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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 03:35 Uhr

Namenstag : Gemüsebauer feiert 90. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sein Leben gehört dem Gemüse: Wilhelm Busch aus Blomesche Wildnis wird heute 90 Jahre alt.

Sein Blick geht über die Felder und zum Hofladen. Täglich sitzt Wilhelm Busch in seiner Laube an der Straße und freut sich auf Besuch. So auch heute, denn er feiert seinen 90. Geburtstag.

Sein Leben war geprägt von Gemüse. Denn aufgewachsen ist er mit drei Geschwistern auf dem Gemüsehof am Neuendeich 191. Wilhelm Busch ging im Ort zur Schule und lernte dann bei seinem Vater. „Damals besuchte ich die Gemüsebaumschule in Glückstadt“, erzählt er. In die Ferne ging es im Zweiten Weltkrieg. Zunächst zum Arbeitsdienst 1943. Mit 17 Jahren musste er als Soldat nach Polen. 1944 wurde er verwundet, 1945 kehrte er an die Front nach Polen zurück. „Ich habe Glück gehabt, ich kam bei den Engländern in Gefangenschaft.“ Am Geburtstag seiner Mutter, am 30. Juli 1945, durfte er nach Hause zurückkehren. Wilhelm Busch blieb auf dem Hof und arbeitete mit. „Damals bauten wir Blumenkohl, Kopfkohl und hauptsächlich Kartoffeln an.“

1948 lernte er seine spätere Frau Christel kennen, 1951 wurde geheiratet. „Meine Frau hat immer mitgearbeitet“, sagt der Jubilar über seine inzwischen verstorbene Ehefrau. Gemeinsam halfen sie, den Betrieb zu vergrößern. 1966 übernahm Wilhelm Busch den Hof von seinen Eltern. Inzwischen waren Tochter Gudrun und Sohn Albert geboren. „Der Betrieb wurde größer. Wir hatten auch Kühe und Ochsen und haben deshalb Land dazugepachtet.“

Die Arbeit auf den Feldern war damals noch reine Handarbeit. Nur für den Transport gab es Loren, die Schienen führten vom Feld direkt auf den Hof. Später verschwanden die Schienen von der Straße, die Loren fuhren nur noch auf dem Feld. Viel später gab es dann den ersten Trecker, der die Loren vom Feld auf den Hof heben konnte. „Mit der Feldbahn haben wir noch bis Anfang der 70er Jahre gearbeitet, danach nur noch mit Treckern.“

Der Betrieb wuchs stetig, auch kamen weitere Gemüsesorten wie Chinakohl hinzu. „Wir haben frisch vermarktet, auch direkt über den Großhandel.“ Wilhelm Busch erinnert sich an Kunden, die aufs Feld kamen und direkt bei ihm Blumenkohl kauften. Zudem wurde auf dem Hof verkauft. „Auf der Diele standen immer ein paar Kisten Kohl.“ Es gab immer viel zu tun. Trotzdem engagierte sich Wilhelm Busch 20 Jahre als Gemeindevertreter, außerdem ist er seit 1945 in der Feuerwehr. „Wir haben viel gearbeitet, wir hatten keinen Urlaub.“ Erst als Rentner hat er sich von seiner Frau überzeugen lassen, bei Bustouren mitzufahren.

Auch als Rentner half er seinem Nachfolger und Sohn Albert und Schwiegertochter Monika immer gern. Regelmäßig fuhr er zweimal die Woche mit zum Großmarkt. „Wir sind um 2.30 Uhr losgefahren.“ Und Gemüse isst er immer noch gerne. Kartoffeln sowieso. Was er aber besonders liebt: „Hühnersuppe.“

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erstellt am 08.Aug.2016 | 17:05 Uhr

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