zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 01:28 Uhr

Erpressung an Neujahr: Prozess verschoben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Brauchen wir die Zeugen?“ Strafrichter Malte Zander signalisierte deutlich seinen Willen, den 52-jährigen Angeklagten freizusprechen. Doch Staatsanwältin Christin Reichenbach will genau wissen, was in der Silvesternacht vor einer Gaststätte in der Großen Paaschburg geschehen ist. Nun kann der Vorwurf der räuberischen Erpressung erst in einem neuen Prozess geklärt werden.

Denn wegen des Aufklärungswillens der Staatsanwältin stand das von Zander geleitete Schöffengericht vor einem Problem: Aufgrund der Urlaubspläne des Gerichts fand sich innerhalb der dreiwöchigen Frist kein Fortsetzungstermin, um die Zeugen hören zu können, die den Angeklagten endgültig entlasten sollten. Notgedrungen ließ Zander den Prozess platzen, das Verfahren startet in wenigen Monaten neu.

Erneut begegnen sich dann der Angeklagte und das 33-jährige vermeintliche Opfer wieder im Gerichtssaal. Beide kommen aus Itzehoe, beide sind Kneipengänger, auch an Silvester – aber waren beide auch in derselben Gaststätte?

Am 1. Januar dieses Jahres gegen 3.30 Uhr erstattete der 33-Jährige Anzeige: Danach habe ihn rund eine Stunde zuvor der 19 Jahre ältere Mann am Hals gepackt, an die Hauswand gedrückt und ihn aufgefordert, bis zum nächsten Morgen 200 Euro in den Briefkasten zu werfen. Sonst bekomme er eine Kugel in den Kopf. Der Angeklagte bestreitet die Tat, will Silvester in einem anderen Lokal gefeiert haben, was die drei Zeugen bestätigen könnten. Die Anzeige sei ein Racheakt des 33-Jährigen, weil er ihn aus einer privaten Wachschutzgruppe geworfen habe, nachdem er Frauen sexuell belästigt habe. Das wies der Jüngere zurück, er sei freiwillig gegangen.

Am Neujahrsmorgen habe ihn der Angeklagte erst in der Kneipe verhöhnt, ihn dann vor der Tür geschlagen und das Geld gefordert. Ein Zupacken am Hals erinnerte der Itzehoer jetzt nicht mehr. Weitere Zeugen der vermeintlichen Tat gibt es nicht – nun sind die drei Bekannten des Angeklagten gefragt.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen