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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 17:09 Uhr

Kleingartenverein : Gemeinschaft im Grünen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vielfach ausgezeichnete Kleingartenanlage „Großer Brook in Wilster besteht seit knapp 100 Jahren und bietet noch freie Parzellen

Die Kleingartenanlage „Großer Brook“ gehört zu den schönsten im Kreis Steinburg, im Land Schleswig-Holstein und sogar auf Bundesebene. Auf hohe Auszeichnungen wie die Goldmedaille im Landes- und die Silbermedaille im Bundeswettbewerb 2014 sind die 81 Mitglieder des Kleingärtnervereins Wilster mit Recht stolz. Mehrfach holten sie den 1. oder zumindest den 2. Platz im Kreiswettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet. Erst im Juli war die Bewertungskommission am Brook unterwegs, um die Anlage ein weiteres Mal zu beurteilen. Mit der Bekanntgabe der Sieger und Platzierten wird zum Erntedankfest Anfang Oktober gerechnet.

Zentraler Treffpunkt für die Kleingärtner ist das Vereinsheim am Drallweg. Um de Eck, Tor- und Schilfweg, Rosen- und Karrenweg heißen die weiteren Wege, die nicht nur zu den einzelnen, durchschnittlich 400 Quadratmeter großen Parzellen führen, sondern auch von der heimischen Bevölkerung gern zu Spaziergängen durch die gepflegte Gartenanlage genutzt werden.

Im Vereinsheim herrscht reges Leben. Hier treffen sich die Gartenfreunde an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat zwischen 19 und 20.30 Uhr zur Sprechstunde mit den Vorstandsmitgliedern. Hier stehen Vorsitzender Heinz-Jürgen Schulz, sein Stellvertreter Frank Framke und Rechnungsführerin Heike Spiegel sowie weitere Vorstandsmitglieder gern für Fragen aus dem Kreis der Mitglieder zur Verfügung. Gesellig wird es anschließend, wenn sich die Kleingärtner im Klubhaus oder bei gutem Wetter auch in der abendlichen Sonne auf der überdachten Terrasse viel zu erzählen haben. Hier werden bis zur letzten Stunde die Pläne für das Sommerfest der Kleingärtner mit Grillabend geschmiedet, das am kommenden Sonnabend, 20. August, ab 18 Uhr gefeiert werden soll.


Flüchtlinge haben Parzellen gepachtet


Für die Gastronomie im Vereinsheim zeichnet Monika Boers verantwortlich. Sie wird von ihrem Ehemann Walter unterstützt, der zugleich Chef des im Klubhaus ansässigen Sparclubs der Gartenfreunde ist. Beide sind Rentner und halten sich fast täglich in ihrem Kleingarten oder im Vereinsheim auf. Als Obmann für den Rosenweg ist er gern bereit, seinen Gartenfreunden den einen oder anderen Tipp zu geben. Darauf sind besonders neue Vereinsmitglieder aus dem Kreis der Flüchtlinge und Asylbewerber angewiesen. Denn: „Wir haben inzwischen vier Parzellen an Migranten aus Syrien und aus Afghanistan verpachtet“, erzählt Heinz Jürgen Schulz. „Und es funktioniert“, hat er aus den Erfahrungen in den vergangenen acht Monaten erkannt. Wünschenswert sei es, wenn sich die ausländischen Mitglieder noch mehr in das Vereinsleben einfügen würden.

Ein Thema unter den Gartenfreunden ist auch der 100. Vereinsgeburtstag, der in vier Jahren gefeiert werden soll. Der Verein war am 8. Juli 1920 auf Initiative des Lehrers Jürgen Rehm mit „einer großen Zahl von Gemüseland-Pächtern“ gegründet worden. Im Laufe der Zeit hat sich die Kleingartenanlage am Brook weg vom reinen Gemüseland immer mehr hin zum Freizeitgarten gewandelt. Dennoch ist nach wie vor festgeschrieben, das ein Drittel der Parzelle für den Obst- und Gemüseanbau genutzt werden muss, ein weiteres Drittel ist der Rasenfläche und den Blumen vorbehalten und das letzte Drittel darf mit einer Laube und Terrassenflächen überbaut werden. Alle Gärten sind an eine zentrale Wasserversorgung angeschlossen.

Von den insgesamt 104 Gartenparzellen auf der 3,7 Hektar großen Anlage werden 13 als Gemeinschaftsanlagen genutzt. Mit viel Mühe wurden Biotope angelegt, eine große Kompostanlage geschaffen, Obstbäume auf einer Apfelwiese angepflanzt, neue Verbindungswege ermöglicht sowie Grünanlagen und ein spezieller Schmetterlingsgarten angelegt. Die Nabu-Jugend hat seit mehreren Jahren eine Heimat in einer Gartenparzelle gefunden. Von den 91 verfügbaren Parzellen sind zurzeit 75 verpachtet. 16 freie Gärten stehen zur Neuverpachtung an. „Wer Interesse hat, kann sich gern an den Vorstand wenden und einmal in das Vereinsleben hineinschnuppern“, freuen sich Heinz Jürgen Schulz und Heike Spiegel auf neue Kleingärtner.

Schon heute gibt es ganz eifrige Gartenfreunde: Von den 68 aktiven Mitgliedern bewirtschaften sieben Pächter jeweils zwei Parzellen. 13 fördernde Mitglieder unterstützen den Kleingärtnerverein durch ihre Vereinsbeiträge. Und ihnen allen steht das Vereinsheim offen, um die Kontakte untereinander zu pflegen und wichtige Neuigkeiten aus dem Vereinsleben auszutauschen, ruft Vorsitzender Heinz Jürgen Schulz allen aktuellen und allen kommenden Mitgliedern ein herzliches „Gut Grün!“ entgegen.

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