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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 08:51 Uhr

Hörnum : Fünf-Städte-Heim in neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Förderverein sammelt Ideen, Talente und Geld für die Ferienfreizeit- und Jugendbildungsstätte in Hörnum. Beteiligt am Heim ist auch die Stadt Kellinghusen

Sie spielen gern, sind für vielerlei Späße zu haben und lieben die Nordsee. Deshalb verbringen sie gern einen Teil ihrer Ferien mit fremden Kindern und Jugendlichen. Sie, das sind etwa ein Dutzend Jugendbetreuer aus Schleswig-Holstein, die ein gemeinsames Ziel auf Sylt haben: das Fünf-Städte-Heim in Hörnum. Und damit das dort so schön bleibt und auch neue Jugendgruppen dort ihre Sehnsucht entdecken, haben sie einen Förderverein für die Ferienfreizeit- und Jugendbildungsstätte gegründet. Beteiligt am Heim ist auch die Stadt Kellinghusen. Und genutzt wird es auch: Seit Jahrzehnten bietet die Stadtjugendpflege im Sommer Fahrten nach Hörnum an.

In den vergangenen sechs Monaten wurden die zahlreichen Formalitäten abgewickelt, um einen guten Start hinzulegen. Mit der Geschäftsführung des Trägervereins des 1948 gegründeten Jugendheims wurden Satzungen und Ziele abgestimmt, um gemeinsam noch schlagkräftiger zu werden. „Wir finden das Konzept sehr gut und freuen uns über die Unterstützung“, sagt Dieter Schipler, Vorsitzender des Fünf-Städte-Vereins Pinneberg.

Entstanden war die Idee des Fördervereins während eines Arbeitswochenendes. Seit mehreren Jahren kommen alte und junge Gruppenleiter zu Beginn und zum Ende der Saison im Fünf-Städte-Heim zusammen, helfen dort, wo viele Hände mehr schaffen, und bringen eigene Ideen ein. So können sich Kinder beispielsweise inzwischen auf aufgemalten Spielfeldern draußen und auf rustikalen Sitzbänken vergnügen.

Jüngst nutzten der Vorstand und einige Mitglieder des Fördervereins das Arbeitswochenende zum Saisonende in Hörnum, um weitere Projekte zu entwickeln. „Die Internet- und Facebook-Seite können wir demnächst frei schalten. Eine Broschüre samt kleinem Flyer geht im Herbst an alle Freizeitgruppen und Schulklassen“, kündigt Axel Hartmann, Schatzmeister der Förderorganisation, an. Die Zielgruppe ist groß. Etwa eine viertel Million junger Menschen haben in den vergangenen fast 70 Jahren das Fünf-Städte-Heim besucht, viele von ihnen kamen mehrfach. „Den einen packt das Hörnum-Virus. Für andere ist die Einrichtung zu groß“, erzählt Christian Kreth (45). Er gehört zu denen, die das Fieber „Hörnum“ seit seinem ersten Besuch in den 80er-Jahren nicht mehr losgelassen hat. Bereits im Alter von 15 Jahren fuhr er das erste Mal als Jugendbetreuer ins Fünf-Städte-Heim.

Von ihm kommt auch die Idee, den seit fünf Jahren verwaisten Kiosk im Fünf-Städte-Heim wiederzubeleben. So wie die Badewacht vom Arbeiterwassersportverein aus Hamburg und der Sanitästdienst in der Regel über das Rote Kreuz abgewickelt werden, werden jetzt Freiwillige gesucht, die sich in den Sommerferien den Kiosk-Dienst teilen. „Dieser Service wird von den Gruppen, die schon lange ins Haus kommen sehr vermisst. Es wäre toll, wenn der freiwillige Dienst auch dort funktioniert“, sagt Reinhold Bauerfeld von der Geschäftsführung des Trägervereins und ebenfalls begeisterter Hörnum-Fahrer in den 50er-Jahren.

„Unser Ziel ist es, durch kleine und große Projekte die Attraktivität des Hauses zu erhöhen. Je mehr den Förderverein unterstützen, desto mehr können wir natürlich bewegen“, sagt Astrid Zibull, Vorsitzende des Fördervereins. Sorgen um den Erhalt des Fünf-Städte-Heims als Freizeitstätte, machen sie und ihre Vorstandskollegen sich nicht. Sie erzählt: „Ein Auslöser für die Unterstützungskampagne war die Debatte um den möglichen Verkauf, weil die Besucherzahlen zurückgingen.“ Doch dieses Jahr lief wirtschaftlich gut in „Hörnum“. Damit es wirtschaftlich noch weiter vorangeht, packen die Förderer gern mit an – auch mit eigenen Freizeitfahrten, zum Beispiel nächstes Jahr in den Herbstferien unter dem Motto: „Die Friesen sind los!“

Das Fünf-Städte-Heim war in der Vergangenheit auch als mögliche Unterkunft für Flüchtlinge im Gespräch: Im November 2015 plante der Kreis Pinneberg, dort vorübergehend rund 300 Schutzsuchende aus der eigenen Region unterzubringen. Zuletzt hatte im Januar ein Vorstoß der CDU-Fraktion der Gemeinde Sylt, das Hörnumer Fünf-Städte-Heim für die Unterbringung von Sylter Flüchtlingen zu nutzen, für Diskussionen auf der Insel gesorgt. Auch ein möglicher Verkauf stand damals im Raum.


>Kontakt: Astrid Zibull, 0151/17229840, www.förderverein-fünf-städte-heim.de.

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erstellt am 05.Nov.2016 | 08:30 Uhr

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