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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 12:54 Uhr

Itzehoe : Fast am Ziel: Hospiz in der Kirche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Arbeiter-Samariter-Bund und  die katholische Gemeinde verhandeln über St. Klemens.

Das Kirchenjahr endet. Und eine Ära gleich mit. Am kommenden Sonnabend findet in der katholischen Kirche St. Klemens am Albert-Schweitzer-Ring der letzte Gottesdienst statt. Die Zukunft des Gebäudes ist vorgezeichnet: Vieles deutet darauf hin, dass der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) dort ein stationäres Hospiz einrichtet. Noch steht der Vertrag mit der katholischen Gemeinde allerdings nicht.

„Wir sind willens und bereit, uns da ranzuwagen“, sagt Marion Gaudlitz. Weiter lehnt sich die Vorsitzende des ASB-Regionalverbandes Pinneberg-Steinburg und stellvertretende Landesvorsitzende allerdings noch nicht aus dem Fenster. Denn die Verhandlungen mit der katholischen Gemeinde laufen nicht nur, sie seien in der „heißen Phase“. Mehr sagt Gaudlitz deshalb nicht über das Projekt, außer dass schon „eine ganze Weile“ daran gearbeitet werde und dass die Gespräche in „sehr angenehmer Atmosphäre“ verliefen.

Deutlicher wird da schon Martin Kayenburg vom Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde: „Wir sind guten Mutes, dass wir den Vertrag mit dem ASB sehr kurzfristig hinbekommen. Wir hoffen, es in diesem Jahr noch zum Abschluss zu bringen.“ Die Verhandlungen seien weit gediehen, aber eben noch nicht abgeschlossen.

Als „Spiritus rector“ hinter dem Projekt sieht Rüdiger Blaschke den Itzehoer Hospizverein, dem er vorsitzt. Und er freut sich, dass das Projekt eines stationären Hospizes „auf guter Spur“ ist: „Die Hoffnung ist, dass 2019 das Hospiz stehen könnte.“ Nötig ist es allemal, wie Kirstin Baade berichtet, Koordinatorin beim Hospizverein: „Die Anfragen nach einem stationären Hospiz werden immer mehr.“ Die nächsten Angebote gebe es in Elmshorn und Rendsburg, „da sind lange Wartezeiten“. Deshalb sei eine Einrichtung in der Region „unglaublich wertvoll“.

Seine ambulante Arbeit der Sterbebegleitung werde der Hospizdienst weiterführen, betonen Blaschke und Baade. Mit zwei Lehrgängen sei das Team sehr verjüngt worden, und dafür habe nicht einmal geworben werden müssen, sagt Blaschke. „So erleben wir immer wieder offene Türen“ – zum Beispiel auch beim Lions-Club Itzehoe.

Denn der spendet einen Großteil des Erlöses beim Benefiz-Golfturnier auf Schloss Breitenburg an den Hospizverein, wie Mitorganisator Manfred Kröger erläutert: 2000 Euro fließen in das Gans-Essen für Bedürftige an Heiligabend im Gemeindehaus Kirchenstraße, 2400 Euro erhält die Heilpädagogische Tagesstätte der Lebenshilfe, und 9000 Euro bekommt der Hospizdienst.

Dieser werde sich auch im stationären Hospiz engagieren, kündigt Blaschke an. Dabei gehe es nicht nur um Begleitung am Sterbebett, die sich nicht jeder zutraue, sondern auch um andere Formen der Unterstützung – und dafür gebe es bereits Gespräche mit Interessenten. „Das ist ein tolles Zeichen, dass das Menschliche doch noch nicht ganz verloren gegangen ist“, kommentiert Manfred Kröger.

Auch die katholische Gemeinde werde sich bei der neuen Einrichtung einbringen, sagt Kayenburg. Sowohl die Gemeinde als auch der ASB hätten die feste Absicht, den Vertrag kurzfristig zu besiegeln. Anfang Dezember solle damit begonnen werden, die St. Klemens-Gebäude zu räumen. „Das“, so Kayenburg, „würden wir nicht tun, wenn wir nicht diese Hospiz-Möglichkeit sähen.“

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erstellt am 14.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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