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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 15:28 Uhr

Neuwahl : „Es ist Zeit für positive Signale“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jürgen Rebien ist der neue starke Mann im Amt Kellinghusen. Der Amtsausschuss wählte ihn einstimmig zum neuen Leitenden Verwaltungsbeamten.

Für Jürgen Rebien ist der 1. November ein besonderer Tag. Vor genau 21 Jahren begann seine berufliche Laufbahn beim damaligen Amt-Kellinghusen-Land. Und vorgestern Abend, am 1. November, wurde er zum Leitenden Verwaltungsbeamten des Amts Kellinghusen bestimmt. In offener Abstimmung erhielt er das Vertrauen aller 32 Amtsausschussmitglieder. Der 54-Jährige war der einzige Mitarbeiter des Amtes , der sich auf die interne Ausschreibung hin beworben hatte. Bisher war Jürgen Rebien Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste. Neuer stellvertretender Verwaltungsleiter ist ab sofort Stefan Vollstedt, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, Schulen und Kultur.

Notwendig wurde die Neubesetzung, weil die Bestellung von Amtsvorgänger Stephan Schulz im Juli widerrufen worden war . Begründung: Das Vertrauensverhältnis zum Leitenden Verwaltungsbeamten sei unüberbrückbar zerstört (wir berichteten). Daraufhin entschied sich die Mehrheit des Ausschusses, die Stelle intern auszuschreiben und vorerst die Ehrenamtlichkeit beizubehalten. Die Forderung von Hohenlockstedter Mitgliedern, das Amt künftig hauptamtlich mit einem Amtsdirektor aufzustellen, fand keine Mehrheit. Doch darüber soll noch einmal debattiert werden, sagte Amtsvorsteher Clemens Preine vor der Bestellung des Leitenden Verwaltungsbeamten. „Wir müssen das Thema noch einmal ansprechen, das ist Beschlusslage.“

„Es ist Zeit für positive Signale – das Amt muss wieder verstärkt als kompetenter Dienstleister und kommunaler Partner wahrgenommen werden“, betonte Rebien bei seiner Vorstellung. Gemeinsam müsse die Basis geschaffen werden, die Zukunft zu gestalten. „Wir haben uns leider zu lange mit uns selbst beschäftigen müssen.“ Es fehlte nach seinen Worten an Führungsverantwortung. „Die Vorbildfunktion der Führungsebene wurde nicht mehr deutlich.“ Und die Außendarstellung in Wort und Bild sei beschämend gewesen. Trotzdem habe das Amt weitgehend reibungslos funktioniert, vor allem dank der engagierten Mitarbeiter. Jetzt ist es laut Rebien Zeit, das Vertrauensverhältnis im Innen- und Außenbereich wieder herzustellen, ein besseres Miteinander zu gestalten sowie verbesserte Strukturen zu schaffen und die Mitarbeiter dafür zu motivieren, mehr Verantwortung in kleinen Einheiten zu übernehmen.

Rebien verglich das Amt mit einem Zirkus. Hier wie dort müssten die Akteure bereit sein, auch mal volles Risiko zu gehen sowie Mut und Ideen einzubringen. „Sie müssen auch bereit sein, Neues zu lernen und in neuen Teams vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.“ Und ein Zirkus „braucht auch einen guten Direktor“. Dieser müsse den Überblick behalten, zuhören können, sich kümmern, aber auch Entscheidungen treffen und den Zirkus zukunftsfähig machen. Dass er mit dem einstimmigen Ergebnis einen guten Start bekommen habe, dafür bedankte sich Rebien ausdrücklich bei den Politikern nach der Wahl.

Geboren wurde der neue Verwaltungschef, der verheiratet ist und vier Kinder im Alter zwischen elf und 26 Jahren hat, in Neumünster. Im benachbarten Klein-Kummerfeld wuchs er auf. Nach einem Studium an der Bundeswehrhochschule Mannheim ging es in die Kommunalverwaltung nach Neumünster, von dort wechselte er als „ausgebildeter Verwaltungsbeamter“ zum Amt-Kellinghusen-Land mit Schwerpunkt Soziales, Ordnungs- und Verwaltungsrecht. Diese Themen bestimmen auch seine nebenberufliche Lehrtätigkeit an schleswig-holsteinischen Verwaltungshochschulen, neben dem Amt sein einziges Hobby.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 17:44 Uhr

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