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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 13:17 Uhr

Itzehoe : Gemeindehaus wird Wohngruppe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

St. Michaelis verkauft Gebäude an der Sandstraße an die Diakonie. Einrichtung für hilfsbedürftige Jugendliche geplant.

An den Fensterrahmen bröckelt die Farbe ab, durch das undichte Dach pfeift der Wind: Das Wellenkamper Gemeindehaus aus der Gründerzeit ist in die Jahre gekommen. Geht alles gut, wird es schon bald einen neuen Besitzer finden und saniert werden: Die Diakonie Rantzau-Münsterdorf plant, das Haus an der Sandstraße zu kaufen und eine Wohngruppe für hilfsbedürftige Jugendliche einzurichten.

Bisher ist weder der Kaufvertrag unterschrieben noch die Genehmigung für den nötigen Umbau erteilt. Allerdings bereitet der Kirchengemeinderat im Moment alles für den Verkauf vor: Das Stöberstübchen, das im Keller Kleidung für Bedürftige ausgab, ist bereits geschlossen, die restlichen Kleider sind an die Arbeiterwohlfahrt abgegeben worden, die beiden Säle werden geräumt.

Sicher sei das ein schmerzlicher Schritt für die Gemeinde, sagt der stellvertretende Vorsitzende Ralf Kürschner. „Aber Gemeindehäuser werden von der Kirche nicht mehr gefördert, und wir müssten in die Sanierung 300  000 bis 400  000 Euro investieren.“

Zu viel für die kleine Gemeinde, die ohnehin plant, die benachbarte Kirche zu sanieren. Wann es losgeht, steht noch nicht fest. Allerdings sollen beim Umbau zwei Gemeindesäle in das Gotteshaus integriert werden – wie auch schon andernorts geschehen, beispielsweise im Nachbarort Kremperheide. In das dortige Gemeindezentrum sowie in die Begegnungsstätte Wellenkamp können die Gruppen, die sich bislang im Gemeindehaus trafen, für die Übergangszeit ausweichen. „Dann müssen wir sehen, wie es in den neuen Räumen weitergeht“, so Kürschner.

Auch bei der Diakonie ist man im Moment noch nicht sicher, wie genau es im alten Gemeindehaus weitergehen wird. Die Planungen laufen. Feststeht: „Wir möchten eine Einrichtung für die Kinder- und Jugendhilfe aufbauen“, so Sprecherin Natalie Lux. Dort könnten beispielsweise Minderjährige aus schwierigen Familien oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Unterschlupf finden und von Pädagogen begleitet werden. Angedacht sei, eine Wohngruppe mit zehn Plätzen zu schaffen. Vergleichbare Einrichtungen betreiben in Itzehoe bisher nur die Via Nova und die Brücke, die Diakonie baut gerade eine ähnliche Wohngruppe in einem ehemaligen Kindergarten in Elmshorn auf.

Nach den Sommerferien will die Diakonie weitere Details bekannt geben und die Anwohner bei einer Veranstaltung über das Vorhaben informieren. Ein Starttermin steht bislang ebenso wenig fest wie der Umfang der Umbau- und Sanierungsarbeiten.

Sicher ist allerdings: Die Summe aus dem Verkauf des Hauses steckt die Gemeinde in die Renovierung ihrer Kirche, die mit 425 000 Euro veranschlagt ist und damit wieder ein ganzes Stück näher rückt.




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erstellt am 15.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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