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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 17:21 Uhr

Aktion : Frei leben – ohne Gewalt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bis Anfang nächsten Jahres wird mit Hand-in-Hand-Plakaten im Holstein-Center in Itzehoe ein friedliches Miteinander gefordert.

Es ist immer noch ein Tabuthema in der Öffentlichkeit – Gewalt gegen Frauen und Kinder. Und darum ist der 25. November als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen nach wie vor notwendig, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Das machten in dieser Woche kreisweit Organisationen und Institutionen deutlich: Gleichstellungsbeauftragte, Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen (AsF), Pro Familia, Netzwerk gegen häusliche Gewalt (Kik), Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf und Frauenhaus Itzehoe. Auf Wochenmärkten wurden Brötchentüten verteilt, um zu unterstreichen: „Gewalt kommt nicht in die Tüte.“

Eine bekannte Aktion, bei denen die Initiatorinnen allerdings auch in den Vorjahren immer wieder erlebten, dass selbst Frauen einen Bogen um sie schlugen. Auch ein Grund, warum eine neue Idee des Teams des Frauenhauses Itzehoe aufgegriffen und umgesetzt wurde: Eine Plakataktion mit Händen, auf denen in den vergangenen Wochen Jugendliche und Erwachsene ihre Wünsche gegen Gewalt aufschreiben konnten.

Die Plakate wurde Donnerstag im Holstein Center aufgehängt. Die Resonanz war groß, wie Karin Lewandowski, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Itzehoe gestern beim Aktionsstart betonte. Der Rücklauf war so enorm, dass die Plakate auf zwei Ebenen angebracht werden mussten. Respekt, Toleranz Pressefreiheit, gemeinsames Lachen – die wortreichen Plakate sprechen eine deutliche – positive – Sprache gegen Gewalt und verfehlen ihre Wirkung nicht. Centermanagerin Jacqueline-Corin Fröde und ihre Kollegin Daniela Bergemann haben schon viele Leute beobachtet, die inne hielten und die Worte auf sich wirken ließen. „Die Emotionen sind von ihren Gesichtern ablesbar“, sagte Daniela Bergemann. Das Centermanagement sei sofort bereit gewesen, die Plakataktion in das weihnachtlich geschmückte Holstein Center zu integrieren. „Wir fanden die Idee auf Anhieb gut“, so Jacqueline-Corin Fröde. Bis Anfang nächsten Jahres werden die Plakate hängen bleiben, sie sollen zum Nachdenken über ein Thema anregen, das alle angeht, wie Karin Lewandowski betonte.

Dass Gewalt gegen Frauen nach wie vor ein gesellschaftliches Problem auch im Kreis Steinburg ist, bestätigte Hans-Werner Heise von der Polizeidirektion Itzehoe. Die Polizeibeamten sind die ersten vor Ort, die mit häuslicher Gewalt konfrontiert werden. Mehr als 200 Fälle pro Jahr im Kreis Steinburg – und die Dunkelziffer sei weitaus höher. Heise lobte das regionales Netzwerk gegen häusliche Gewalt. Ein Vorteil für die Polizeibeamten, professionelle Ansprechpartner zu haben, um Frauen gezielte Hilfe vermitteln zu können.

Respekt für das Engagement und die gute Zusammenarbeit zollten Kreispräsident Peter Labendowicz und Itzehoes Bürgervorsteher Heinz Köhnke bei der Eröffnung der Plakataktion. „Körper und Würde der Menschen ist unantastbar“, bekräftigte der Kreispräsident und verurteilte Gewalt gegen Frauen und Kinder innerhalb und außerhalb der Familie. Er sprach dabei ebenso Gewalt in Form von Prostitution und Menschenhandel an. „Was da passiert, ist unfassbar und darf alles nicht sein.“ Darüber hinaus kritisierte er gewaltverherrlichende Sportarten. Heinz Köhnke erinnerte überdies daran, wie lange schon der internationale Tage gegen Gewalt an Frauen begangen wird – seit 1981. „Das ist schon ein sehr langer Weg gewesen.“ Und doch müsse immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden. Die Akteure des Netzwerks bat er: „Machen Sie weiter auf dem Weg.“ Der Aktion wünschte er, dass sich das Motto „Hand in Hand für ein gewaltfreies Leben“ in den Köpfen der Menschen festsetzen möge.  

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erstellt am 26.Nov.2016 | 08:31 Uhr

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