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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 19:44 Uhr

Wirtschaftsförderung : Gemeinsam zu mehr Wirtschaftswachstum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Stadt Itzehoe und ihre Umlandgemeinden wollen künftig Gewerbe- flächen gemeinsam entwickeln und vermarkten. Eine Untersuchung soll im nächsten halben Jahr Stärken und Schwächen ausloten.

Knapp 3000 Gewerbebetriebe beherbergen die Stadt Itzehoe und die umliegenden 15 Gemeinden nach eigenen Angaben. Als „Region Itzehoe“ wollen die Kommunen in Zukunft mehr tun, um das Wachstum dieser Unternehmen zu unterstützen und als Standort für Neuansiedlungen attraktiver zu sein. Den Startschuss für die vertiefte Zusammenarbeit stellt ein Gewerbeflächen-Entwicklungskonzept (Gefek) dar, mit dessen Erstellung in dieser Woche begonnen wurde.

„Unsere Region hat als Standort für Neuansiedlung in den vergangenen Jahren öfter den Kürzeren gezogen“, sagt Itzehoes Wirtschaftsförderer Thomas Carstens. Es habe zwar Anfragen gegeben, am Ende seien die Unternehmen aber in andere Regionen gezogen. Woran es im Einzelfall gelegen habe, sei nicht immer klar, erklärt Carstens. „Als Öffentliche Hand bekommen wir selten ein Feedback von den Unternehmen.“ Klar sei, dass am Ende immer ein Mix entscheide. Neben „harten“ Faktoren wie verfügbaren Flächengrößen, Quadratmeterpreisen und Verkehrsanbindung spielten beispielsweise auch soziale Komponenten eine zunehmend wichtige Rolle. Ist die Region zum Beispiel attraktiv als Wohnort für Fachkräfte? „Ein bunter Strauß von Rahmenbedingungen und Faktoren spielt bei den Entscheidungen der Unternehmen eine Rolle.“

Dieses Gesamtpaket positiv beeinflussen, da sind sich die Akteure aus Stadt und Umland einig, können sie gemeinsam besser als jeder für sich. Das Gefek soll nun Maßnahmen aufzeigen, um dies zu erreichen. „Wir brauchen den Input von Fachleuten, die bundesweit unterwegs sind“, sagt Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen. Den soll das Lübecker Beratungsunternehmen Cima liefern, das mit der Erstellung des Konzeptes beauftragt wurde. „Letzten Endes geht es darum, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Standort die richtigen Flächen in der richtigen Qualität zu haben“, sagt Projektleiter Uwe Mantik. Um dies zu erreichen, sei nicht nur die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg von Vorteil, es sei auch sinnvoll, sich auf Stärken zu konzentrieren und diese gezielt zu entwickeln. Welche das sind, will Mantik mit seinen Mitarbeitern im nächsten halben Jahr analysieren und der Politik dann im Frühsommer 2017 Lösungen und Modelle vorschlagen.

Unter anderem ist dafür neben einer Untersuchung der vorhandenen, ungenutzten Gewerbeflächen auch eine Befragung der Unternehmen in der Region nach ihren Wünschen und Anforderungen vorgesehen. Denn die sollen ebenfalls von den Ergebnissen des Konzepts profitieren, betont Thomas Carstens. „Wir wollen die Unternehmen halten, die da sind, und neue Firmen anziehen und dafür bedarfsgerecht Flächen entwickeln.“ Volker Tüxen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Itzehoe-Land, betont, dass dabei keineswegs nur große Betriebe im Fokus stünden. „Es geht ganz klar auch darum, kleineren Firmen Entwicklungschancen zu bieten, damit sie nicht abwandern müssen“, so Tüxen

Knapp 75  000 Euro wird die Analyse der Cima kosten, die Tüxen schon jetzt ein „Highlight der Zusammenarbeit in der Region Itzehoe“ nennt. „Wir haben mit dem Innovationsraum Itzehoe-Nord und der flächendeckenden Breitbandversorgung gezeigt, dass wir viel erreichen können, wenn viele an einem Strang ziehen. Daran sollten wir anknüpfen.“


> Zur Region Itzehoe gehören neben der Kreisstadt die Gemeinden Bekmünde, Breitenburg, Dägeling, Heiligenstedten, Heiligenstedtenerkamp, Hohenaspe, Kremperheide, Krempermoor, Lägerdorf, Münsterdorf, Neuenbrook, Oelixdorf, Oldendorf, Ottenbüttel und Rethwisch. 2002 schlossen die Gemeinden eine Zielvereinbarung, um gemeinsam als Region zu agieren.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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