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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 16:40 Uhr

Herbst : Für Naturfreunde die schönste Zeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In unserer Reise durch die Tier- und Pflanzenwelt Steinburgs geht es diesmal um das herbstliche Leben im Breitenburger Forst.

In weiten Mäandern fließt die Stör unterhalb der von der Eiszeit aufgeschichteten Höhen im Osten von Itzehoe durch ein Urstromtal. Weite Wälder sind auf den Geröllen und Sanden heran gewachsen und bilden einen einen weitläufigen in hügeliger Landschaft befindlichen Naturraum. Buchen, Eichen, Ebereschen und Kiefern sind oft zu stattlichen Bäumen herangewachsen, deren Kronen ein geschlossenes Dach über den am Boden lebenden Tieren und Pflanzen bilden.

Nun im Herbst sehen die Blätter ihrem letzten lebenden Stadium entgegen. Tiefdunkel sind ihre Farben geworden, alt, und mit dem Einsetzen ersten Frostes werden sie von den Herbststürmen herab gerissen, nachdem sie ein prächtiges Schauspiel voll vielfältiger Rot- und Gelbtöne hervorgebracht haben, in denen das Sonnenlicht spielt und alles in ein prall leuchtendes Inferno verwandelt, um im Sterben noch einmal ihre Schönheit zu zeigen.

Der Großteil der Gefiederten ist bereits länger in südliche Gefilde aufgebrochen, Laubsänger, Finken, Drosseln, die in vielerlei Arten das Sommerhalbjahr mit ihren Gesängen belebten. Doch sind dafür nun andere Gäste eingetroffen. Neben den ständig anwesenden Spechten – Bunt- und Kleinspechte, Schwarz- und Grünspechte – tummeln sich Scharen von nordischen Bergfinken, die inzwischen eingetroffen sind. Sirrende Töne sind zu vernehmen, hervorgerufen von schwarz-weiß gefärbten hübschen Schwanzmeisen. Oder ganz leise Sisisisi-Geräusche. Sie stammen von den kleinsten unserer heimischen Vögel, den Goldhähnchen, die wie kleine Federkügelchen in den Fichten nach Nahrung suchen. Dazu rufen immer noch die Kleiber. Man sieht sie die Bäume auf- und abklettern, in direkter Nachbarschaft mit Eichhörnchen und Baumläufern, während hinter der Rinde von Totholz Springschwänze und Bockkäfer den Winter erwarten.

Für viele Naturfreunde ist nun eine der schönsten Zeiten angebrochen. Blätter schieben sich bei jedem Schritt raschelnd vor den Füßen her. Letzte Igel schnobern laut schnaufend durchs Laub, während Amseln mit weitem Schwung die Blätter nach links und rechts schleudern, um an Würmer und Engerlinge heranzukommen. In einer kleinen hübschen Talsenke liegt ein Teich mit einem kleinen Bach, der sich dahinschlängelt. Molche beheimaten ihn, verschiedene Wasserkäfer, sogar Ringelnattern sind anzutreffen. Ein Dompfaff leuchtet knallrot.

Noch immer kommen Graureiher aus den Störwiesen in den Wald geflogen, um sich hoch oben auf den ausladenden Kiefern zur Nacht niederzulassen. Im zeitigen Frühling brüteten sie hoch droben im Wald, weit über 100 Paare waren es bereits. Ist es nicht erstaunlich, das solch große Schreitvögel mit derart langen Beinen in den verästelten Wipfeln zurecht kommen? Tief unter den Nestern sausten große Nagelfleckfalter um die Baumstämme der benachbarten Buchen, während auf krautigen Lichtungen Waldbrettspiele umher gaukelten. Auch das sind Schmetterlinge, klein und hübsch sehen sie aus. Dazu knallbunte Tagpfauenaugen und eine Vielzahl an Nachtfaltern. Morgen- und Abendstunden waren erfüllt von unterschiedlichsten Gesängen, die zusammen ein wunderbares Orchester bildeten, deren Sänger und Musikanten der Fachmann sämtlichst identifizieren kann.

Itzehoe ist sehr malerisch gelegen zwischen Marsch und Geest. Vielfältige Landschaften haben sich entwickelt, worunter der bergig anmutende Breitenburger Forst besonders hervorzuheben ist. Längst sind auch die Blumen verblüht, seien es Waldhainklee, Glockenblumen, Günsel oder Roter Fingerhut. Dafür haben sich Pilze mit hoher Geschwindigkeit den Waldboden und das Totholz zu eigen gemacht und sprießen überall hervor, wobei die schönsten wohl die bekannten Fliegenpilze sind. Doch selbst diejenigen ohne Hüte bringen leuchtende Farben hervor, von tieforange oder knallrot bis zu intensivem gelb. Kleine Schnecken machen sich darüber her, ehe die Welt der Pilze wieder in den Erdboden versinkt.

Ganz ruhig sitzen in einer Fichte mehrere Waldohreulen beisammen, während der Mond aufgeht und geheimnisvolle Geräusche unten im Laub zu vernehmen sind. Auch jetzt hat der Wald in seiner nächtlichen Stimmung wunderbare Impressionen zu bieten, die der Tag verborgen hält.

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