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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Onlinetrend : Gaudi um Brunsbüttel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Bayerischer Liedermacher Christoph Weiherer sorgt mit der Brunsbütteler Postleitzahl 25541 für Furore in der Schleusenstadt.

Fünf Ziffern, die Postleitzahl von Brunsbüttel, sorgen in Süddeutschland für Furore. Dort macht ein bayrischer Liedermacher namens „Der Weiherer“ seit Jahren auf seine Weise Werbung für Brunsbüttel. Er erzählt seinem Publikum stets, wenn sie an der Kasse im Supermarkt oder im Kaufhaus nach ihrer Postleitzahl gefragt würden, sollten sie munter die 25541 angeben. Dann lande jegliche Werbung in Brunsbüttel. Jetzt kommt Christoph Weiherer tatsächlich in die von ihm veräppelte Schleusenstadt. Am 9. und 10. Januar 2017 wird ihn der Kulturverein Lyra im Bürgersaal des Elbeforums präsentieren.

„Das ist der Wahnsinn“, schreibt der niederbayerische Liedermacher auf seiner Homepage. Und er hat recht. Denn ursprünglich sollte er in der Galerie Rusch, der traditionellen Spielstätte von Lyra, auftreten. „Das war in Windeseile ausverkauft“, erzählt Jens Rusch. Also wurde ausgewichen auf das Elbeforum. Im Handumdrehen gab es auch hier die Meldung: ausverkauft. Für das kurzum organisierte Zusatzkonzert am 9. Januar gibt es noch Karten. Wer dabei sein möchte, wenn der Bayer über Brunsbüttel erzählt, muss sich allerdings sputen.

Losgetreten hatte den Hype um den Weiherer eine Mitarbeiterin des NDR. Die hatte von der Brunsbüttel-Gaudi in Süddeutschland im Radio gehört und Bürgermeister Stefan Mohrdieck darauf angesprochen. Dem gefällt, dass die Stadt einmal nicht durch Negativschlagzeilen übers Kernkraftwerk in die Schlagzeilen kommt. Mohrdieck freut sich über die kostenlose Werbung. Und er sagt, er habe den Bayern schon selbst ins Elbeforum holen wollen. Dann kam Lyra. „Er hat wohl unterschätzt, wie das hier aufgegriffen wird“, sagt der Bürgermeister grinsend. Schmunzeln muss Stefan Mohrdieck auch über den Wunsch des 36-Jährigen, für sein langjähriges Bemühen um Brunsbüttel mit der Ehrenbürgerschaft belohnt zu werden. Natürlich, versichert der Verwaltungschef, werde er das Thema im Hauptausschuss am Mittwoch ansprechen. Doch Kanalbauer Gustav Meyer und die beiden Bürgermeister Ernst Tange und Wilfried Hansen hätten sich auf ganz anderer Ebene um Brunsbüttel verdient gemacht.

Nicht ausschließen möchte Mohrdieck aber, dass Weiherer den Bürgerpreis der Stadt bekommen könnte.

Auch beim Verein für Handel Gewerbe und Industrie wird inzwischen überlegt, wie der bundesweite Einsatz des Bayern für die Stadt an der Elbe belohnt werden kann. Noch aber ist dort nichts spruchreif.

Brunsbüttels Verwaltungschef gefällt, dass Christoph Weiherer im Januar in der Stadt live zu erleben ist. „Dann kann er anschließend in seinem Programm sagen, er war schon mal da.“

Unerwartet profitiert womöglich der Verein Lyra vom Hype um 25541. Eigentlich sollen die Mitglieder im Februar das Aus beschließen. Doch nun sieht Jens Rusch Licht am Ende des Tunnels: Mit dem richtigen Programm könnte Lyra ja in Zukunft eigene Veranstaltungen ins Elbeforum bringen, überlegt er, „drei oder vier Mal im Jahr“. Die Miete des Bürgersaal sei durchaus aufzubringen.

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erstellt am 29.Okt.2016 | 16:07 Uhr

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