zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 17:41 Uhr

Wlan für Flüchtlingsunterkunft : Endlich: Nach Hause telefonieren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Funker und Privatleute ermöglichen ein Wlan-Netz für Landesunterkunft in Glückstadt – aber das Land will die Spende nicht annehmen.

Offenes Wlan für Alle! Für ein kostenfreies Surfen ohne Registrierung und ohne Limits machen sich Alexander Valentin, Peter Ahrens und Sönke Krey mit einer großzügigen Spende von insgesamt 5000 Euro stark. Ab sofort steht Gästen innerhalb der Flüchtlings-Landesunterkunft am Neuendeich ein Hot-Spot zur Verfügung. Endlich können sie so kostenfrei nach Hause telefonieren.

Darüber hinaus hat Peter Ahrens mit einer weiteren Spende den Grundstein für einen Wlan-Aufbau im „Fortuna-Freizeitbad“ gelegt. Zwei Initiativen, die auf normalem Wege Glückstadt erst ab 2017 erreicht hätten. Die Möglichkeit, während des Freibad-Besuches im Internet zu surfen, fördere nach Auffassung der Sponsoren auch die Attraktivität des Tourismus. „Man muss die Jugendlichen da abholen, wo sie stehen“, begründet Peter Ahrens sein finanzielles Engagement.

Wer bislang mit Angehörigen oder Freunden in seiner alten Heimat kommunizieren oder einfach mal im Internet surfen möchte, muss sich bisher eine teure Sim-Karte kaufen. Eine andere Möglichkeit war und ist, einen der wenigen Hot-Spot-Punkte in der Stadt, zum Beispiel am Marktplatz oder in der Stadtbücherei anzusteuern.

Alexander Valentin, Peter Ahrens und Sönke Krey suchten eine pragmatische Lösung. Was im Falle der Landesunterkunft nicht ganz einfach war. „Das Landesamt sah sich außerstande, unsere Spende anzunehmen und verwies stattdessen auf die Freifunker-Vereine im Land“, erklärt Sönke Krey, der seine Firma „Erdbewegung“ auf und neben der Landesunterkunft hat.

Eine Gruppe Freifunker aus Pinneberg konnte schließlich helfen. Während Krey sich auf eigene Kosten um das Verlegen erforderlicher Leitungen bis hin zum Cateringzelt kümmerte, erteilte Alexander Valentin aus Glückstadt den ehrenamtlichen Freifunkern einen Pauschal-Auftrag, alles weitere eigenverantwortlich zu planen und das benötigte Equipment zu beschaffen.

Jetzt am Wochenende präsentierten die Frei-Funker Söhnke Dencker, Kevin Quiatkowski, Michel Wohlert und Finja Hauschild sowie Sönke Kreys Mitarbeiter Thorsten Dobelstein den Sponsoren das Ergebnis: „Die Leistung reicht für bis zu 50 zeitgleich im Internet surfende Gäste“, erklärte Michel Wohlert. Zudem erklärten die Freifunker mit ihrem umfangreichen Wissen den Spendern alles, was nötig ist. Was Alexander Valentin mit anerkennenden Worten honorierte. „Am Anfang habe ich gedacht, diese Jungs sollen so ein Projekt umsetzen? Heute habe ich Respekt vor Eurem Können.“

Bislang haben nur wenige der sich zurzeit in der Landesunterkunft aufhaltenden Gäste etwas von der neuen Wlan Errungenschaft mitbekommen. Wer es wisse, freue sich und sei schon richtig aufgeregt, meinte Peter Ahrens.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen