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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 08:00 Uhr

Kommunalpolitik : Frauen stark machen für die Politik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Netzwerk „Kopf“ will mit Veranstaltungsangeboten mehr Interesse wecken, um den weiblichen Anteil in Steinburger Kommunalparlamenten zu erhöhen.

Im Sommer gab es einen Workshop, um gemeinsam zu überlegen, wie weitergearbeitet werden soll: Jetzt sind die Weichen im Verein „Kopf“, das kommunalpolitische Frauennetz im Kreis Steinburg, für die Zukunft gestellt. Im Pressegespräch erläuterten die Vorsitzende Sina Esselborn-Große, ihre Stellvertreterin Renate Schmidt, Schatzmeisterin Ilona Adamski und Beisitzerin Gerlinde Böttcher-Naudiet Projekte, durch sie weiterhin Frauen für Kommunalpolitik begeistern wollen.

Kopf, so Sina Esselborn-Große, bleibe „Anlaufpunkt für Frauen, die Interesse an der Kommunalpolitik haben, aber erstmal das Terrain sondieren möchten, ohne gleich in eine Partei einzutreten“. Die Vorstandsfrauen, zu denen auch Schriftführerin Doris Ulka und Beisitzerin Inken Carstensen-Herold gehören, unterstreichen dabei die Überparteilichkeit von „Kopf“ – und gleichzeitig die Notwendigkeit, dass Frauen kommunalpolitisch mehr mitreden müssen. Schließlich machen Frauen die Hälfte der Bevölkerung aus. Dass dennoch nur wenige in den Kommunen politisch aktiv seien, sei schade. Esselborn-Große: „Es ist für eine Demokratie nicht gut, wenn ein großer Anteil der Bevölkerung politisch nicht vertreten ist.“

Doch zurzeit sei die Zahl der Frauen, die sich in Stadt- und Gemeindeparlamenten sowie Ausschüssen und Aufsichtsräten engagieren eher rückläufig. „Wir möchten gerne dazu beitragen, das zu ändern“, fügt die Vorsitzende hinzu, insbesondere im Hinblick auf die Kommunalwahlen 2018. Ganz wichtig sei die Information untereinander. „Männer sind auch vernetzt, für die ist das ganz normal“, ergänzt Ilona Adamski. Das Frauennetz „Kopf“ will darum Frauen in ihrem Bestreben stärken, den Weg in die Politik zu gehen. In der Vergangenheit habe „Kopf“ bereits erfolgreich durch Seminare Frauen in die Kommunalpolitik gebracht, erinnert Renate Schmidt. Künftig wollen die Frauen noch intensiver daran arbeiten, weitere dazu zu ermutigen, so Gerlinde Böttcher-Naudiet.

Das Potenzial sei vorhanden, immer mehr Frauen beteiligen sich heute an der Planung und Gestaltung des öffentlichen Lebens. Allerdings engagierten sie sich beispielsweise eher in Elternbeiräten als in Stadt- oder Gemeindevertretungen. Das aber sicher nur, weil ihnen nicht bewusst sei, „welche Möglichkeiten sie haben“. Oft sei noch die traditionelle Rollenverteilung ursächlich dafür. Frauen begründeten häufig fehlende Zeit mit Kinderbetreuung oder Angehörigenpflege. Ilona Adamski weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass laut Entschädigungssatzung Kosten für Betreuung erstattet werden. Informationen wie diese erhalten Frauen bei den Veranstaltungen von „Kop“. Zum besseren Kennenlernen und einfach mal Kontakte knüpfen bietet das Frauennetz erstmals ein Frühstück für Frauen an. Am 19. November von 10.30 bis 13 Uhr findet es im Muschelzimmer des Kreishauses in der Viktoriastraße statt und ist kostenlos. Kommt dies bei Frauen gut an, soll das Frühstück etwa vierteljährlich angeboten werden, organisiert von Ilona Adamski und Renate Schmidt. Eine ungezwungene Möglichkeit sich auszutauschen – und zu erfahren, dass Politik sehr interessant sein kann. Das nächste Seminar wird es am 3./4. Februar 2017 in Itzehoe geben. Referentin wird Brigitte Fronzek, ehemalige Elmshorner Bürgermeisterin, sein. Im Mittelpunkt wird das Thema Finanzen stehen, wobei es um Grundlagenkenntnisse rund um den gemeindlichen Haushalt gehen soll. „Frauen sollen sich auch mal trauen, in den Finanzausschuss zu gehen“, betont Sina Esselborn-Große.

Und auch in der zweiten Jahreshälfte 2017 wird ein Lehrgang angeboten werden, das Thema ist noch offen, wobei „Kopf“ auch weiterhin eng mit den Gleichstellungsbeauftragten und der Böll-Stiftung zusammenarbeiten wird. Themenbezogene Kamingespräche werden im März nächsten Jahres starten, und eine Fahrt nach Berlin – voraussichtlich Ende Mai – ist geplant. „Wir werden auch wieder den Landtag besuchen“, kündigt Ilona Adamski an, eventuell werden auch Brüssel und Straßburg parlamentarische Reiseziele sein. Zudem haben sich die Frauen die Vernetzung mit weiteren Verbänden und Vereinen im Kreis vorgenommen. Auf jeden Fall werden sie sich aktiv an der 150-Jahr-Feier des Kreises im nächsten Jahr beteiligen.  

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erstellt am 27.Okt.2016 | 11:50 Uhr

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