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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 12:46 Uhr

Interview mit Hans-Jörn Arp : „Glückstadt wird Blütezeit erleben“

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp spricht über die Zukunftschancen für Glückstadt.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp fühlt sich in Glückstadt wie zu Hause. Immer wieder ist der 64-Jährige in der Elbestadt und kümmert sich hier um politische Belange. Im Interview spricht er über die Themen Verkehr, Wirtschaft und die Zukunft von Glückstadt.

Die A20 und der Bau des Elbtunnels bei Glückstadt liegen Ihnen sehr am Herzen. Wie geht es damit zukünftig weiter?

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil klargestellt, dass die Trasse kommt. Das müssen auch die Gegner des A  20-Ausbaus anerkennen. Sie sollten jetzt die Chancen sehen, die diese Autobahn mit dem Elbtunnel mit sich bringt. Der Ausbau der A  20 bei Sommerland wird sich um zwei Jahre verzögern. Deshalb verzögert sich auch die Ausschreibung für den Elbtunnel. Wenn es aber soweit ist, werden die Investoren kommen, um sich Grundstücke zu sichern. Glückstadt wird eine Blütezeit erleben. Was aber fehlt, ist die Ausweisung für Gewerbegebiete durch die Landesregierung entlang der geplanten Autobahn.

Wie soll es vor diesem Hintergrund zur wirtschaftlichen Blüte kommen?

Das Gebiet muss zwingend ausgewiesen werden. Hier muss in Kiel nachgearbeitet werden. Wir als CDU werden dies als dringlich einfordern. Sinnvoll wäre es, wenn sich Glückstadt und die Umlandgemeinden hier zu einem interkommunalen Gebiet zusammenschließen . Dies ist nicht unüblich.

Welche Auswirkungen wird dies haben?

Glückstadt ist attraktiv. Ich habe den Eindruck, dass in diesem Jahr so viele Besucher wie noch nie hierher gekommen sind. Mit dem Elbtunnel und der kommenden Wirtschaft wird es auch mehr Menschen geben, die hier herziehen wollen. In Glückstadt wird dann auch mehr Wohnraum geschaffen.

Glauben Sie, dass die Infrastruktur ausreicht ?

Ja. Zum Beispiel hat das Glückstädter Gymnasium Vorbildcharakter. Es hat einen guten Ruf über die Stadtgrenzen hinaus. Es muss erhalten bleiben.

Bürger überlegen aus Glückstadt wegzuziehen, weil ihnen die Bahnanbindung zu schlecht ist. Was kann dagegen getan werden?

Der Bahnanschluss ist so schlecht wie seit Jahren nicht. Es gibt Verspätungen und manches Mal keine Ansagen, ob der Zug pünktlich ist. Das führt zu Frust und dazu, dass Leute wegziehen. Hier besteht großer Handlungsbedarf. Ich fordere deshalb die Verantwortlichen auf, dies schnell zu ändern.

Thema Bahn: Sie haben im Landtag für einen Anschluss an den Hamburger Verkehrsverbund gestimmt. Angenommen, die CDU hat nach der nächsten Landtagswahl das Sagen, bleiben Sie bei Ihrem Ja zum HVV?

Ich fühle mich an mein Wort gebunden. Denn der HVV hat eine große Strahlkraft und die brauchen wir im Kreis Steinburg.

Die Glückstädter Politiker fordern eine Ortsumgehung. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Es ist gut, dass die Ortsumgehung in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde. Denn die Situation mit den beiden Bahnübergängen in Glückstadt ist schwierig. Realistisch ist aber, dass die Ortsumgehung erst kommt, wenn der Ausbau der A20 mit dem Elbtunnel erfolgt ist. Ich glaube nicht, dass die Straße vor der Autobahn kommt. Es ist aber ein Riesenerfolg, dass sie in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde – als eine von insgesamt Dreien in Schleswig-Holstein.

Die ehemalige Glückstädter Kaserne ist Ankunftszentrum für Flüchtlinge geworden. Welche Auswirkungen sehen Sie für die Stadt?

Ich bin froh, dass die Kapazität nicht ausgelastet ist. Bisher läuft alles reibungslos. Es freut mich, dass es keine Spannungen gibt. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass sich das Stadtbild geändert hat. Nur am Anfang haben mich Anfragen von besorgten Bürgern erreicht. Seit längerem ist keiner mehr diesbezüglich an mich herangetreten.

Was finden Sie eigentlich am schönsten an Glückstadt ?

Das sind drei Dinge. Erstens sind es die Menschen, die dort leben, weil sie sehr gastfreundlich und offen sind. Das mag ich besonders. Zweitens ist es die Lage am Wasser und die tolle maritime Atmosphäre. Das Dritte, das ich an Glückstadt besonders klasse finde, ist die Gastronomie. Es gibt kaum eine Stadt in Schleswig-Holstein, die eine so wunderbare und abwechslungsreiche Gastronomie zu bieten hat.

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erstellt am 26.Aug.2016 | 17:00 Uhr

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