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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 12:33 Uhr

Integration : Flüchtlinge werden zu Freunden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Helfer und Migranten knüpfen Kontakte im „Café International“. Zwei Zuwanderer-Babys in Brokdorf geboren.

Das „Café International“ ist in Brokdorf seit einem halben Jahr zu einem festen Angebot an die in der Elbgemeinde lebenden Flüchtlinge und Asylbewerber geworden. Alle vier Wochen immer donnerstags freuen sich die zahlreichen Helfer auf das Zusammentreffen mit den ausländischen Neubürgern. Mit zwei Babys haben diese in Brokdorf inzwischen für weiteren Einwohnerzuwachs gesorgt. Stolz präsentierte das afghanische Ehepaar Gaolam und Fariba Mohammedi seine erst zwei Monate alte Tochter Tanja. Damit sorgen auch in Brokdorf untergebrachte Flüchtlinge wie bereits in anderen Gemeinden in der Wilstermarsch für einen noch vor Jahresfrist nicht erwarteten Bevölkerungszuwachs in der Region.

Seit Dezember vergangenen Jahres wohnt die Familie mit jetzt vier Kindern und der Großmutter in Brokdorf. Der Rentner Klaus Vierth, der gemeinsam mit seiner Frau Ingrid die organisatorischen Fäden in der Hand hält, berichtet, das neben diesen sieben Neubürgern in Siethwende weitere vier in der Dorfstraße und sechs in der Hafenstraße eine Wohnung gefunden haben. Elf der Flüchtlinge sind Afghanen, weitere sechs kommen aus Tschetschenien.

Bei Kaffee und Kuchen sowie verschiedenen Kaltgetränken entwickelten sich freundschaftliche Gespräche zwischen Helfern und Migranten. An dem Treffen nahm auch der Flüchtlingsbeauftragte für Wilster und die Wilstermarsch, Knut Jüstel, teil. Das Treffen fand letztmalig im Vereinsheim der Boßler statt, weil die Kinder dort die Spielgeräte des Mehrgenerationenplatzes nutzen konnten. Im Winterhalbjahr findet das „Café International“ im Haus der Vereine neben der Sporthalle statt.

Klaus Vierth ist zufrieden mit der Beteiligung der erwachsenen Neubürger an den Deutschkursen. Sie werden mit drei Doppelstunden pro Woche durchweg von acht Kursteilnehmern besucht, die wechselweise von den Brokdorfern Regina Peters, Karl Lamberty und Manfred Eisner unterrichtet werden. Kinder und Jugendliche werden in ihrer Schule in den so genannten Daz-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) mit der deutschen Sprache vertraut gemacht.

Begeistert ist Klaus Vierth von der Offenheit und dem Entgegenkommen der heimischen Wirtschaft. Unternehmen aus Wilster und der Wilstermarsch haben bereitwillig Praktikumsplätze für die Asylbewerber zur Verfügung gestellt, unter anderem im Bekleidungshaus Reese in Wilster, bei der Firma Mahrt-Haustechnik in Beidenfleth und im Baugeschäft Heutmann in Wewelsfleth. „Allen Migranten wurden beste Zeugnisse ausgestellt“, ist Klaus Vierth stolz. Vor allem die Bedeutung der Pünktlichkeit und Freundlichkeit seien den Praktikanten bewusst gemacht worden. Zukünftig verbessern sich ihre Chancen, wenn sie mehr und mehr die deutsche Sprache beherrschen.

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