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Norddeutsche Rundschau

28. September 2016 | 08:51 Uhr

Kreis Steinburg : Glasfaser-Ausbau am Tempo-Limit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Gemeinden im Kreis Steinburg drängen auf einen schnelleren Anschluss ans schnelle Netz – aber gesetzliche Vorgaben und hohe Auslastung der Baufirmen bremsen das Projekt.

Das Ziel bleibt bestehen: Bis Anfang 2019 sollen alle Mitgliedsgemeinden im Zweckverband Breitbandversorgung Steinburg mit schnellem Internet über Glasfaser versorgt sein. Seit 2015 sind auch die zuerst nicht berücksichtigten Ämter Wilstermarsch, Krempermarsch und Horst-Herzhorn Ausbaugebiet für die Stadtwerke Neumünster, die als wirtschaftlichster Bieter den Zuschlag für das südwestliche Kreisgebiet erhalten hatte. Es wird aktuell an verschiedenen Ecken des Kreises gebaut, aber einige Einwohner und Bürgermeister wünschen sich noch mehr Tempo beim Ausbau.

Zweckverbandsvorsitzender Ernst-Wilhelm Mohrdiek aus Horst bleibt gelassen: „Durch gesetzliche Vorgaben haben wir beim Ausbau erhöhte Auflagen bei der Verkehrssicherung zu beachten durch mehr Absperrungen der Baustellen. Für diesen Mehraufwand musste eine zusätzliche Ausschreibung erfolgen. Außerdem stoßen die ausführenden Firmen an ihre Kapazitätsgrenzen. Überall in Deutschland wird gebaut und die Tiefbaufirmen, die überwiegend aus den östlichen Bundesländern kommen, werben sich teilweise gegenseitig die guten Leute ab. Wenn wir jetzt noch mehr Druck machen, würde die Ausbauqualität leiden. Mit den Firmen, die bei uns im Amt arbeiten, klappt die Zusammenarbeit gut und die Qualität ist in Ordnung.“

Aktuell wird in den Gemeinden Horst, Hohenfelde und Sommerland gearbeitet, Horst-West wird im Herbst ans Netz gehen. Die Gemeinden Blomesche Wildnis und Engelbrechtsche Wildnis sind bereits vermarktet und werden als nächste Gemeinden ausgebaut. „Die Anschlussquoten in den letzten Ausbaugebieten waren gut. Durch den eingegangenen Förderbescheid für die Außengebiete haben wir eine weitere Ausschreibung eingeleitet, um auch die entlegeneren Randgebiete noch versorgen zu können“, beschreibt Mohrdiek die zurzeit vorherrschende positive Stimmung.

Dass eine gute Anschlussquote das Ausbaugebiet erweitern kann, weiß Bürgermeisterin Helga Ellerbrock aus Sommerland: „Unser dünn besiedelter Ortsteil Brunsholt war zunächst Außenbereich. Weil aber fast alle Einwohner dort einen Vertrag abgeschlossen haben, ist er nachträglich zum Kernbereich erklärt worden und wird in diesem Jahr noch ausgebaut.“ In Sommerland ist die Ferntrasse von Süderau bis Siethwende bereits fertig, und auch die Ortsteile Dückermühle und Grönland sind inklusive der Hausanschlüsse erschlossen, aber das Glasfaserkabel ist noch nicht eingeblasen. Zurzeit wird im Ortsteil Siethwende am Fuß- und Radweg von der Bahn in Richtung Kollmar gearbeitet. Dort beteiligt sich zusätzlich die Schleswig-Holstein Netz AG und verlegt eine Gasleitung und eine Mittelstromtrasse bis Brunsholt. „Dadurch teilen wir uns die Kosten und am Ende wird der Radweg mit Betonsteinen neu gepflastert - das wird eine schiere Sache“, freut sich die Bürgermeisterin. Sie ist regelmäßig an der Baustelle und bespricht den Fortgang mit dem Bauleiter. „Der ist immer ansprechbar und wir haben gute Absprachen getroffen und auftretende Probleme einvernehmlich lösen können.“

Die Gemeinden Blomesche und Engelbrechtsche Wildnis warten noch auf den Ausbau, die Vermarktung war im Frühjahr. Bürgermeister Niels Schilling (Blomesche Wildnis) dazu: „Eine erste Baubesprechung mit den Stadtwerken Neumünster zur Trassenführung ist bereits erfolgt. Zuerst wird die Ferntrasse von Elskop kommend über Altendeich und Herzhorn in die Engelbrechtsche Wildnis verlegt. Mit diesem Ausbau rechne ich im Herbst, die Hausanschlüsse folgen dann höchstwahrscheinlich im Frühjahr des nächsten Jahres.“ Ausgebaut wird das Gemeindegebiet noch nicht vollständig: Die Bahnlinie am Altendeich bildet die Grenze, und auch einige Außenbereiche werden wegen mangelnder Anschlussquote zunächst wohl nicht ausgebaut.

Noch nicht zum Ausbaugebiet erklärt sind im Amt die Gemeinden Herzhorn, Kollmar, Neuendorf, Borsfleth und Krempdorf sowie Altenmoor und Kiebitzreihe (die Zweckverbandsversammlung muss einem jetzt von der Gemeinde gestellten Antrag auf Aufnahme aber zuerst noch zustimmen). Wann dort die Vermarktung und der Ausbau erfolgt, darauf will sich zurzeit keiner festlegen. Bürgermeister Wolfgang Glißmann aus Herzhorn rechnet für seine Gemeinde mit Informationsveranstaltungen und Vertragsabschlüssen im Frühjahr 2017. Von dann an dauert es noch neun bis zwölf Monate bis zum Nutzen der Leitungen. In Herzhorn steht bereits seit diesem Jahr eine so genannte Popstation an der Deichabfahrt zum Markt. Dieser Hauptverteiler wird als erstes angeschlossen. Die Datenübertragung im Glasfasernetz arbeitet mit schnellen Lichtsignalen. Erst, wenn Licht in den Popstationen ankommt, können die Hausanschlüsse vorgenommen werden.

Es wird also noch etwas dauern, bis alle Gemeinden an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen sind, aber bis Ende 2018 oder Anfang 2019 sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein. Die Restlaufzeit von jetzigen Verträgen oder neuen Verträgen mit den Telefongesellschaften sind dabei unschädlich, denn sie werden von den Stadtwerken Neumünster übernommen und abgelöst.

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