zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 18:34 Uhr

Himmelfahrt : Glückstadt will ins Guinessbuch

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Sjoerd van der Ham plant zum Stadtjubiläum mit vielen Akteuren den längsten Picknicktisch der Welt.

Wird Glückstadt im kommenden Jahr Weltrekordhalter? Offiziell notariell abgesegnet und verewigt im Guinnessbuch der Rekorde? Alle Zeichen deuten darauf hin. Entlang der Hafenpromenade – vermutlich auf der Straßenseite Rethövel – soll der längste Picknicktisch der Welt entstehen. Und da nicht gekleckert wird, sondern geklotzt, sind gleich 400 Meter Länge angepeilt. Das macht Sinn: 400 Jahre Glückstadt – 400 Meter Picknicktisch. Zum Vergleich. Der derzeitige Weltrekord – gehalten von der Stadt Münster – liegt bei 211,82 Metern.

„Uns kam die Idee dafür vor etwa einem Jahr“, berichtet Sara Vogel, Erzieherin im Jugendzentrum Glückstadt. Aus der Diskussion wurde eine Vision, aus der Vision konkretisierte sich die zündende Idee. Und diese Idee wird jetzt in die Tat umgesetzt. Treibende Kraft dafür ist Sjoerd van der Ham (34), beruflich als Lotse auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs und intensiver Unterstützer des Jugendzentrums. „Ich bin eben ein engagierter Bürger. Und von diesem Projekt – von dem wir glauben, dass es umsetzbar ist – haben alle Bürger etwas. Und so ganz nebenbei: Es wäre doch toll, hier einen Weltrekord zu haben“, erklärt er. Hintergrund sei auch, dass ein so großes Gemeinschaftsprojekt verbinde und unterschiedlichste soziale Kompetenzen und Fähigkeiten fördere.

Sara Vogel ist es dabei auch ganz wichtig, das „Wir-Gefühl“ zu stärken. Mit im Boot ist auch der Verein „Aktiv für Glückstadt“. Mit dessen Unterstützung gelang es den Ideengebern, zahlreiche Tischlereien aus Glückstadt und Umgebung, Privatpersonen und öffentliche Einrichtungen für das Projekt zu begeistern. Denn den Worten sollen vor allem auch Taten folgen. Um 400 Meter Picknicktisch zu erstellen, werden etwa 3000 Meter Holz und 10 000 Schrauben benötigt. Da der Tisch – so die Wettbewerbsbedingungen – erst am Starttag gebaut werden darf, müssen alle Einzelteile bereit und fertig zugesägt sein. Und beim Zusammenbau können handwerklich begabte Männer und Frauen mitmachen. „Jede helfende Hand ist willkommen“, sagt Sjoerd van der Ham.

Geplant ist die große Veranstaltung für den 25. Mai 2017 (Himmelfahrt). Die Organisatoren hoffen, Materialkosten durch Sponsoren, Spenden und Einnahmen tilgen zu können. Der Clou des Wettbewerbs ist allerdings die Inklusion. An einem Tisch sollen Menschen unter Überwindung und Abbau kultureller Grenzen gemeinsam zu picknicken. Vorgesehen sind dafür zwei Platzpartien, eine „serviceorientierte“ und eine, die den Bürgern zur freien Nutzung mit eigenen Lunchpaketen bereit steht.

Interessierte – Firmen, Ausflugsveranstalter, Vereine und andere– können für den Tag regional bestückte Picknickkörbe erwerben und Tischplätze anmieten. Restaurants, Vereine, Institutionen können ebenfalls einige Meter des Tisches mieten, um dort ihre Gäste selbst mit eigenen Speisen auf eigene Rechnung zu verköstigen. „Gewinn ist insgesamt nicht vorgesehen“, betont Sjoerd van der Ham, „sollte das Projekt aber Gewinn abwerfen, wird dieser an die Einwohner Glückstadts in Form von Parkbänken zurückgeführt“. Ein Ziel der Organisatoren ist es, so viele Glückstädter wie möglich an dem Projekt zu beteiligen, um das angestrebte „Wir-Gefühl“ zu erreichen. Darum werden in naher Zukunft noch viele Vereine, öffentliche Einrichtungen und Firmen angesprochen.

„Die Zusammenarbeit und gegenseitige Wertschätzung der Glückstädter ist uns dabei wichtig“, sagt Sara Vogel. Und sie schließt mit den Worten: „Ein Weltrekord für Glückstadt – dat schall glücken und dat mutt glücken.“



> Bisher unterstützen das Projekt: Die Tischlereien Richter, Roloff, Asmus, Möller, Glückstädter Werkstätten, Holz-Großhändler Roggemann (Ellerbek), Henning Plotz, Oliver Puls (beide „Aktiv für Glückstadt“), Hagebaumarkt, Glückstadt Destination Management, Jugendzentrum Glückstadt, Diakonietreff Glückstadt Nord, Quartiersmanagement Nord, Koordinierungsstelle Integration.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen