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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 15:41 Uhr

Unterstützung für Krebskranke : Familien trotz Krankheit ein Stück Freude schenken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der DRK-Kreisverband Steinburg sucht ehrenamtliche Paten für Kinder krebskranker Eltern. Betroffene Familien können sich ab sofort beim Roten Kreuz melden.

„Leben mit Krebs... und Kindern!“ lautet der Titel einer landesweiten Aktion des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das Ziel: Ehrenamtliche Kinderpaten unterstützen krebskranke Eltern. Gesucht werden Freiwillige, die Kindern und Jugendlichen Momente der Ablenkung schenken. Eine besondere Kinderbetreuung, die betroffenen Familien kostenfrei geboten wird. Familien, die großen zeitlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind, wenn ein Elternteil krebskrank ist. Hinzu kommen die Sorgen um das Wohlergehen der Kinder.

Genau hier setzt das Projekt an, das der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein zunächst in drei seiner Kreisverbände verwirklichen will, einer davon der im Kreis Steinburg. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir ausgewählt wurden“, sagt Kristin Müller, als ehrenamtliche Leiterin der Sozialarbeit im Steinburger DRK-Kreisvorstand aktiv. Sie hatte das Projekt ihren Steinburger Vorstandskollegen vorgestellt. „Sie haben alle zugestimmt“, erzählt Kristin Müller erfreut. Danach wurde die Aktion auch in den Ortsvereinen präsentiert und um Mithilfe gebeten. „Wir sind guten Mutes, Kinderpaten zu finden“, betont sie. Ansprechpartnerin sowohl für interessierte Paten als auch Familien ist im Kreisverband Gerda Drzonek. „Der Bedarf ist da“, ist auch sie überzeugt.

Auf viel ehrenamtliche Unterstützung hofft ebenso Trine Meulengracht, beim Landesverband für das Kinderpaten-Projekt zuständig. Im Mai vergangenen Jahres hatte dieser sich erstmals mit dem Thema beschäftigt. Fördermittel fließen von der Deutschen Fernsehlotterie. Trine Meulengracht wurde die Aufgabe übertragen, das Projekt in drei Kreisverbänden anzuschieben. Seit Juli diesen Jahres läuft es bereits im Kreis Plön. Steinburg ist der zweite Kreis, in dem nun Paten gesucht werden – Menschen, die Kinder krebskranker Eltern betreuen. Und betroffene Familien können sich an das DRK wenden, wenn sie Betreuungs-Hilfe für ihre Kinder benötigen, beispielsweise weil ein Termin wahrgenommen werden muss – oder einfach Zeit zum Ausruhen gebraucht wird. „Wir schicken dann Kinderpaten hin, so schnell und unbürokratisch wie möglich“, erklärt Trine Meulengracht. Zwischen Kinderpaten und Familien werden bestimmte Vereinbarungen getroffen. Aber bevor Freiwillige als Kinderpaten eingesetzt werden, gibt es ein Kennenlerngespräch, und ein erweitertes Führungszeugnis muss vorgelegt werden. Wer Pate werden möchte, sollte natürlich Spaß an Kinderbetreuung haben, die zwischen zwei und vier Stunden pro Woche über einen begrenzten Zeitraum vorgesehen ist. „Es geht nicht um Ausflüge“, betont Kristin Müller. Hauptsächlich gehe es um Betreuung im familiären Umfeld. Und: „Kinderpaten sind keine Haushaltshilfen“, fügt Gerda Drzonek hinzu. Sie seien allein für die Kinder oder Jugendlichen da. Tine Meulengracht ergänzt: „Es geht darum, Kindern eine Auszeit zu bieten.“ Fröhliche Momente schenken, ein offenes Ohr für sie haben. „Das kann auch schwierig werden, wenn ein Kind über Krebs, Trauer und Tod reden möchte.“ Darum sollten Paten auch über diese Themen sprechen können.

Interessierten Kinderpaten – im Kreis Plön sind bereits sieben ehrenamtliche Paten im Alter zwischen 45 und 75 Jahren aktiv – werden auch Fortbildungen im DRK-Gebäude in der Itzehoer Bahnhofstraße angeboten: zu Erster Hilfe am Kind, zur Frage, wie sich die Familie nach der Diagnose Krebs verändert oder wie man selber mit Tod und Trauer umgeht. Zusätzlich wird es regelmäßigen Erfahrungsaustausch geben – über die Möglichkeiten, ein Stück Freude in Familien zu bringen.  

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Ansprechpartner für interessierte Paten und betroffene Familien: Gerda Drzonek, DRK-Kreisverband Steinburg, 04821/679014,

Email: gerda.drzonek@drk-kv-steinburg.de;

Trine Meulengracht, DRK-Landesverband als Träger des Projekts, 0431/5707-133, Email:

trine.meulengracht@drk-sh.de

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erstellt am 20.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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