegte als Platzwart die Anlage. Uwe Thomsen durchlief die gesamte Entwicklung vom Jugendspieler bis zu den Erwachsenen. Noch heute erinnert er sich an die Schaukästen Ecke Markt/Kremper Straße, in denen Aufstellungen veröffentlicht wurden: „Wir haben immer gespannt darauf geschaut, ob wir dabei waren.“

Unvergessen auch die Busfahrten zu den Auswärtsspielen. „In einer Zeit ohne Auto und Urlaub lernten wir ein kleines Stück unserer Welt kennen“, sagt Thomsen. Aber schon als Heranwachsender trainierte er selbst jüngere Jugendliche, war bei Auswahlmannschaften dabei und besuchte Lehrgänge an der Fußballschule in Malente. Zu seinen Erinnerungen zählt auch die Studentenzeit in Flensburg. Um sich fit zu halten, trainierte er bei Flensburg 08 mit, gründete und trainierte aber auch eine starke Studentenauswahl. Unvergessen ist der 7:3-Sieg gegen Kieler Kontrahenten. In seiner aktiven Fußballzeit spielte Uwe Thomsen meistens als Außenstürmer oder Mittelfeldstratege mit zwei Ausnahmen – in Krempe und beim Itzehoer SV – nur für die Fortunaten. Zu den Itzehoern pflegt er auch heute noch engen Kontakt. Auch schwere Verletzungen konnten ihn nicht stoppen. Nach langen Pausen kam Thomsen immer wieder und selbst heute trainiert der 71-Jährige noch mit der Altliga.

Als Trainer machte Uwe Thomsen Station außer in Glückstadt in Itzehoe, Wilster, Kellinghusen und Brunsbüttel. Und der Erfolg war bei ihm: Meisterschaften und Aufstiege wurden gefeiert. Gerade die erste Meisterschaft mit seinen Fortunaten 1977 und dem Aufstieg in die Landesliga Süd bleibt ihm und allen Beteiligten unvergessen. Aber die Aufgaben veränderten sich: Vom Aktiven wurde Uwe Thomsen Funktionär: Trainer, Fußballobmann, Manager, Pressewart, Vorsitzender des Gesamtvereins, Vorsitzender der Fußballabteilung. Für ihn ist das heute noch selbstverständlich: „Wer viel Schönes durch den Sport erlebt, muss auch bereit sein, etwas zurück zu geben.“ Prägend in seinem Leben bleibt auch der Aufbau der Sportanlage an der Königskoppel. Viele Jahre unermüdliche Arbeit von 1992 bis 1997 leisteten die Fortunaten, ehe dieses Schmuckstück einer Sportanlage fertig gestellt war. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt, der Sparkasse Westholstein und der Firma Nölke war vorbildlich. Wir sind allen großen Dank schuldig“, sagt Thomsen. Und ganz nach dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ legte Uwe Thomsen nach. 2009 trat der ehemalige Schulleiter beruflich in den Ruhestand und hatte mehr Zeit für den Verein. Immer noch als Fußballvorsitzender und Manager gründete er den Förderverein Fortuna-Fußball und kümmerte sich intensiv um die Platzanlage Königskoppel. Aufwändige Baumaßnahmen – darunter die Errichtung einer überdachten Tribüne – wurden mit erheblichen Eigenleistungen, aber immer unter Thomsens Federführung, zustande gebracht.

„Die Heimat des ETSV ist ein von anderen Vereinen bewundertes Schmuckstück der kurzen Wege, um das wir uns ständig kümmern müssen“, lautet seine Maxime. Auch für die Zukunft sieht er Aufgaben: Die Verlegung eines neuen Kunstrasens, eine Überdachung, Ballfangzäune, eventuell zusätzliche Umkleidekabinen. Träume haben, diese versuchen, mit Engagement und Hartnäckigkeit umzusetzen, das ist etwas, was er sich für seinen Verein wünscht: „Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass wir jemals eine so tolle Sportanlage mit einer geschützten Tribüne erhalten?“, sagt Thomsen. Gibt es für ihn auch ein Leben neben dem Sport? Er lächelt. „Na, ja – ganz viel Freude machen mir meine Enkel. So wie es mir meine Zeit ermöglicht, verbringen wir Zeit miteinander.“ Aber dann holt ihn der Sport schon wieder ein. Denn niemand geht so ganz. In der Hauptversammlung der Fußballer wird eine neue Position geschaffen: Beisitzer für besondere Maßnahmen. Kandidat dafür: Uwe Thomsen – wer sonst?

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