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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2016 | 09:10 Uhr

Geldstrafe nach wilder Autofahrt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Er bleibt unverletzt – und das grenzt an ein Wunder. Es ist der 15. Dezember 2015, als ein 49-jähriger Radfahrer aus Itzehoe in Edendorf mit einem Auto zusammenstößt. Dessen Fahrer, ein 23-jähriger Itzehoer, ist gestern am Amtsgericht wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt worden: 1200 Euro Geldstrafe und sechs Monate Führerschein-Sperre. Bislang war die Fahrerlaubnis nicht konfisziert, jetzt musste der Angeklagte sie an Strafrichter Malte Zander übergeben – für ihn sichtlich der schwerste Moment des Prozesses.

Es ist 17.30 Uhr an jenem 15. Dezember. Der 23-Jährige fährt auf der Robert-Koch-Straße in Richtung Albert-Schweitzer-Ring. Und er hat es eilig, denn eben hat seine damalige Freundin telefonisch gedroht, seine Sachen aus dem Fenster zu werfen, sollte er diese nicht umgehend abholen. Vor ihm fährt ein 39-jähriger Kellinghusener in seinem Audi. Zu langsam, findet der Angeklagte und überholt mit deutlich zu hohem Tempo. Doch der Platz reicht nicht, die Einmündung ist da. Der Itzehoer kommt ins Schleudern, von der Seite nähert sich der Radfahrer, prallt mit seinem Lenker gegen den Außenspiegel des Angeklagten und kippt um. ,,Ich hörte ein kreischendes Motorgeräusch und quietschende Reifen. Das Auto schoss auf mich zu, ich konnte den Lenker gerade noch rumreißen. Ich hatte unglaubliches Glück“, sagt der Lehrer vor Gericht.

Er bleibt unverletzt, sein Rad heil. Der Angeklagte kommt auf einer Verkehrsinsel zum Stehen, nachdem er ein Schild umgefahren hat. Der Schaden an seinem Auto beläuft sich auf 400 Euro.

,,Der hätte die Kurve niemals bekommen, weil er viel zu schnell war“, erinnert sich der Audi-Fahrer. Polizei und Ordnungsbehörde verhängen Bußgeld und Führerschein-Sperre, doch mit seiner Anzeige bringt der Radfahrer das Strafverfahren ins Rollen. Schlusswort des einsichtigen Angeklagten: ,,Das war mir eine ganz große Lehre. Ich bin heilfroh, dass niemand verletzt wurde.“

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