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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 04:20 Uhr

Saisonstart : Fährmann hat alles im Griff

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Deutschlands kleinstes Wassertaxi startet am Fähranleger Kronsnest mit hunderten Ausflügern ins 25. Jahr.

Deutschlands kleinste Fähre ist wieder im Einsatz. Ufergottesdienst, Live-Musik, alte Trecker, kulinarische Köstlichkeiten und natürlich die „Hol Över“ – Zum Auftakt der neuen Saison hatte der Fährverein Kronsnest ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Und weil auch das Wetter mitspielte, pilgerten gestern hunderte Gäste an die beiden Uferseiten der Krückau, um dem Spektakel beizuwohnen. Wobei es zum Startschuss etwas flau anlief. Ein Grund waren wohl die parallelen Konfirmationen in Neuendorf und Umgebung.

Traditionell legt der hölzerne Fährkahn namens „Hol Över“ am 1. Mai das erste Mal ab. Und seit Jahren beginnt die Saisoneröffnung mit einem Gottesdienst auf Kronsnester Seite. Die Predigt hielt dieses Mal bei Sonnenschein Fährmann Norbert Gülicher, der gleichzeitig ausgebildeter Diakon ist. Pünktlich um 10 Uhr wurde dann die kleine Fähr-Glocke als hörbares Zeichen geschlagen, dass die „Hol Över“ wieder in Betrieb ist. Bis zum 3. Oktober übrigens, wenn zum Saisonausklag das Drachen- und Kürbisfest steigt.

Fährvereins-Chefin Petra Sommer dankte in ihrer Eröffnungsansprache allen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. In den vergangenen Wochen habe man gemeinsam „die Wege gewienert und die Fähre geputzt und neu gestrichen“. Pünktlich zum Saisonauftakt seien alle Arbeiten beendet worden. Wobei die nächsten schon wieder anstehen. Denn das Regenwetter der vergangenen Tage hatte das Fähr-Areal kräftig aufgeweicht. Und so stand der ein oder andere Gast gestern knöcheltief im Morast. Nun ist es an den Fährleuten, die Schäden auf Wiesen und Feldern rasch wieder in Ordnung zu bringen, denn am Sonntag, 15. Mai, steht bereits der Kindertag auf dem Programm.

„Was hat dieser Ort, dass so viele Menschen vorbeischauen?“, fragte Sommer in ihrer Ansprache – und lieferte die Antworten gleich mit. Museum, Klönschnack-Ecke, das „Sööte Eck“ und nicht zuletzt die eifrigen Fährmänner, „die die Fähre noch nie zum Kentern gebracht haben“. Dieser Mix mache den Charme der Fähre Konsnest aus. Hinzu kommt ein idyllisches Gelände direkt hinterm Deich, wie es pittoresker kaum sein könnte. „All das macht dieses Stückchen Erde zu etwas ganz Besonderem“, zeigte sich Sommer überzeugt. Offiziell eröffnet wurde die Fährsaison 2016 durch ihren Satz „Fährmann, hol över!“.

Für die „Hol Över“ ist es inzwischen bereits die 24. Saison. Gerade einmal sechs Personen (plus Fahrräder) haben auf dem urigen Wassertaxi Platz. Gut 40 Meter Wasser muss der Fährmann wriggend überbrücken. „Dass wir so lange durchhalten, hätte am Anfang kaum einer gedacht“, erinnerte sich Helke Stammerjohann. Die Planungen für die kommende Jubiläumssaison laufen bereits an, doch damit der 25. Geburtstag im kommenden Jahr auch groß gefeiert werden kann, hoffen die Fährleute auf weitere Mitstreiter. „Rund hundert Mitglieder hat unser Verein zurzeit“, so Stammerjohann. „Ein paar mehr dürften es sehr gern sein.“




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