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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 12:59 Uhr

Fahrtkosten kommen auf den Prüfstand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brokdorfer diskutieren Ausgaben für die Schülerbeförderung

Es klingt ein bisschen wie ein Relikt aus besseren Zeiten: 1989 beschloss die Gemeinde Brokdorf, dass sie die Beförderungskosten von Schülern der Klassenstufen elf bis 13 in vollem Umfang übernimmt.

Drei Jahre zuvor war mit dem Kernkraftwerk eine sprudelnde Steuerquelle ans Netz gegangen. Die Quelle ist zunehmend versiegt, Brokdorf in Finanznot. Unter dem Stichwort Haushaltskonsolidierung soll nun auch die großzügige Bezuschussung der jüngeren Einwohner auf den Prüfstand.

Seit elf Jahren kommen sogar Schüler, die nicht mit dem Bus, sondern schon mit eigenem Pkw oder einem Roller zur Schule starteten, in den Genuss von Benzingeld. 40 Euro gibt es pauschal pro Monat, wobei die Ferienzeiten natürlich herausgerechnet werden. Vor knapp zwei Jahren wurde der Beschluss noch einmal ergänzt. Schülerinnen und Schüler bekamen für den Besuch einer weiterführenden Schule zum Erreichen eines Schulabschlusses unabhängig von der Schulart einmalig einen Zuschuss in Höhe der tatsächlich anfallenden Kosten für die zweite Hälfte der voraussichtlicher Schulzeit. Unterm Strich zahlt die Gemeinde für nach Itzehoe fahrende Schüler im Schnitt 680 Euro pro Jahr. Nach Glückstadt sind es durchschnittlich 540 Euro. Die Gesamtausgaben läpperten sich 2014 auf 3240 Euro, in 2015 sogar auf 5220 Euro. Zusätzlich entstanden dem Gemeindesäckel auch noch jährlich 500 Euro an Kosten für Zuschüsse an eine weitere Buslinie.

Zum Vergleich: Auch in den Wilstermarschgemeinden Landrecht, Landscheide, Neuendorf-Sachsenbande, St. Margarethen und Stördorf werden an Schüler der Klassenstufen elf bis 13 Beförderungszuschüsse gezahlt. Die liegen allerdings nur bei 100 bis 150 Euro jährlich. Wewelsfleth beteiligt sich an Kosten der zwischen der Gemeinde, Brokdorf und Glückstadt verkehrenden Buslinie, zahlt darüber hinaus aber keine Zuschüsse. Ganz leer gehen Schüler aus Aebtissinwisch, Beidenfleth, Büttel, Dammfleth, Ecklak, Kudensee, Nortorf und Wilster aus.

Am Donnerstag (18 Uhr, Sitzungsraum Amt Wilstermarsch) wird sich der Brokdorfer Finanzausschuss mit dem Thema befassen. Zur Diskussion stehen die Kürzung der Zuschüsse auf pauschal 150 Euro im Jahr – oder sogar die völlige Streichung. Das letzte Wort hat dann aber noch die Gemeindevertretung.

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erstellt am 30.Mai.2016 | 11:06 Uhr

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